Reuden/Anhalt l „Einige heizen schon mit Gas, andere haben noch keinen Anschluss“, begrüßte der Reudener Ortsbürgermeister Elard Schmidt am Dienstagabend seine Mitbürger. Eine ganze Reihe Einwohner waren zum „Rohrfest“ gekommen, zu dem die Gasstadtwerke Zerbst GmbH (GSZ) und ihr Partnerunternehmen Erdgas Mittelsachsen (EMS) eingeladen hatten – symbolisch der Start der Erdgasversorgung und das pünktlich zum Beginn der neuen Heizperiode.

Längeres Hin und Her

Reuden liege ja ein bisschen weit weg vom Schuss, gab Elard Schmidt zu bedenken, umso mehr sei er „stolz, dass wir heute hier stehen“. Nach längerem Hin und Her und Hindernissen konnte das Vorhaben nun umgesetzt werden. Es sei wichtig für die Ortschaft, dass das passiert ist, so der Ortsbürgermeister.

Für viele sei es an der Zeit gewesen, ihre Heizungen nach mehr als 25 Jahren zu erneuern. In Reuden komme der Aspekt hinzu, dass der Ort im Bereich der Trinkwasserzone liegt, und die Leute ihre Ölheizungen öfter überprüfen lassen mussten, als im Normalfall. „Es ist ok, dass wir den Schritt vollzogen haben“, dankte Elard Schmidt dem Versorgungsunternehmen und sieht in der Erschließung eine Verbesserung der Infrastruktur.

Wirtschaftlichkeit dank der Nachfrage

„Der Schritt konnte deswegen getan werden, weil er wirtschaftlich zu rechtfertigen ist durch die Nachfrage vor Ort“, wandte sich der Zerbster Ortsbürgermeister und GSZ-Aufsichtsratsvorsitzender Andreas Dittman an die Reudener. Es sei eine langfristige Bindung, die hier eingegangen werde, meinte er und dankte für das Vertrauen. Er dankte auch denen, die das Projekt umgesetzt haben und sieht nicht zuletzt einen kleinen Beitrag zum Umweltschutz, den die Nutzung von Erdgas gegenüber Öl hat.

Im Herbst 2017 hatten Vertreter von GSZ und EMS im Rahmen einer Bürgerversammlung in Reuden über das geplante Vorhaben informiert und das klare Ziel formuliert. Schon damals war die Neugierde bei den Einwohnern groß. Daraus erwuchs schließlich das Interesse und die Bereitschaft, im Haus einen Erdgasanschluss verlegen zu lassen. Nach weiteren Vor-Ort-Terminen und unterstützt dadurch, dass sich auch viele Einwohner im benachbarten Grimme für einen Erdgas-Hausanschluss entschieden, fiel die Entscheidung, das Doppel-Projekt umzusetzen.

EMS-Geschäftsführer Jens Brenner informierte, dass es bislang mehr als 110 Hausanschlüsse gibt, allein 70 in Reuden. Insgesamt sechs Kilometer Leitungen wurden für die Erschließung verlegt.

Ausklang am Bürgerhaus

In Grimme – hier konnte schon Ende September das Rohrfest gefeiert werden – wurde unter anderem eine Gasdruckregelanlage installiert. Von dort führt eine rund 3,5 Kilometer lange Mitteldruckleitung nach Reuden. Hinzu sind ein etwas 2,5 Kilometer umfassendes Ortsnetz und die 70 Hausanschlüsse gekommen.

Während die EMS die Hausanschlüsse verlegte, war die Firma Zetieba für den Tiefbau zuständig und die Firma Spie für den Rohrleitungsbau. Vertreter aller beteiligten Firmen waren beim Rohrfest vor Ort. Jens Brenner, Andreas Dittmann und Elard Schmidt griffen zur Fackel, um die Erdgasflamme zu entzünden. Deren Lodern sollte symbolisieren, dass in Reuden jetzt ein neues Zeitalter begonnen hat.

Für alle Versammelten gab es Grillwurst und Getränke, um sich beim Rohrfest in gemütlicher Runde am Bürgerhaus auszutauschen. Natürlich standen EMS-Mitarbeiter als Ansprechpartner für Fragen zur Verfügung. Für die Kinder gab es Luftballons, von denen der ein oder andere in den Himmel entwich.