Gute Tat

Erst wenn’s fehlt, fällt’s auf: Blutspender werden in Corona-Zeiten immer noch dringend gebraucht

„#missingtype – erst wenn’s fehlt, fällt’s auf“ heißt die erneut gestartete Kampagne, an der sich über 200 Unternehmen, Vereine, Sportler und Bands in ganz Deutschland beteiligen. Bewusst verzichten sie an diesem 14. Juni auch in Zerbst auf die Buchstaben der Blutgruppen A, B und O.

Von Daniela Apel
Jeder, der mindestens 18  und gesund ist, kann Blut spenden.
Jeder, der mindestens 18 und gesund ist, kann Blut spenden. Foto: Daniela Apel

Zerbst - „Bedarf ist immer“, sagt Marlies Leißring. Gerade mit Beginn der Sommerzeit gerät für viele aus dem Blick, was für manchen ganz selbstverständlich ist: die Blutspende. Eine künstliche Alternative zu dem lebensrettenden Saft existiert nicht. Ohne ausreichend Blutspenden ist die Versorgung von Kranken und Verletzten nicht gesichert. Auf diesen unumstößlichen Fakt will der heutige Weltblutspendetag aufmerksam machen.

„#missingtype – erst wenn’s fehlt, fällt’s auf“ heißt die erneut gestartete Kampagne, an der sich über 200 Unternehmen, Vereine, Sportler und Bands in ganz Deutschland beteiligen. Bewusst verzichten sie an diesem 14. Juni auf die Buchstaben der Blutgruppen A, B und O. Am dringendsten werden stets Spender mit der Blutgruppe 0 gesucht, da diese im Notfall jedem gegeben werden kann.

639 Frauen und Männer in Zerbst spenden 2020 Blut

„Bis jetzt ist die Blutspende bei uns ganz gut angelaufen, auch wenn wir die Zahlen von 2020 noch nicht ganz erreicht haben“, sagt Marlies Leißring. Als Büroleiterin der Zerbster Außenstelle des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) kann sie rasch auf die Statistik zugreifen. So konnten im vergangenen Jahr zwischen Januar und Mai 639 Frauen und Männer verzeichnet werden, die sich gut 500 Milliliter Blut abnehmen ließen – im Vergleichszeitraum 2012 waren es nur 518. Die Anzahl der Erstspender war indes fast identisch mit 27 im vorigen und 26 in diesem Jahr. Gern könnten es mehr sein.

Denn jeden Tag werden bundesweit rund 15.000 Blutspenden benötigt und das vor allem, um Menschen zu helfen, die an Krebs erkrankt sind, ein Herzleiden haben oder aber mit Magen- und Darmerkrankungen kämpfen. Nicht nur der demografische Wandel, durch den langjährige Spender verloren gehen, ist ein Problem. Auch Verunsicherungen rund um Corona halten Bürger davon ab, zur Blutspende zu gehen. Dabei liefen diese trotz der Virus-Pandemie ununterbrochen weiter, eben unter noch strengeren Hygieneregeln. So ist neben dem gewohnten Mindestabstand von jedem eine FFP2-Maske zu tragen. Wer keine besitzt, erhält eine vor Ort. Statt des Imbisses zur anschließenden Stärkung werden Lunchpakete ausgegeben. Um die Versorgung der Blutspender kümmern sich beim Zerbster DRK übrigens ehrenamtlich Margitta Bringezu, Karin Walk, Ingrid Kittel und Ursula Fräßdorf, wie Marlies Leißring erzählt. Sie hofft, dass der heutige Weltblutspendetag aufrüttelt und den ein oder anderen animiert, ebenfalls Blut zu spenden.