Reuden l Das Katenfest in Reuden ist eine feste Größe im Veranstaltungskalender. Die Mitglieder des Museumsvereins des Ortes hatten das Fest wieder organisiert. Für die nur 15 Mitglieder zählende Truppe ist dies regelmäßig eine größere Herausforderung. Unterstützt werden sie dabei von den Familien. Beim Zeltaufbau helfen die Männer mit, während die Frauen für die Dekoration und die Verpflegung zuständig sind.

Bauernkate geöffnet

Brigitte Jacob, die Vorsitzende des Museumsvereins öffnet die Bauernkate für Besucher. Die Gemeinde hatte seinerzeit das offenbar älteste Haus im Ort für die Nachwelt erhalten, schildert sie. Sie weiß noch, wer zuletzt in dem kleinen Haus gewohnt hat. Modernisiert war es noch nicht. Der Museumsverein hatte damals in den umliegenden Orten nach Einrichtungsgegenständen gesucht, schildert sie. Die Resonanz sei sehr groß gewesen, sagt sie weiter. Aus vielen Orten haben die Menschen Alltagsgegenstände gespendet. Für die älteren Besucher der Kate ist es wie eine persönliche Zeitreise, wenn sie durch die Zimmer streifen. Im Wohnzimmer ist der Tisch festlich gedeckt. Das kam früher nicht so oft vor.

Zeigen soll die Bauernkate das Leben der Bevölkerung auf dem Land nach dem Kriegsende. Damals herrschte in den Städten und auf dem Land Mangel. Trotzdem hatte die Bevölkerung auf dem Land noch mehr auf dem Tisch. Sie versorgten sich zu einem großen teil allein. Eine ganze Reihe von Geräten stand den Familien dafür in den Haushalten zur Verfügung. Der Garten lieferte in der Regel Obst und Gemüse. Was nicht sofort gegessen wurde, wurde für die Zukunft eingeweckt. Vor allem aber hielten die Menschen in den Dörfern Haustiere, die sie mit Eiern und Fleisch versorgten.

Bilder

Einfach, aber auskömmlich

Das Leben war einfach, aber auskömmlich. Gelebt wurde auf kleinstem Raum. Hier gab es zu den Menschen in der Stadt jede Menge Parallelen. Der Rückblick zeigt aber ebenso, welchen Sprung das Leben auf dem Land in den vergangenen Jahrzehnten gemacht hat. Heute lebt niemand mehr so in Reuden.

Die Häuser verfügen über modernste Ausstattungen. In Zukunft werden sie auch an das Breitbandnetz angeschlossen werden. Dann können die Einwohner von Reuden genauso schnell im Internet unterwegs sein wie die Bewohner der großen Ballungsgebiete.

Zum Katenfest wollten die Vereinsmitglieder allerdings mehr bieten und organisierten eine kleine Pflanzentauschbörse und einen Flohmarkt. Flohmärkte sind zuletzt vor allem durch eine Reihe von Fernsehsendungen für viele wieder interessant geworden.

Diesmal hatten die Organisatoren aber etwas Pech mit dem Wetter. Die lange Trockenheit fand ausgerechnet a, Sonnabend ihr Ende und es regnete den ganzen Nachmittag ununterbrochen. Nach einigen Stunden packten die Bürger an den Ständen zusammen. Im Festzelt ließen sich die Reudener aber den Tag durch den Ragen nicht vermiesen. Ines Lehmann sang sich in die Herzen der Reudener. Die Musikschullehrerin aus Treuenbrietzen versuchte mit Volksmusik die Stimmung zu heben, Es gelang ihr sogar, einige Besucher zum Tanzen zu bringen. Nach den Kaffeezeit leerte sich das Zelt allerdings schnell. Mit schlechtem Wetter zum Katenfest haben die Reudener bereits einige Erfahrungen in den zurückliegenden Jahren sammeln können.

Vielen Einwohnern des Ortes macht das Wetter wenig aus, meint Ortsbürgermeister Elard Schmidt, der sich um die musikalische Unterhaltung kümmerte. Für die Reudener ist das Katenfest ein willkommener Anlass, sich zu treffen und sich zu unterhalten. Vor allem die berufstätigen Einwohner sind unter der Woche wenig im Ort. Das Fest nutzen daher viele, um sich wieder mal zu sehen und einige Stunden gemeinsam zu verbringen. Mit einer ganzen Reihe von Festen im Jahr sind die Bewohner des Ortes am Rande der Stadt und des Bundeslandes das ganze Jahr verplant. Das sei für die Dorfgemeinschaft wichtig, ist der Ortschef überzeugt und freut sich über jede Aktivität.