Zerbst l „Das ist die Zukunft“, betont Mario Rudolf. In einer Zeit zunehmender Digitalisierung müssten die Kinder frühzeitig an den Umgang mit den elektronischen Medien herangeführt werden. „Wir dürfen uns da nicht verschließen“, spricht sich das Zerbster Mitglied der Kreistagsfraktion der Freien Wähler für die Ausstattung der Sekundarschulen und Gymnasien des Landkreises Anhalt-Bitterfeld mit interaktiven Klassenzimmern aus. „Zumal wir unsere kommunalen Grundschulen mit digitalen Tafeln ausrüsten wollen“, bezieht sich Rudolf auf die Einheitsgemeinde Zerbst. Und über jene moderne Technik sollten seiner Ansicht nach eben auch die weiterführenden Schulen verfügen.

Damit sich seine Fraktionskollegen einen Eindruck verschaffen können, welche Möglichkeiten ein interaktives Klassenzimmer für das Lernen bietet, hat Rudolf einen Vor-Ort-Termin in der Zerbster Bartholomäischule vermittelt. Die evangelische Bildungseinrichtung verfügt längst neben einer mobilen über eine fest installierte digitale Tafel, ein so genanntes Whiteboard, das mit 20 Schüler-Laptops verbunden ist. „Darüber hinaus stehen in jedem Klassenraum zwei Computer, die ebenfalls mit dem System vernetzt sind“, informiert Sophie Ahrens.

Die stellvertretende Schulleiterin erläutert den Freien Wählern, wie die interaktive Tafel, die auf Berührung reagiert (Touchscreen), in den Unterricht vor allem der vierten Klasse eingebunden wird. „Es gibt sehr vielfältige Einsatzmöglichkeiten.“ Sie erzählt von speziell für Grundschüler aufbereiteten Internetseiten und Lernsoftwares sowie digitalen Varianten von Schulbüchern.

Zu wenig Fortschritt

„Das ist absolut zeitgemäß“, findet Dirk Honsa. Hinsichtlich der Digitalisierung der Bildungslandschaft sei Deutschland ein Entwicklungsland, bemerkt er. „In unserer Grundschule haben wir noch das klassische Computerkabinett mit PCs“, berichtet Fraktionsvorsitzender Rolf Sonnenberger in seiner Funktion als Bürgermeister von Zörbig.

Zugleich interessiert ihn, in welchem Umfang die Viertklässler das Whiteboard nutzen. Dies geschehe ganz flexibel, meint Sophie Ahrens und weist auf die weiterhin praktizierte Kombination der digitalen Tafel mit der Kreidetafel hin. „Wichtig sind Fort- und Weiterbildungen für Lehrer“, ergänzt die junge Pädagogin hinsichtlich der Nutzung des interaktiven Klassenzimmers. Was ein solches kostet, bleibt an diesem Nachmittag genauso offen wie die fehlende Übersicht, welche Sekundarschulen und Gymnasien des Kreises bereits mit digitalen Tafeln samt Schülertablets ausgestattet sind.