Zerbst l Mit einem riesen Schrecken sind am Donnerstagvormittag die Bewohner eines Mehrfamilienhauses in der Bäckerstraße davongekommen. In einer Wohnung im zweiten Obergeschoss war ein Feuer ausgebrochen. Ziemlich schnell hatte sich dicker und beißender Rauch auch im Treppenhaus ausgebreitet, sodass dieses nicht mehr betreten werden konnte. Die Polizei und der Rettungsdienst, die als erste Vorort waren, konnten den Eingang nicht mehr betreten.

„Die Bewohner konnten sich alle selbstständig ins Freie retten, auch die ältere Dame aus der betroffenen Wohnung“, sagte Polizeihauptmeister Holger Sticherling. Sie hätten sich gegenseitig informiert und konnten sich so noch rechtzeitig außer Gefahr bringen. Einzig eine Mieterin im vierten Obergeschoss hatte zu spät bemerkt, was unter ihr vor sich ging. Ihr war der Weg nach unten versperrt. „Die Mieterin der Brandwohnung musste allerdings mit Verdacht auf eine Rauchgasvergiftung vorsorglich zur Beobachtung ins Krankenhaus gebracht werden“, sagte ein Mitarbeiter des Rettungsdienstes.

Bewohner retten sich selbst

Der Alarm war gegen 9.43 Uhr bei der Feuerwehr eingegangen. Als die insgesamt 15 Einsatzkräfte eintrafen und sich einen Überblick über die Lage verschafft hatten, wurde als erstes die Drehleiter in Stellung gebracht, um gegebenenfalls auch die Bewohnerin aus der vierten Etage sicher und schnell retten zu können, was am Ende aber nicht nötig war.

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Der Rest der Einsatzkräfte begann indes unter Atemschutz mit den Löscharbeiten. Wie sich schnell herausstellte, war das Feuer im Badezimmer der betroffenen Wohnung ausgebrochen. „Der Brand ist mit ziemlicher Sicherheit durch einen technischen Defekt eines Spiegelschrankes verursacht worden“, sagte Einsatzleiter René Borkowitz.

Mieter können in Wohnungen zurück

Man habe versucht den Schaden – auch im Hinblick auf das Löschwasser – in Grenzen zu halten. „Dennoch ist die Wohnung momentan nicht bewohnbar. Glücklicherweise betrifft das nur die Brandwohnung. Alle anderen Mieter können in ihre Wohnungen zurück“, so der Eisatzleiter.

Die durch die Polizei informierten Mitarbeiterinnen der Wohnungsgenossenschaft „Frohe Zukunft“ waren inzwischen auch an der Einsatzstelle eingetroffen. Sie kümmerten sich um die mehrheitlich älteren Bewohnerinnen des Wohneingangs, die auf dem Hof dem Treiben nur hilflos zuschauen konnten und sichtlich geschockt von dem Geschehen waren.

Ersatzwohnraum wird geschaffen

„Wir werden uns natürlich schnellstmöglich um Ersatzwohnraum für die betroffenen Mieter kümmern und die betroffene Wohnung so schnell wie möglich wieder herrichten lassen“, sagte Angela Heinecke, Mitarbeiterin der Wohnungsbaugenossenschaft.

Bereits am 21. Oktober musste die Zerbster Feuerwehr ausrücken. Eine Ölspur hatte am Nachmittag am Zerbster Heidetor zu kurzzeitigen Verkehrsbehinderungen geführt. Der Alarm war gegen 14.40 Uhr bei der Feuerwehr eingegangen.

Gefahrenpontenzial wurde verringert

Wie Einsatzleiter René Borkowitz erklärte, war die Spur glücklicherweise auf den Kurvenbereich direkt vor dem Heidetor begrenzt. „Um was es sich genau handelt, ist unklar. Leichter Regen und die stark befahrene Straße L 55 hatten die Spur bereits enorm verbreitert“, so Borkowitz.

Zum Einsatz kam zum dritten Mal das für diese Art Einsätze umgebaute Fahrzeug, das Bioversal auf die Spur sprühte, welches Mineralölkohlenwasserstoffe leichter biologisch abbaubar macht und chemische sowie physikalische Gefährdungspotenziale verringert.