Zerbst l Mit einer großen, sehr positiven, aber trotzdem unerwarteten Nachricht, konnte am Montagabend Bürgermeister Andreas Dittmann (SPD) beim Hauptausschuss aufwarten. „Wir haben einen Förderbescheid für die IT-Ausstattung aller sechs Grundschulen in unserem Bereich bekommen“, verkündete er.

Erfolg im zweiten Anlauf

Der Bescheid kam jetzt im zweiten Förderdurchlauf. Im ersten bekamen andere Schulen den Zuschlag, trotz sehr hoher Punktzahlen für die Anträge der Zerbster Schulen. Das hatte zu Verärgerungen geführt. Dass es nun aber gleich im zweiten Anlauf geklappt hat, verblüffte selbst den Bürgermeister ein wenig. „Wir wussten, dass wir im ersten Anlauf schon gut waren, aber damit verbanden wir nicht automatisch, dass wir im zweiten Durchgang berücksichtigt würden, schließlich ist die Bewerberzahl gestiegen“, sagt er.

Vor allem, da Zerbst auch mit vier kleinen Dorfgrundschulen an den Start geht. „Größere Schulen erhalten in der Bewertungsmatrix mehr Punkte, daher hatten wir auch Sorge berücksichtigt zu werden“, sagt Dittmann und bringt damit gleichzeitig auch die Krux der Geschichte zum Vorschein. Denn: „Wenn es das politische Ziel ist, dass die kleinen Orte und ländlichen Gebiete nicht von den Oberzentren abgehängt werden, dann müssten gerade die kleinen Schulen Berücksichtigung finden“, sagt er. Die Ausstattung der Grundschulen sei da ein wichtiges Beispiel, denn in Sachen Bildung dürften sie sich sich nicht abhängen lassen.

Aber worum geht es eigentlich? Die Stadt Zerbst hat für alle Grundschulen jeweils eine Digitale Tafel in der Größe von 65“ und einen Klassensatz Tablets (25 Stück) beantragt, dazu kommt die Schaffung der technischen Infrastruktur. Damit verbunden sind die Datennetzwerke sowie dazugehörige Komponenten und notwendige Stromanschlüsse. Parallel erfolgt zur Diebstahlsicherung die Installation von Einbruchmeldeanlagen in allen Grundschulen, das allerdings über die Stadtkasse.

298.571 Euro Gesamtkosten

Diese Ausstattung für alle sechs Schulen beläuft sich auf Gesamtkosten von 298.571 Euro, bei einer Förderquote von 75 Prozent wurden nun also 223.928 Euro zur Finanzierung bewilligt. Der Rest muss von der Kommune getragen werden.

Für alle sechs Grundschulen wurden das gleiche System und die gleiche Technik beantragt, denn der Austausch unter den Kollegen soll damit schulübergreifend gefördert werden. Außerdem, sagt der Bürgermeister, "wollen wir keinen Technikzoo“.

Umgang lernen

Wie wichtig so eine Ausstattung heute ist, kann Manuela Aretz, Schulleiterin der Grundschule An der Stadtmauerm, nur unterstreichen. „Die Welt entwickelt sich weiter, und wir müssen unsere Kinder an die Technik heranführen und ihnen den richtigen Umgang beibringen.“ Erste Lehrgänge zur richtigen pädagogischen Nutzung der Technik gab es schon vor längerer Zeit – doch dann blieb die Technik aus. „Aber wenn wir die Ausstattung haben, werden wir wieder vermehrt diese Fortbildungen besuchen“, sagt sie und freut sich darauf.