Pflegeleicht und günstig

Benjeshecken bieten Vögeln und anderen Tieren Schutz und Nahrung und sind einfach angelegt

Ein geringer Aufwand, um Lebensraum für Tiere zu schaffen, ist es, eine Benjeshecke anzulegen, empfiehlt Marietta Klüdtke aus Niederlepte. Sie erklärt, was Benjeshecken sind, wie sie geschaffen werden und welche Vorteile sie bringen.

Auf dem Friedhof in Niederlepte gibt es die Benjeshecke.
Auf dem Friedhof in Niederlepte gibt es die Benjeshecke. Foto: Petra Wiese

Niederlepte - pwi

Ein geringer Aufwand, um Lebensraum für Tiere zu schaffen, ist es, eine Benjeshecke anzulegen, empfiehlt Marietta Klüdtke aus Niederlepte. Benjeshecken oder Totholzhecken sind Hecken, die durch lockere Ablagerungen von dünnerem Gehölzschnitt, wie Ästen und Zweigen, durch Samenanflug oder Initialpflanzungen entstehen. Die Benjeshecke wurde durch den Naturliebhaber Hermann Benjes entwickelt. Er beschrieb dieses Vorgehen Ende der 1980-er Jahre. Solche Hecken bieten Vögeln und anderen Tieren Schutz und Nahrung. Mit ihrem Kot oder ihren Nahrungsdepots können sie dann das Aussamen von Gehölzen beschleunigen.

Statt den Baumverschnitt entsorgen zu müssen, lässt er sich in der Hecke verwenden, so Marietta Klüdtke. Weitere Möglichkeiten von Totholz sind Reisighaufen, abgestorbene Bäume, aufgestapelte Stammabschnitte oder Wurzelstubben.

Hecke ist günstig und pflegeleicht

Für eine Benjeshecke werden die Äste so angeordnet, dass sie eine lange Reihe bilden und locker ineinander gestochen werden. Bei Wind werden sie nicht verweht, und die Hecke behält ihre Form. Da das abgeschnittene Material in der Regel kostenlos zur Verfügung steht, ist die Benjeshecke billig und pflegeleicht. Man kann sie zu jeder Jahreszeit anlegen. 

Bereits im ersten Jahr siedeln sich verschiedene Wirbellose in der Hecke an – Spinnen, Asseln, Schnecken zum Beispiel. Durch den Wind werden Kräutersamen an den Rand der Benjeshecke geweht, die bei günstigen Bedingungen keimen und sich entwickeln können. Die Samen werden von den Vögeln als Nahrung genutzt. Vögel rasten auf den Ästen der Benjeshecke oder bauen teilweise ihre Nester darin, wie etwa der Zaunkönig.

Da viele Vögel sich von den Beeren der einheimischen Sträucher ernähren, gelangen die unverdaulichen Samen mit dem Kot in oder neben die Benjeshecke. Es entwickeln sich Sträucher, die von vielen Vögeln und Insekten genutzt werden. Im Laufe der Jahre wird das Holz der Äste durch Bakterien und Wirbellose abgebaut und verwandelt sich zu Humus, einem sehr nährstoffreichen Boden. Die Benjeshecke wird dadurch immer flacher und verändert sich zu einer Strauchhecke.