Dannigkow l  Mal leuchten die Laternen, mal nicht. Dies sorgt für Unmut bei den Anwohnern. Der Stadt ist das Problem bekannt.Birgit Heinrich ist sauer. Seit 2003 wohnt sie im beschaulichen Dannigkower Wohngebiet „Zum Blick“. Seit einigen Wochen jedoch ist es ihr zu beschaulich. Die kürzlich neu installierte und auf LED umgestellte Straßenbeleuchtung funktioniert nicht richtig. In manchen Nächten ist es stockdunkel im Wohngebiet.

„Trotz mehrfach getätigter Anrufe bei der Stadtverwaltung in Gommern, die zur Antwort gab, ‚Uns ist das Problem bekannt, wir arbeiten daran‘, ist keine Veränderung eingetreten“, ärgert sich Birgit Heinrich. „Seit Umstellung der Beleuchtung auf LED ist kein Tag vergangen, an dem die Beleuchtung korrekt funktioniert hat“, so die Dannigkowerin weiter.

Die Umstellung auf LED in Dannigkow und am Plattensee erfolgte von Ende 2019 bis Anfang 2020. Dafür wurden bei einer Förderung von 25 Prozent knapp 99.000 Euro seitens der Einheitsgemeinde in die Hand genommen. „Durch Austausch der vorhandenen gegen LED- Leuchten wird der Energiebedarf bei mindestens gleicher Beleuchtungsstärke um 60 bis 80 Prozent gesenkt“, ist auf der Internetseite der Stadt zu lesen.

Im Wohngebiet jedoch munkelt man, dass man auf Anwohner-Kosten noch mehr einsparen möchte. „Seit Sonntag, 2. Februar, und auch schon vereinzelt Tage vorher, gingen in der Siedlung um 22 Uhr die Lichter aus und morgens um 5.15 Uhr wieder an. Da fragt man sich doch, defekt oder Absicht?“, wundert sich Birgit Heinrich.

Außerdem, wenn die Laternen mal funktionieren würden, würden die Grundstücke nicht mehr ausgeleuchtet wie zuvor. „Wir sind hier die letzte Siedlung am Dorfausgang, für uns scheint es zu reichen. Der Innenkern von Dannigkow ist dagegen hell beleuchtet, da funktioniert es“, macht Birgit Heinrich ihrem Unmut Luft.

Beschwerden gingen ein

Sie ist damit nicht allein. Auf dem Internet-Meldeportal „Sag‘s uns einfach“ der Stadt Gommern sind insgesamt vier Beschwerden zur Thematik in Dannigkow eingegangen. Allesamt nach der Umstellung auf LED. „Die Meldungen auf der Seite sind durchgestrichen und mit dem Vermerk ‚Erledigt‘ versehen. Aber es ist noch nichts passiert“, moniert Birgit Heinrich. „Mir geht es doch vor allem um die Sicherheit in der Siedlung. Ist es nachts unbeleuchtet, ist es eine Einladung für Einbrecher. Außerdem ist die Unfallgefahr bedeutend höher, wenn man nachts nichts sieht“, so Birgit Heinrich.

Der Stadtverwaltung ist das Problem bekannt. „Wir wissen, dass die Lampen in der Straße eine Art unerklärliches Eigenleben entwickelt haben“, sagt Gommerns Bürgermeister Jens Hünerbein. „Nachdem wir die ersten Hinweise bekommen hatten, haben wir unverzüglich den mit der LED-Umstellung beauftragten Elektriker informiert, der die Problematik vor Ort geprüft hat“, nimmt er weiterhin Stellung.

Anfangs vermutete man, dass es ein Defekt in den Schaltkästen mit der Zeitschaltuhr gibt. Dieser Verdacht bestätigte sich nicht.

„Nach Rücksprache mit dem betreuenden Ingenieurbüro handelt es sich um einen Produktionsfehler in den Modulen der Leuchten. Die Leuchten im Wohngebiet ‚Zum Blick‘ sind andere als in den übrigen Straßen Dannigkows, daher sind nur sie betroffen“, erklärt Hünerbein.

Ende vergangener Woche wurde der Lampen-Hersteller kontaktiert. „Es wurde uns zugesichert, dass noch im Laufe dieser Woche das Problem seitens des Herstellers abgestellt werden wird“, so der Bürgermeister. „Natürlich wollen wir die Beleuchtung in der Straße sicherstellen und nicht auf Kosten der Dannigkower Strom sparen“, gibt der Bürgermeister Entwarnung. „In Dannigkow, wie auch allen anderen Ortsteilen, gehen die Lichter nicht aus“, versichert er.