Zerbst. Insgesamt sechs Alarmierungen in vier Tagen und die Absicherung von Raketenabend und Feuerwerk auf dem Heimatfest hat die Frauen und Männer der Zerbster Feuerwehr seit Mittwoch kaum zur Ruhe kommen lassen.

Am Freitagabend gegen 21.40 Uhr mussten sie zu einem vermeintlichen Wohnungsbrand ausrücken. In einem Mehrfamilienhaus auf der Zerbster Neuen Brücke hat ein Nachbar sowohl einen tönenden Rauchmelder als auch Brandgeruch im Treppenhaus wahrgenommen und die Feuerwehr alarmiert.

Hub-Steiger dabei

Wie immer bei gemeldeten Wohnungsbränden rücken die Einsatzkräfte mit einem Großaufgebot, inklusive der Hub-Steiger an. Nach Eintreffen verschaffen sich die Kameraden Zutritt zur betreffenden Wohnung. „Zu unserem Entsetzen mussten wir feststellen, dass sich die Mieterin noch in der verqualmten Wohnung aufgehalten hat“, sagt Ortswehrleiter und Feuerwehrsprecher Steffen Schneider. Sie sei durch die Einsatzkräfte schnellstens in Sicherheit gebracht worden.

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„Wir haben dann Rettungsdienst und Notarzt dazu gerufen, die nach wenigen Minuten vor Ort waren und die ältere Dame untersucht haben. Sie hatte großes Glück und konnte nach einem gründlichen Check in ihre Wohnung zurückkehren“, schildert Schneider die Einsatzlage.

Rauchmelder angeschlagen

Der Rauchmelder habe wohl angeschlagen, weil ein verschmorter Topf auf dem eingeschalteten Herd, „vermutlich ganz einfach vergessen wurde“, so Schneider. Zwischenzeitlich sei die Mieterin eingeschlafen und habe wohl deshalb den Rauchmelder nicht gehört. „Der Topf wurde entfernt und gelöscht. Anschließend haben wir die Wohnung und das Treppenhaus durchgelüftet. Nach etwa einer Stunde konnten wir dann wieder abrücken“, sagt Schneider. „Gott sei Dank haben wir hier Schlimmeres verhindern können“, betont der Feuerwehrsprecher erleichtert. Vergessenes Essen auf dem Herd oder Backofen seien gar nicht so selten. „Sie können durchaus zur Ursache für einen ausgedehnten Wohnungsbrand werden“, warnt Steffen Schneider und rät: „Vorm Verlassen der Wohnung oder Schlafengehen kann deshalb ein Blick auf den Herd und in den Backofen nicht schaden.“

Nur 15 Stunden später, am Sonnabend gegen 13 Uhr, ertönt erneut Alarm: Brand Gebäude, Roßlauer Straße. Die Rauchsäule ist schon aus größerer Entfernung zu sehen, nur liegt der Einsatzort nicht wie gemeldet in der Roßlauer Straße, sondern Am Tivoli, einem unbefestigten Gartenweg zwischen Dessauer Straße und der Kirschallee.

Holzgartenhaus in Vollbrand

Beim Eintreffen der Einsatzkräfte steht ein Holzgartenhaus mit Garage und Schuppen bereits in Vollbrand. Auch benachbarte Schuppen sind bereits in Mitleidenschaft gezogen. „Hier konnte ein vollständiges Übergreifen der Flammen gerade noch verhindert werden“, sagt Steffen Schneider. Für die in Flammen stehenden Schuppen können die Einsatzkräfte nicht mehr viel tun, sie brennen nieder. Doch zu Beginn des Einsatzes gibt es eine Schrecksekunde. Nahe der brennenden Schuppen soll sich ein Gastank befinden. Doch nach wenigen Minuten kommt bereits Entwarnung – kein Gastank im betreffenden Garten.

Nach Volksstimme-Informationen ist der Eigentümer des Gartengrundstücks vor einiger Zeit verstorben. Ob sich Unbefugte Zutritt verschafft haben und etwas mit dem Brand zu tun haben, ist unklar.

Zwei Türöffnungen

Schon am Mittwoch musste die Zerbster Feuerwehr gleich zweimal zu Türöffnungen ausrücken. Gegen 17.30 Uhr unterstützt sie Polizei und Rettungsdienst auf der Heide und gegen 22.15 Uhr in der Ziegelstraße.

In der Nacht zum Freitag kurz nach 0 Uhr, der Raketenabend ist seit gut einer Stunde beendet, schlägt die Brandmeldeanlage (BMA) im Altenheim in Bärenthoren Alarm. Neben der Zerbster Wehr sind auch die Ortswehren Deetz-Badewitz, Garitz-Bornum, Mühro-Polenzko und Dobritz in der Alarmierungskette. Hier stellt sich das Auslösen der BMA glücklicherweise als Fehlfunktion heraus.

Fehlalarm der Brandmeldeanlage

Der vorerst letzte Einsatz führt die Einsatzkräfte am Sonnabend gegen 18.15 Uhr zu einem Unternehmen am Neuen Weg in Zerbst. Auch hier schlägt die BMA Alarm. Und auch hier gibt es für die Kameraden der Zerbster, Jütrichauer und Steutzer Wehren glücklicherweise nicht viel zu tun, außer die betreffende Halle zu kontrollieren und die Brandmeldeanlage zurückzusetzen. Was die BMA ausgelöst hat, ist unklar.