Zerbst l Die Auswirkungen der Corona-Krise bekommen die Zerbster Unternehmen ganz unterschiedlich zu spüren. Die verstärkte Nachfrage der Menschen nach Lebensmitteln sorgt derzeit dafür, dass bei der Anhalter Fleischwaren GmbH die Wurstherstellung auf Hochtouren läuft. „Wir produzieren aktuell an unserer Kapazitätsgrenze“, sagt Axel Knau, Geschäftsführer des zur Mühlen Gruppe gehörenden Standortes.

In den zurückliegenden drei Wochen führte die Virus-Pandemie dazu, dass die Kunden vermehrt zu Zerbster Wurstspezialitäten griffen, wie Unternehmenssprecher André Vielstädte berichtet. Aus dem Grund werden nun insbesondere in der Verpackung und Logistik zusätzliche Arbeitskräfte gesucht. Der aktuelle Bedarf liegt bei bis zu 60 Aushilfsstellen. Es handelt sich um ein befristetes Angebot für die nächsten Wochen und Monate, das vor allem für Personen gedacht ist, die wegen der Corona-Krise derzeit nicht arbeiten können – an Menschen aus Gastronomie und Hotelgewerbe zum Beispiel.

Keine Lieferengpässe beim Schweinefleisch

„Wir wollen allen, die gerade keinen Job haben, eine kurzfristige Lösung bieten und gleichzeitig im Anschluss in ihre bisherigen gewohnten Tätigkeiten zurückkehren“, erläutert Axel Knau.

Mit Lieferengpässen haben die Anhalter Fleischwaren momentan „dank der funktionierenden deutschen Landwirtschaft“ nicht zu kämpfen, wie Pressesprecher Vielstädte gegenüber der Volksstimme erklärt. Über 90 Prozent des Schweinefleischs, das verarbeitet wird, komme aus Deutschland und müsse nicht aus dem Ausland importiert werden.

1905 gegründet

Übrigens hat das Zerbster Werk der Mühlen Gruppe eine lange Tradition. Bereits am 1. März 1905 wurde hier ein Schlachthof gegründet und bis zur Wende wurde auch direkt vor Ort geschlachtet. Inzwischen ist ein moderner Produktionsstandort entstanden, an dem rund 300 Mitarbeiter beschäftigt sind und unter dem Markennamen „Zerbster Original“ Wurst-Spezialitäten, Kabanossi und Aspik-Artikel hergestellt werden.