Zerbst l Lange wusste Alexander Elizarov nicht so recht, wohin ihn sein beruflicher Weg führen soll. „Fest stand nur, dass ich kein Abitur machen wollte und ein Studium stand auch nicht auf meinem Plan“, sagt der 22-Jährige, der in Zerbst geboren, aufgewachsen und zur Schule gegangen ist.

Etwas Handwerkliches sollte es sein, das war, was ihm vorschwebte. Durch einen Schulfreund sei er dann auf die Emag aufmerksam geworden. So habe er sich entschieden in der Zerbster Werkzeugmaschinenfabrik eine Lehre als Zerspanungsmechaniker (Einsatzgebiet Drehmaschinensysteme) zu beginnen.

Alexander Elizarov ist einer der Besten

Und wie sich herausgestellt hat, war dies nicht die schlechteste Entscheidung, denn Alexander wurde vor wenigen Tagen von der Industrie- und Handelskammer (IHK) Halle-Dessau – zu der sechs Landkreise und Dessau-Roßlau gehören – ausgezeichnet. Er gehörte zu den 47 Besten der Besten, die 2019 im Kammerbezirk ihre Abschlussprüfung mit Bestnoten abgelegt haben.

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In seiner Berufsgruppe ist Alexander der Jahrgangsbeste. „In der Theorie, also in der Berufsschule erreichte Alexander einen Notendurchschnitt von 1,8 und in der praktischen Prüfung 92 Prozent – Note 1. „Ich, wir alle in der Firma sind natürlich stolz auf Alexanders Abschluss“, freut sich Ausbilder Holger Bustro. Es sei schon ein anspruchsvoller Beruf. Die Mitarbeiter hätten schon eine gewissen Verantwortung, denn hier sei schon äußerste Präzision gefragt.

Fehler bei Arbeit wären fatal

„Beim Bearbeiten der Maschinenteile geht es um Tausendstel Millimeter. Passieren Fehler, sind die Teile nicht mehr nutzbar“, betont der Ausbilder. Hier habe Alexander ein besonderes handwerkliches Händchen. „Überhaupt waren in diesem Jahrgang alle Azubis ziemlich gut“, sagt Bustro. Wobei die Anzahl der Bewerber und ihre Eignung insgesamt je nach Jahr sehr schwanke.

„Büroarbeiten sind nicht mein Ding“, sagt Alexander schmunzelnd. Er sei froh, dass er sich letztendlich für diesen Beruf und die Emag entschieden habe. „Ich habe schnell Spaß an meiner Arbeit gefunden. Das war sicher hilfreich, um einen so guten Abschluss erreichen zu können“, so der 22-Jährige bescheiden. Alexander ist in Zerbst geboren, aufgewachsen und zur Schule gegangen. „Mein Bruder lernt übrigens denselben Beruf, allerdings in einer anderen Zerbster Firma“, erzählt Alexander. Natürlich wurde der Jahrgangsbeste von der Emag auch übernommen.

Ein Jahr Praxis lernen

„Wir stellen jedes Jahr im Schnitt zehn Azubis ein. Außerdem kooperieren wir mit anderen Zerbster Firmen, von denen auch fünf bis sechs Azubis für ein Jahr Praxis lernen und für die Abschlussprüfung vorbereitet werden“, erläutert Holger Bustro. So sorge man selbst für Nachwuchs und Fachkräfte.

Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) und IHK-Vizepräsident Christof Günther haben die Auszeichnungen an die 47 besten Absolventen übergeben. „Mit ihrer hohen Qualität in der Ausbildung sichern sie genau die Fachkräfte, die unsere Region so dringend braucht, um auch in den kommenden Jahren weiter wachsen zu können“, so der IHK Vizepräsident.

Einsatz der Unternehmen bringt Erfolg

Hinter dem Erfolg der jungen Menschen stünden neben ihrem herausragenden persönlichen Engagement auch der besondere Einsatz der Unternehmen, die sie ausbilden und begleiten, hob Christof Günther hervor.

Insgesamt wurden 39 Ausbildungsabsolventen aus 37 Unternehmen und 32 Berufsfeldern ausgezeichnet. Dazu kamen acht Absolventen der Fortbildungsprüfungen 2019. Sie haben die besten Abschlussergebnisse von insgesamt knapp 4600 Prüflingen im IHK-Bezirk erzielt und dabei mindestens 92 von 100 möglichen Punkten erreicht. Die IHK Bestenehrung fand in diesem Jahr zum insgesamt 23. Mal statt.

„Bester der Besten“ über alle Berufsfelder hinweg wurde in diesem Jahr Benjamin Derp. Der 29-jährige Verkäufer absolvierte seine Ausbilfung im Edeka-Center Sandra Weidauer in Halle/Saale.