Zerbst l Es gibt wohl kaum einen Zerbster, der (Jo)Achim Dähne nicht kennt. Der rüstige Senior ist noch immer in der Gymnastikgruppe beim Turnverein „Gut Heil“ aktiv. Er war Gründungsmitglied des Zerbster Carnevalclubs Rot-Weiß und stand selbst 30 Jahr aktiv auf der Bühne. Am morgigen Sonntag feiert Achim Dähne nun seinen 85. Geburtstag. Grund genug, einmal auf einen Mann zu blicken, der fast sein ganzes Leben der Vereinsarbeit gewidmet hat.

Achim Dähne treibt seit dem 5. Lebensjahr aktiv Sport, also inzwischen seit 80 Jahren. „Am allerliebsten habe ich Fußball gespielt“, erzählt der Jubilar. Zuerst als Schüler, danach in verschiedenen Betriebsmannschaften und zuletzt habe er in der Mannschaft der Zerbster Brauerei gekickt.

Noch bis heute sportlich aktiv

„1964 sind wir sogar Meister der Betriebsmeisterschaften geworden“, berichtet Achim Dähne. 40 Jahre später hätten alle Mitglieder der Mannschaft eine Ehrenurkunde bekommen. „Viele der damaligen Fußballer sind schon verstorben“, sagt Dähne und zeigt auf die einzelnen Mannschaftsmitglieder. Später habe er sich der Gymnastikgruppe angeschlossen, in der er bis heute aktiv ist.

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Achim Dähne ist in Zerbst geboren, aufgewachsen und zur Schule gegangen. „Gelernt habe ich Chemiefacharbeiter damals in Rodleben. Später bin zur Firma Aluguß nach Zerbst gewechselt“, berichtet er. Auch seine Frau habe die Leidenschaft für den Sport geteilt. „Wir waren 52 Jahre verheiratet“, sagt er stolz. Auch seine Frau sei aktiv im Sportverein gewesen.

Gründungsmitglied des Carnevalclubs "Rot-Weiß

Bekannt machte Achim Dähne aber ein anderes Métier – der Karneval. Der morgen 85-Jährige war Gründungsmitglied des Zerbster Carnevalclubs „Rot-Weiß“ und schrieb auch gleich das erste Lied für die Jecken. „Am grünen Strand der Nuthe“, mit diesem Titel gingen die Karnevalisten 1978 in Zerbst an den Start. „Ich habe in verschiedenen Rollen auf der Bühne gestanden. Ich hielt als Stadtchronist Büttenreden, leistete mir als ´Otto´ einen lustigen Schlagabtausch mit ´Frieda´, ich war vergrämter Ehemann, Ratsherr oder Minister“, zählt Dähne auf.

Aber das sei längst noch nicht alles. Zehn Jahre war Achim Dähne sozusagen der Kopf der „Zerbster Marktschreier“, die Gesangstruppe der Zerbster Karnevalisten. Nach der Wende 1989 mimten Achim Dähne und Kurt Birke dann zusammen „Die lustigen Vorruheständler“.

Heimatlieder über Zerbst

Und immer wieder steuerte Achim Dähne Lieder bei, die inzwischen schon als „Heimatlieder“ bezeichnet werden und fast jeder Zerbster mitsingen kann. Denn sie werden noch immer gesungen.

Einer der Achim Dähnes Liedgut hochhält, ist unser Zerbster Schlagersänger Martin „Zimmi“ Zimmermann. Ob bei Auftritten zu Seniorenveranstaltungen oder auf den Zerbster Stadtfesten, Achim Dähnes Heimatlieder stehen immer auf Zimmis Songliste.

Dähne stärkt Heimatverbundenheit

„Ich finde das so toll, was Achim alles für die Stadt getan hat und wie er die Heimatverbundenheit der Zerbster mit seinen Liedern stärkt und vor allem auch gute Stimmung verbreitet“, sagt Martin über seinen Sangeskollegen. So wolle der Schlagersänger die Lieder von Achim Dähne auch an die nächsten Generationen weitergeben. Aus der Feder von Achim Dähne stammen unter anderem Lieder wie „Das Lied der Rolandbrüder“ (Infokasten), „Ja Zerbst ist uns’re Heimatstadt“ oder „Wer einmal in Zerbst schon war“. „All diese bringen die Heimatverbundenheit von Achim zum Ausdruck, der ja gebürtiger Zippel-Zerbster ist. Und eben genau dieses Heimatverbundenheit möchte ich gerne weitergeben“, sagt Zimmi.

Auch bei Großveranstaltungen wie beispielsweise in Dortmund, Hamburg oder Magdeburg war Achim Dähne stets mit von der Partie. „Mit Deinen Heimat- und Stimmungsliedern hast Du auf zahlreichen Fläming- und Sachsen-Anhalt Tagen Dein Zerbst würdig vertreten“, hieß es in einer Würdigung des Carnevalclubs zum Bühnenabschied von Achim Dähne nach 30 Jahren aktiver Jeckenschaft.

Treffen mit Helene Fischer

2007 hat Achim Dähne sogar Helen Fischer getroffen. Die damals noch junge und noch nicht so berühmte Schlagersängerin gab in einem Zerbster Einkaufszentrum eine Autogrammstunde. „So kam es zu einer kurzen aber herzlichen Begegnung und einer kleinen Fachsimpelei unter Sangeskollegen“, sagt Achim Dähne lachend. Gerne erinnere er sich an die vielen und schönen Stunden zurück.

Aber zur Ruhe setzen möchte sich der rüstige Senior noch lange nicht. „So lange es die Gesundheit noch zulässt, werde ich auch weiterhin meinem Sport treu bleiben“, sagt Achim Dähne. Auch seine Lebenspartnerin gehe regelmäßig zu einer Gymnastikgruppe. „So versuchen wir uns eben noch ein wenig fit zu halten“, so Dähne.

Ein glückliches Leben

Auf sein Leben blickt Achim Dähne mit Freude und Stolz zurück. Mein Sport und meine Freude am Karneval haben mich fast mein ganzes Leben begleitet und es macht mich glücklich und zufrieden, wenn ich hin und wieder etwas Freude und Abwechslung in das Leben der Menschen bringen konnte“, sagt der Jubilar ganz bescheiden. Na dann: Herzlichen Glückwunsch!