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Annegret Mainzer teilt ihr Wissen

Annegret Mainzer hat ein besonderes Hobby: Sie ist häufig im Internet unterwegs.

Von Sebastian Siebert

Zerbst l Die Anfänge von Annegret Mainzers Hobby liegen eigentlich in ihrer Kindheit. Als sie mit ihrer Oma durch Zerbst spazierte und so, wie es die meisten noch heute tun, am Schloss vorbeiwanderte, erklärte ihr ihre Oma, dass dort eine Prinzessin gewohnt hat.

„Das machte natürlich neugierig, aber zu der Zeit erfuhr man darüber so gut wie nichts.“ Adelshäuser passten einfach nicht in das sozialistische Weltbild, sagt sie zur Erklärung. Sie hoffte, während ihres Russisch-Studiums mehr über Katharina die Große erfahren zu können. „Aber auch da wurde ich enttäuscht. Die Geschichte begann dort einfach mit der Oktoberrevolution“, erklärt sie weiter.

Nach der Wende konnte die heutige Hochschullehrerin endlich ihre Neugier befriedigen und auf viele Archive, Quellen und Sekundärmaterial zugreifen, um möglichst viel über Katharina II. in Erfahrung zu bringen. Mehr als 15 Jahre sammelt sie schon Wissen über Zerbsts berühmteste Tochter. „Irgendwann stellte ich fest, dass ich das ganze Wissen, die Fakten und Geschichten, nur stückchenweise veröffentlichen konnte.“ Im Zerbster Heimatkalender erscheinen regelmäßig Artikel von ihr, auch in der Volksstimme und anderen Publikationen veröffentlicht sie Texte. „Doch es bleibt so viel unveröffentlicht, dass ich mir einen eigenen Kanal gesucht habe. Den Blog eben.“

Dort stellt sie nun regelmäßig eigene Artikel ein. Der Blog (https://russianhalthistory.wordpress.com) befasst sich mit der Historie der mitteldeutschen und anhaltischen-russischen Beziehungen und ist auch meist zweisprachig in Deutsch und Russisch gestaltet. Allerdings gibt es dort nicht nur Infos zur Historie, „sondern auch aktuelle Dinge, die bezüglich der Breite dieser Thematik in der Stadt und Region stattfinden, werden dort ebenfalls besprochen. Ich sehe sozusagen über den anhaltischen Tellerrand hinweg.“ Schützenhilfe bekommt sie dabei von ihrer Tochter. Diese ist nämlich Online-Redakteurin.

Sie verrät ihr Tipps und Tricks zur Technik und besseren Lesbarkeit der Beiträge und verrät ihr Fallstricke. „Zum Beispiel, dass man nicht jedes Bild für einen Blogeintrag verwenden kann, wenn man nicht genau weiß, wer die Rechte daran hält.“ So mache sie sich oft auf den Weg mit ihrer Kamera, um eigene Fotografien zu erstellen.

Da sie neben dem Schreiben und Fotografieren auch gern liest, hat die 53-Jährige für den Blog ihrer Tochter, die dort Bücher rezensiert, auch Beiträge geschrieben.

„Irgendwann stellten wir fest, dass wir thematisch nicht immer auf einer Wellenlänge liegen, deswegen habe ich einen anderen Blog gegründet“, erzählt die Zerbsterin weiter. „femininpower“, „Weibliche Macht“ nennt sie ihren Blog, in dem sie Bücher über starke Frauen rezensiert (https://femininpower.wordpress.com). Die Rezensionen stellt sie auch der Zerbster Bibliothek zur Verfügung. Diese postet sie auf ihrer Facebook-Seite. So habe die Bücherei immer einen frischen Eintrag und ihre Blogs werden von dort verlinkt, was ihr weitere Leser bringt.

Diese kommen aus der ganzen Welt. Den Eintrag über das Zerbster Schloss oder der Katharina-Statue werden besonders häufig nachgefragt. „Viele Leser kommen aus Russland“, sagt sie. Das ist über die Statistikfunktion des Blogs herauszulesen. Auch aus Skandinavien oder den USA hat sie Zugriffe.

Das sei auch ihr Lohn. Sie freue sich, wenn ihre Artikel gelesen, kommentiert oder per Klick gelobt werden.

Neben den beiden Blogs, für die sie zwischen 10 und 20 Stunden in der Woche aufbringt, moderiert sie noch eine Facebook-Gruppe.

Die „Städtepartnerschaft Puschkin-Zerbst“ besteht aus russischen und Zerbster Mitgliedern. Sie postet dort Artikel aus Zerbst, Puschkin oder auch Jever und übersetzt diese in oder aus dem Russischen. „So sind alle immer ein wenig im Bilde und beim nächsten gegenseitigen Besuch sind alle schon einigermaßen auf dem Laufenden.“