Zerbst l Langsam schwenkt Tobias Gommlich den aufgefächerten Wasserstrahl hin und her. Einem leichten Regenschauer gleich lässt der Bauhofmitarbeiter die Tropfen auf die Ziererdbeeren, Verbenen und Storchschnäbel hinabrieseln, die im neu gestalteten Rondell am Walther-Rathenau-Platz wachsen und zwar dort, wo einst ein Springbrunnen für Abkühlung sorgte.

Weniger Pflegeaufwand

Statt der bisherigen Wechselbepflanzung, zieren fortan Stauden das runde Beet. Diese seien dauerhaft und weniger aufwendig in der Pflege, erläutert Michael Lindner. „Im Herbst kommen noch Blumenzwiebeln hinzu“, erzählt der Leiter des Zerbster Bau- und Wirtschaftshofes. Diese sollen im Frühjahr für bunte Farbtupfer in der Grünanlage sorgen, die derzeit regelmäßig gegossen werden muss.

Die anhaltende Trockenheit sorgt derzeit aber nicht nur in diesem Park für einen Dauereinsatz des Wasserwagens. 3000 Liter fasst der Tank, der von einem kleinen Traktor gezogen wird. Drei Füllungen benötigt Tobias Gommlich momentan täglich, wie er berichtet. Um 5 Uhr morgens fängt er mit dem Gießen an.

Es handelt sich um ausgewählte Flächen, die bewässert werden, um ein Eingehen der Pflanzen zu verhindern. Alles andere sei unmöglich, betont Michael Lindner mit Blick auf die vielen kommunalen Grünanlagen in der Einheitsgemeinde. Dabei ist ihm bewusst, dass so mancher Rasen vertrocknen wird.

Blumenampel werden gegossen

In Zerbst selbst werden die Blumenampeln auf der Breite sowie die Bepflanzungen auf der Alten Brücke gegossen. Und das gleich frühs als erstes, um den morgendlichen Berufsverkehr nicht zu behindern sowie die Passanten und Radfahrer in der Fußgängerzone bei ihren Einkäufen zu stören.

Hinzu kommen die einzelnen Staudenbeete in der Stadt – unter anderem an der Schleibank und unterhalb des Dicken Turms. Auch in Lindau werden die dortigen Beete bewässert genauso wie die Bepflanzung am Gedenkstein in Moritz, wie Michael Lindner auflistet. Darüber hinaus kümmert sich der Bauhof um neu gesetzte Bäume, deren Pflege in städtischer Hand und nicht bei einer Firma liegt. Spendenbäume wie jene der Prinzenpaare des Zerbster Carnevalclubs gehören ebenfalls zur Bewässerungstour.

„Viel mehr können wir nicht abdecken“, gesteht Michael Lindner. Wie er schildert, wird genau abgewogen, welche Fläche bewässert wird und welche nicht. „Wir wollen nicht sinnlos Wasser verschwenden“, begründet der Bauhofleiter. Nur für die Optik werde da eben nicht jeder Rasen gegossen.

Sprenger installiert

Als Beispiel nennt er die städtische integrative Kita „Zum Knirpsentreff“. In der Zerbster Kindereinrichtung im Amtsmühlenweg sorgt ein Sprenger dafür, dass eine Rasenfläche im Schatten, auf der die Steppkes spielen können, saftig grün bleibt. Der restliche Rasen – auch jener an der Straßenfront – muss auf Regen hoffen.

Michael Lindner hofft ebenfalls auf baldige Niederschläge. Zugleich befürchtet er, dass 2019 genauso trocken wird wie das Dürrejahr 2018. Ob es so kommt, bleibt abzuwarten. Für die nächsten Tage zumindest sagen die Meteorologen keinen Regen vorher. Stattdessen soll es wieder extrem heiß werden. Vorerst wird Tobias Gommlich also weiterhin mit dem Tankwagen ausrücken, um zumindest die Blumenbeete und die jungen Bäumchen am Leben zu halten.