Zerbst l „Das Jahr 2017 brachte uns große Herausforderungen aber auch viele Erfahrungen. Das erste Halbjahr überraschte uns jedoch auch auf nicht so angenehme Weise", sagt die Leiterin der Zerbster Touristinformation Viola Tiepelmann.

Kirchentage enttäuschen

Gemeint sind die Kirchentage, denn hier hatte Zerbst mit einem viel höheren Besucherandrang gerechnet. „Wir haben uns für drei Tage auf jeweils etwa 200 Gäste eingestellt“, sagt Tiepelmann. „Das kam aber leider nicht annähernd zustande. Die einzelnen Individualtouristen, wie wir das nennen, kamen zwar, die großen Gruppen blieben aber aus.“ Einer der Gründe dafür, so Tiepelmann, sei, dass die Touristen eher in Wittenberg unterwegs waren, weshalb in Zerbst und den anderen umliegenden Städten weniger Besucher auftauchten.

Dennoch zeigt sich Tiepelmann optimistisch. Das Team der Tourist-Info habe zumindest viele Erfahrungen bei der Vorbereitung sammeln können, auch wenn es schade sei, dass die Erwartungen nicht erfüllt wurden.

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Fasch-Festtage überzeugen

Das erste Halbjahr 2017 konnte indes mit anderen Veranstaltungen überzeugen. Darunter die internationalen Fasch-Festtage, die 26. Gewerbefachausstellung mit mehr als 90 Ausstellern, der Elberadeltag und weitere Höhepunkte wie das Spargelfest.

Prozessionsspiel

Besonders erfolgreich sei aber das zweite Halbjahr gewesen, so Tiepelmann. „Highlight war natürlich das Prozessionsspiel im September. Das war ein gigantisches Wochenende. Wir haben Gäste aus ganz Deutschland begrüßen können und hatten jeden Tag Warteschlangen beim Ticketverkauf. Einige Veranstaltungen waren komplett ausverkauft“, blickt die Leiterin der Tourist-Information zurück.

Generell seien die Besucherzahlen sehr zufriedenstellend. So fanden insgesamt 83 Gästeführungen mit insgesamt 1400 Teilnehmern statt, und bei den fünf geführten Radtouren gab es 145 Teilnehmer. Des Weiteren wurden im vorigen Jahr in etwa 5800 Besucher in der Tourist-Info betreut – zwölf Prozent mehr als 2016. Außerdem hat das Team 2800 Menschen am Telefon beraten – das waren fünf Prozent mehr als 2016. „Die Zahlen zeigen, dass 2017 ein gutes Jahr für den Tourismus in Zerbst war“, fasst die Leiterin zusammen.

Zusammenarbeit ist vorbildlich

Zudem lobt Viola Tiepelmann das gesamte Team der Tourist-Info. Hauptamtliche und ehrenamtliche Mitarbeiter hätten vorbildlich zusammengearbeitet und sich voller Tatendrang engagiert. Doch besonders bei den ehrenamtlichen Mitarbeitern brauche man Nachwuchs, erklärt Tiepelmann.

Derzeit habe man zehn Leute, die sich als Gästeführer und Radwanderführer einbringen. Noch könne man damit alles bewältigen, doch bei Ausfällen werde es schnell schwierig. Daher hofft Tiepelmann auf mehr engagierte Zerbster, die Interesse haben, sich als Gästeführer zu probieren. Momentan seien fünf Personen in einer Fortbildung zum Gästeführer. Ziel sei es, dass diese fünf im Sommer ihre Abschlussprüfung machen können, um sie auch so schnell wie möglich einsetzen zu können.

Tourist-Info verteidigt Qualitätssiegel

Eine besondere Ehrung erhielten Viola Tiepelmann und ihre Mitarbeiter zum Ende des Jahres. Die Zerbster Tourist-Information darf sich nämlich weiterhin mit der „i-Marke“ des Deutschen Tourismusverbandes (DTV) schmücken.

Das rote Qualitätssiegel wird alle drei Jahre, nach Erfüllung zahlreicher Anforderungen, vergeben. Von 85 Tourist-Informationen in Sachsen-Anhalt konnten sich 24 dieses Siegel verdienen. „Das ist eine große Anerkennung für uns und bestätigt uns darin, dass wir eine gute Arbeit leisten“, freut sich die Leiterin der Tourist-Information.

Mit diesem Siegel gehe man motiviert und voller Energie ins Jahr 2018. Es stünden zwar nicht ganz so große Veranstaltungen wie im vergangenen Jahr auf dem Plan, aber man freue sich bereits auf den nächsten Radfahrtag und die Gewerbefachausstellung. An Arbeit wird es sicher nicht mangeln, scherzt Viola Tiepelmann.