Eichholzer müssen weiter warten

Gelder sind leider für die Sanierung der maroden Zufahrt in Eichholz nicht mehr übrig

Die Sanierung der Kreisstraßen in der Einheitsgemeinde Zerbst kommt auch in diesem Jahr nur schleppend voran. Weiter gedulden müssen sich die Einwohner von Eichholz, bis ihnen die dem Kreis gehörende Zufahrt saniert wird.

Von Thomas Höfs
Auf die Sanierung der maroden Zufahrt müssen die Eichholzer weiter warten. Denn Fördermittel gibt es hierfür nicht mehr, teilt der Landkreis mit.
Auf die Sanierung der maroden Zufahrt müssen die Eichholzer weiter warten. Denn Fördermittel gibt es hierfür nicht mehr, teilt der Landkreis mit. Foto:Thomas Höfs

Eichholz - In der Einheitsgemeinde Zerbst gibt es manche Straße, die seit Jahrzehnten auf eine Sanierung oder einen grundhaften Ausbau wartet. In der Flächengemeinde gehören viele Verbindungen zwischen den Siedlungen dem Landkreis. Längst kommt die Kreisverwaltung bei der Sanierung der Straßen dem Bedarf nicht mehr hinterher. Vor allem Straßen zu kleineren Orten sind seit Jahrzehnten praktisch unverändert und strapazieren Bürger und Fahrzeugtechnik. Die Zufahrt in den kleinen Ort Eichholz ist so ein Fall. Wer hier von der Kreisstraße, die Leps mit Steckby verbindet, abbiegt, muss zunächst das Fahrzeugtempo drosseln, damit das Auto unbeschadet die Strecke befahren kann. Eine klassische Pflasterstraße verbindet hier den kleinen Ort mit dem vorhandenen Straßennetz. Selbst bei moderaten 30 Stundenkilometer macht das Fahrzeug hier laute Geräusche und die Technik versucht gegen die Unebenheiten im Boden anzukämpfen. Da es auf einer Seite der Straße eine Spur mit Betonplatten gibt, fahren die Autos fast alle auf der gleichen Seite, wenn es keinen Gegenverkehr gibt. Auch drei Jahrzehnte nach dem Mauerfall und der Wiedervereinigung ist es der öffentlichen Hand bislang nicht gelungen, die kleine Verbindungsstraße in einen befahrbaren Zustand zu bringen. Das wird sich auch in naher Zukunft kaum ändern, teilt die Pressestelle der Kreisverwaltung auf Nachfrage mit. Kreissprecherin Marina Jank antwortet auf die Frage, wann die Ortsverbindung nach Eichholz saniert wird: „Da es kein Fördermittelprogramm für die Instandsetzung der kommunalen Infrastruktur mehr gibt, und dieser Straßenabschnitt für den Einsatz von Fördermittel vorgesehen war, kann der Zeitpunkt einer Instandsetzung zurzeit nicht benannt werden. Haushaltsmittel des Landkreises für den Straßenbau sind dafür momentan nicht vorgesehen.“ Es bleibt also alles, wie es ist.

Dafür gibt es an anderer Stelle der Einheitsgemeinde sicherlich mehr Freude über die geplanten Investitionen in das Straßennetz. So soll in Güterglück die dortige Kreisstraße 1233 auf einer Länge von rund 200 Meter ausgebaut werden.

Sanierungen gehen in anderen Orten weiter

Noch mehr Freude dürfte allerdings der geplante Ausbau der Kreisstraße 1245 auslösen. Zwischen Zernitz und Kuhberge soll hier die Kreisstraße auf einer Länge von rund 850 Meter ausgebaut werden. Die schmale Kreisstraße befindet sich in einem ähnlichen Zustand wie die Verbindung nach Eichholz. Drastisch wurde zwischen Kuhberge und Zernitz zuletzt die Geschwindigkeit reduziert, weil sich der Zustand der ebenfalls gepflasterten Straße in den zurückliegenden Jahren deutlich verschlechterte. Mitunter sind die alten Pflasterstraßen der heutigen Belastung auch nicht mehr gewachsen.

In den vergangenen Jahrzehnten haben sich die Achslasten der Fahrzeuge stetig erhöht. Vor allem die großen landwirtschaftlichen Maschinen bringen heute sehr große Lasten auf die Straße. Vor allem in der Erntezeit belasten sie dann die alten Straßen.

Aber auch die Witterung setzt den Straßen zu, wie sich an der Verbindung zwischen Kuhberge und Zernitz in der jüngeren Vergangenheit sehr gut beobachten ließ.

Fahrzeuge sind größerem Verschleiß unterworfen

Nicht nur der Fahrkomfort lässt auf den unsanierten Kreisstraßen zu wünschen übrig. Die marode Infrastruktur sorgt auch dafür, dass die Federung an den Fahrzeugen einem größeren Verschleiß unterworfen ist. Oftmals sind die ländlichen Wege in einem besseren Zustand. Für den Ausbau der ländlichen Wege gab es in den vergangenen Jahrzehnten viele Fördermittel. Manche der Verbindungen sind auch für den Individualverkehr freigegeben und dürfen nicht nur exklusiv von den Landwirten genutzt werden. Die Bürger kennen hier die Wege und nutzen sie rege, um den maroden Kreisstraßen auszuweichen.

Wegen der begrenzten finanziellen Mittel des Landkreises dürfte es noch weitere Jahrzehnte dauern, bis die letzten gepflasterten Kreisstraßen der Vergangenheit angehören. Nur punktuell kann der Landkreis hier Akzente setzen und die schlimmsten Straßenzustände langsam beseitigen, wie auch in diesem Jahr.