Landratswahl in Anhalt-Bitterfeld

Andy Grabner (CDU) holt absolute Mehrheit und ist neuer Landrat in Anhalt-Bitterfeld

Der Landkreis Anhalt-Bitterfeld hat einen neuen Landrat – Andy Grabner (CDU). Mit 59,5 Prozent der Stimmen schaffte er den Sprung über die 50-Prozentmarke und holt sich so die absolute Mehrheit. Die Stichwahl, die für den 26. Juni vorgesehen war, ist nicht nötig.

Von Thomas Kirchner
Andy Grabner (CDU) stößt mit seiner Frau Claudia auf den Wahlsieg ab. Der Bürgermeister von Sandersdorf-Brehna holt sich mit 59,5 Prozent der Stimmen die absolute Mehrheit und ist somit der neue Landrat in Anhalt-Bitterfeld, was natürlich ein Grund zum Feiern ist. Eine Stichwahl ist somit nicht nötig.
Andy Grabner (CDU) stößt mit seiner Frau Claudia auf den Wahlsieg ab. Der Bürgermeister von Sandersdorf-Brehna holt sich mit 59,5 Prozent der Stimmen die absolute Mehrheit und ist somit der neue Landrat in Anhalt-Bitterfeld, was natürlich ein Grund zum Feiern ist. Eine Stichwahl ist somit nicht nötig. Foto: Thomas Schmidt

Zerbst/Köthen - Die Landratswahl in Anhalt Bitterfeld ist gelaufen. Andy Grabner (CDU) holt nach dem vorläufigen Endergebnis mit 59,5 Prozent die absolute Mehrheit und zieht ins Büro von Noch-Landrat Uwe Schulze (CDU), der nicht mehr zur Wahl angetreten war. Der Bürgermeister von Sandersdorf-Brehna verwies seine Mitbewerber Volker Olenicak (AfD) mit 24 und den gemeinsamen Kandidaten von SPD, Bündnis?90/Grüne und den Linken Swen Knöchel mit 16,45 Prozent auf die Plätze.

Andy Grabner, der von den Freien Demokraten und den Freien Wählern unterstützt wurde, ist überglücklich: „Mit diesem doch eindeutigen Ergebnis hätte ich niemals gerechnet. Dass es für die Stichwahl reichen würde, ja, aber die absolute Mehrheit, das ist einfach überwältigend“, sagte Grabner noch am späten Sonntagabend gegenüber der Volksstimme.

Er sei sich absolut bewusst, dass dies ein riesiger Vertrauensvorschuss der Anhalter-Bitterfelder ihm gegenüber sei. „Die Menschen können sicher sein, dass ich alles tun werde, um dieses Vertrauen nicht zu enttäuschen. Mein oberstes Ziel wird sein, die drei Altkreise zusammenzuführen und zu einen“, betonte der frischgebackene Landrat.

Zusammenwachsen muss gelingen

Grabner: „Ich habe es schon ein Mal gesagt und wiederhole es gerne: Zerbst ist ein wichtiger Faktor im Landkreis, genauso wie Köthen oder Bitterfeld-Wolfen, und es mussgelingen, die drei Altkreise zu einer Einheit, also zu einem Landkreis Anhalt-Bitterfeld zusammenzuführen.“

Der 46-Jährige ist gelernter Diplom-Verwaltungswirt, seit 1997 in der Kommunalverwaltung und seit 1998 in leitender Position tätig. Grabner ist seit zwölf Jahren Bürgermeister von Sandersdorf-Brehna und seit über 15 Jahren Kreistagsmitglied.

In der Einheitsgemeinde Zerbst kommt Andy Grabner (CDU) auf 53 Prozent. Seine Mitbewerber Volker Olenicak (AfD) und der gemeinsame Kandidat von SPD, Bündnis?90/Grüne und Linke Swen Knöchel können 26,16 beziehungsweise 20,84 Prozent der Stimmen für sich verbuchen. Die Wahlbeteiligung lag in der Einheitsgemeinde Zerbst bei 55,56 Prozent.

Der AfD-Landratskandidat erreicht in der Einheitsgemeinde immerhin 26,16 Prozent und in einzelnen Wahllokalen sogar mehr als 40 Prozent. So stimmten in Straguth 46,6 Prozent für die AfD, in Schora 45,2, in Reuden 39, in Deetz und Lindau jeweils 34,6 Prozent. Auch in einzelnen Zerbster Wahllokalen konnte Olenicak punkten und kommt in der Begegnungsstätte der Volkssolidarität in Zerbst Nord immerhin auf 34,2, im Sporthotel Wallwitz (Ankuhn) auf 33,9 oder in der Begegnungsstätte auf dem Markt auf 33,2 Prozent.

Volker Olenicak zeigt sich enttäuscht

Volker Olenicak zeigte sich enttäuscht von dem Wahlergebnis, vor allem über das hohe Abschneiden der CDU sowohl auf Landes- als auch auf Kreisebene. „Es ist so, wie es ist. Der Wähler ist eben vergesslich“, kommentierte der AfD-Politiker das Wahlergebnis. Er hoffe, dass in Zukunft bessere Gespräche mit Andy Grabner als mit Uwe Schulze möglich seien.

„Wir haben der CDU in den vergangenen Monaten und Wochen ganz schön zusetzt, und das ist schon Mal positiv“, sagte Olenicak gegenüber der Volksstimme. Dennoch könne er das gute Abschneiden nicht verstehen.

Swen Knöchel kommentierte das Ergebnis so: „Die SPD, Bündnis?90/Grüne und die Linke wollten den Bürgern mit mir als Kandidaten eine wirkliche Alternative zur CDU und AfD bieten. Der polarisierende Wahlkampf von CDU und AfD hat sicher auch zum schlechteren Abschneiden der anderen Parteien beigetragen“, erklärte Knöchel. Nichtsdestotrotz gehe die Arbeit weiter. „Wir werden uns natürlich weiter einbringen und uns für die Belange und Bürgerinnen und Bürger einsetzen, auch und gerade im Anhalt-Bitterfelder Kreistag“, betonte Knöchel.