Zerbst l Die in Güterglück sesshafte und freischaffende Autorin Marita Schröter stellte im Gymnasium Francisceum ihr derzeit aktuelles – ihr sechstes Buch – „Schattenkünstler“. Gut 40 Interessierte waren gekommen, um der Vorstellung des Buches beizuwohnen. Organisiert wurde die Lesung von der Kreisvolkshochschule Zerbst und der Zerbster Stadtbibliothek Sie bildete den würdigen Abschluss der Zerbster Lesemeile aus Anlass des bundesweiten Vorlesetages.

Ein Markenzeichen von Marita Schröter, die nicht nur als Romanautorin bekannt ist, sondern auch als Liedermacherin, ist das Schreiben eines speziellen Liedes zum jeweiligen Roman. Bei ihrer Lesung im Francisceum wurde sie vorlesend und gesanglich von ihrer Tochter Carolin Schröter-Friedrich unterstützt.

Sind wir alle Schattenkünstler?

Um die Kreativität des Menschen, um seine Schöpferkraft kreist die Romanhandlung in „Schattenkünstler“. Wie geht jeder von uns mit seiner Kreativität um? Wie nutzen wir sie oder lassen wir sie ungenutzt? Wollen wir mit unseren Talenten und Wünschen im Schatten bleiben oder aus dem Schatten heraustreten? Kann Kreativität, wenn sie ständig von uns gefordert wird, uns ausbrennen?

Diese Fragen, neben einer Liebesgeschichte mit kriminellen Elementen bestimmen die Romanhandlung um die Hauptprotagonistin, der Malerin Anna Maria Bach, die zunächst mit ihren „Häuserbildern“ sehr erfolgreich war, jedoch nach dem Verlust ihrer Mutter und ihres Freundes sich auf dem Land verkriecht und nie mehr malen will. Burnout?

Eine künstlerische Krise

Ist es wirklich aus mit der Malerei bei Anna Maria Bach oder findet sie andere Wege, wieder künstlerisch tätig zu sein? Ihre zu Ende gehenden finanziellen Reserven zwingen sie dazu, sich wieder aufzurappeln. So lädt sie zu einem Mal- und Töpferkurs ein, zu dem sich sieben Teilnehmer einfinden. Jede, beziehungsweise jeder von ihnen hat sich mit einem anderen Ziel zum Kurs angemeldet, allerdings will keiner von ihnen wirklich malen oder töpfern.

Wie dieses Konglomerat an Problemen, Wünschen und Figurenkonstellationen am Ende des Romans aufgelöst wird, das verriet Autorin Marita Schröter an diesem Abend nicht.

Gesang und Akkordeon-Spiel lockern auf

Unterbrochen wurden die Lesepassagen durch gesangliche Darbietungen von Marita Schröter und ihrer Tochter Carolin Schröter-Friedrich, wobei die Mutter auch das Akkordeon spielte. Da die Kreativität des Menschen im Fokus des Abends stand, hieß es im ersten Liedbeitrag: “Betrachte den Menschen als ein Bergwerk, reich an Edelsteinen von unschätzbarem Wert“.

Das Publikum entließen Mutter und Tochter Schröter mit dem Lied zum Roman Schattenkünstler: „Viele sind Schattenkünstler und wissen es nicht, viele sind Schattenkünstler und wollen es nicht. Der Wunsch, der leise schreit, fehlt... Entdecke deine Schöpferkraft – Geschenk und Hauptgewinn.“

Texte machen nachdenklich

Das Publikum dankte mit lang anhaltendem Beifall und in der anschließenden Diskussion dominierten Meinungen wie: „Ihre Texte sind sehr tiefgründig und nachhaltig. Sie müssten eigentlich auf größeren Bühnen zu hören sein.“