Zerbst l Vor drei Wochen hat die Polizei bei einem Einsatz in einer Wohnung in Zerbst mehr als 20 Hunde entdeckt, die in katastrophalen Verhältnissen gehalten wurden. Ordnungsamt, Veterinäramt und das Tierheim schritten ein und brachten die Hunde ins Zerbster Tierheim.

Unwürdige Bedingungen

Sieben Menschen und über 20 Hunde sollen unter unwürdigen hygienischen Bedingungen in einer Wohnung gelebt haben. Die betroffenen Tierhalter sind keine Unbekannten, fielen anderen Orts schon einmal auf. Dies bestätigte der Landkreis inzwischen auf Volksstimme-Nachfrage.

Wie es mit den Tieren weitergeht, war bei der Wegnahme noch völlig unklar. „Das entscheidet am Ende das Veterinäramt, das jetzt entsprechende Ermittlungen führt“, sagte damals Diana Hofmann, Vorsitzende des Tierschutzvereins Zerbst.

Doch was passiert nun mit den Tieren? „Die Mehrzahl der Hunde – einschließlich der Welpen – verbleiben im Tierheim“, erklärt Marina Jank, Sprecherin des Landkreises.

„Die Hunde seien von den jeweiligen Besitzern an das Tierheim übergeben worden. Einige der Hunde haben die Tierhalter allerdings zurückerhalten“, sagt Jank.

Veterinäramt erteilt strenge Auflagen

Zuvor seien jedoch zahlreiche Auflagen erteilt worden. So müssen die Hunde kastriert werden. Außerdem verhängte das Veterinäramt ein Zuchtverbot. Die Hundehalter dürfen also ihre Tiere nicht mehr decken lassen und keine Welpen zum Verkauf anbieten.

Weiterhin müssen die Tiere einer regelmäßigen Pflege und tierärztliche Versorgung beziehungsweise Untersuchung unterzogen werden.

Eine weitere Auflage, dass Sicherstellen der allgemeinen Hygiene, konkret: der Aufenthaltsbereich der Hunde muss sauber und ungezieferfrei gehalten werden.

„Bevor ein Teil der Hunde zurück durfte, wurde das Haus kontrolliert“, betont die Pressesprecherin. Das Veterinäramt werde die Tierhaltung und die Einhaltung der Auflagen regelmäßig und unangekündigt nachkontrollieren.

„Bei erneuten Verstößen drohen Bußgelder, die erneute Wegnahmen der Hunde und Tierhaltungsverbote“, macht Landkreissprecherin Marina Jank deutlich.

Entdeckt wurden die Hunde eher zufällig bei einem Einsatz der Polizei. Nach Volksstimme-Informationen sollte in der betroffenen Wohnung ein Haftbefehl vollstreckt werden. Personen trafen die Beamten allerdings nicht an, dafür aber 21 Hunde.

„Die Wohnung war voller Exkremente“, sagte Diana Hofmann, die vor drei Wochen bei der Aktion anwesend war. Die Räume hätten schlimm, ja katastrophal ausgesehen.

„Alles war voller Kot und Urin“, schilderte Hofmann. Unter den ausgewachsenen Hunden waren auch fünf Welpen, die nun im Tierheim bleiben und später an andere Halter vermittelt werden sollen.