Zerbst l Die Gewerbefachausstellung (Gfa) und das Zerbster Spargelfest finden in diesem Jahr nicht statt, teilte Kulturamtsleiterin und Stadtsprecherin Antje Rohm am  Mittwochabend mit. Die Veranstaltungen waren vom 8. bis 10. Mai beziehungsweise am 9. und 10. Mai 2020 geplant.

Auf einer Sitzung der Gfa-Leitungsgruppe, zu der auch Vertreter des Zerbster Verkehrsvereins gehören, die das traditionelle Spargelfest ausrichten, habe man entschieden, beide Veranstaltungen in diesem Jahr abzusagen.

„Wir haben diese Entscheidung angesichts der zunehmenden Festlegungen zu Veranstaltungsabsagen in den umliegenden Bundesländern – aber beispielsweise auch in Sachsen-Anhalts Landeshauptstadt Magdeburg – getroffen“, sagte Bürgermeister Andreas Dittmann (SPD) mit Blick auf die Entwicklungen im Zusammenhang mit dem Coronavirus. Es sei eine Maßnahme der Vorsorge und um Unsicherheiten vorzubeugen.

Planungssicherheit für Veranstalter

Zugleich schaffe sie bereits zu diesem Zeitpunkt Planungssicherheit für die Veranstalter, Teilnehmer und natürlich auch für die Besucher. „Es ist aus Sicht der Veranstalter absehbar, dass auch Sachsen-Anhalt Veranstaltungen dieser Größenordnung nicht mehr zulassen wird“, erklärte der Rathauschef.

Eine Verschiebung der Gfa, etwa auf das Bollenmarkt-Wochenende im Oktober, sei nicht als sinnvoll erachtet worden, da dann einerseits die zeitliche Nähe zur nächsten Messe im Mai 2021 zu groß sei. „Außerdem sind Messezelte bereits jetzt auf Grund der traditionellen Oktoberfeste und auch des 30. Jubiläums der deutschen Wiedervereinigung nicht mehr zu bekommen“, so Dittmann.

Das Zerbster Spargelfest und die GfA finden traditionell immer Anfang Mai in der Zerbster Innenstadt, auf der Schlossfreiheit und im Schlossgarten statt. Zu beiden Veranstaltungen kommen in jedem Jahr mehrere Tausend Besucher, auch um sich mit dem beliebten Edelgemüse aus Zerbst einzudecken.

Am Mittwochabend reagierte auch Sachsen-Anhalts Gesundheitsministerin Petra Grimm-Benne (SPD). Sie wird die Gesundheitsbehörden im Land anweisen, Veranstaltungen mit mehr als 1000 Teilnehmern abzusagen, heißt es in einer Pressemitteilung vom Mittwochabend. Die Sicherheit und Gesundheit der Menschen sei oberstes Ziel, so die Ministerin. Die Ausrufung der Pandemie durch die Weltgesundheitsorganisation am frühen Mittwochabend zeige, dass konsequentes Handeln unerlässlich sei.

Der Erlass soll am an die Landkreise und die kreisfreien Städte gehen. „Wir kommen mit dieser Festlegung auch einer Bitte der kommunalen Spitzenverbände nach“, so Grimm-Benne. Für heute Nachmittag sei zudem eine Telefonschaltkonferenz mit den Landräten und Oberbürgermeistern geplant, bei der über die aktuelle Situation beraten werden soll, heißt es in der Pressemitteilung weiter.

14 bestätigte Corona-Infizierte sind bisher in Sachsen-Anhalt gemeldet worden (Stand 11. März 2020, 18 Uhr).