Zerbst l So ziemlich jeder weiß es, jeder kennt es und jeder ist betroffen: Das Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung ist zwar zweckmäßig und sinnvoll für die Eindämmung der Pandemie, aber auch nervig. Die Schnüre schmerzen nach einer gewissen Zeit an den Ohren, die Brille beschlägt und irgendwie ist das Luftholen nicht wirklich angenehm. Vor allem vor Supermärkten gibt es häufig das Phänomen, dass der erste Griff zur Maske geht, gefolgt von einem tiefen Durchatmen. Aber nicht nur im privaten Bereich, sondern auch in vielen Berufen sind nicht erst seit einem Jahr die Mund-Nasen-Bedeckungen unabdingbar.

„In der Praxis tragen wir über den gesamten Arbeitstag verteilt die FFP2-Masken“, erklärt Jana Schmidt, Zahnärztin in Zerbst. „Wir wechseln seit Pandemie-Beginn nach jedem Patienten die Handschuhe und die Maske. Einfach aus dem Grund, dass wir eventuell auch mal an die Maske kommen könnten, wenn sie verrutscht. Beim Wechseln gibt es dann eine kleine Verschnaufpause. Sonst bleibt nur die Mittagszeit, um die Maske abzunehmen“, so Jana Schmidt. Weiter berichtet sie, dass die Kommunikation zwischen Arzt und Patienten schwieriger ist. Sie müsse beispielsweise viel erklären und generell durch Reden die Angst vertreiben. „Mit der Atemschutzmaske ist das natürlich nicht so einfach. Aber irgendwie klappt das schon!“

Gewissen Gewöhnen

Von einem gewissen Gewöhnen an die Maske spricht auch Antonia Hannemann, Stationsleiterin der Isolierstation im Zerbster Krankenhaus. „Am Anfang war es schon eine gewisse Umstellung. Die Luftzirkulation bei den FFP2-Masken ist gering. Aber wir haben uns daran gewöhnt. Wenn der Drang nach frischer Luft trotzdem mal größer wird, gehe ich immer an einen ungestörten Ort und atme kurz durch.“

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Wenig Luft im Einsatz bekommen auch die sogenannten Atemschutzgeräteträger der Stadtfeuerwehr in Zerbst. Dies aber schon vor der Pandemie. Geräteträger sind speziell geschulte Einsatzkräfte, die mit 20 Kilo Mehr-Gewicht ähnlich wie bei einem Tauchgang Luft durch eine Pressluftflasche bekommen. „Zwischen normalen Alltagsmasken und denen bei der Feuerwehr besteht natürlich ein großer Unterschied. Die Systeme der Feuerwehr sind komplett dicht nach außen, damit keine giftigen Dämpfe ins Innere und somit in die Atemwege der Kameraden kommen können“, erklärt der Zerbster Ortswehrleiter Steffen Schneider.

„Wir haben allerdings eine sehr komfortable Ausrüstung. Die Atemschutzgeräteträger müssen durch ein Drucksystem keinen großen Widerstand beim Einatmen überwinden. Das erleichtert das Atmen ungemein. Natürlich ist es auch mit normalen Masken im Alltag nicht immer leicht, befreit zu atmen. Mit der Situation bei einem Einsatz ist das aber nicht zu vergleichen“, so Schneider.

Persönliche Veranlagung

Vermutlich ist auch die persönliche Veranlagung ausschlaggebend, wie jemand im Alltag mit der Maske zurechtkommt. „Während des Lackierens haben wir zwar auch eine Maske auf, aber daran haben wir uns jahrelang gewöhnt. Das hat uns nicht abgehalten, Lackierer zu werden. Bei mir ist das mit den Alltagsmasken noch nicht der Fall. Sie sind zwar sinnvoll, aber nerven“, sagt Michael Heinrich, Chef einer Autolackiererei in Zerbst. „Hoffentlich ist der Spuk bald vorbei. Dann bleibt die Arbeitszeit die einzige Zeit mit Maske auf!“