Zerbst l Christian Aderholz ist leidenschaftlicher Geocacher. Er liebt die moderne Schatzsuche. Anfangs allerdings war der Zerbster durchaus skeptisch. „Ich konnte mir nicht vorstellen, dass auf dieser Welt überall Gegenstände versteckt sind, die man mit einer App orten kann“, gesteht der Familienvater. Inzwischen gibt es kaum ein Terrain, das er nicht schon erkundet hat.

Stets an der Seite des 36-Jährigen ist seine Frau Nicole, die von einer Bekannten aufs Geocaching aufmerksam gemacht wurde. „Sie fand es interessant und wir wollten es dann auch gleich ausprobieren“, schildert Christian Aderholz, wie sie das abenteuerliche Hobby für sich entdeckten. Seit 2013 gehören die Beiden zu der weltweiten Gemeinde der Geocacher. Regelmäßig ziehen sie los, um ein neues Versteck aufzuspüren. „Bisher haben wir alle gefunden“, erzählt der CNC-Schleifer. Mit einer speziellen App begeben sie sich auf die Suche nach den Caches, von denen es mittlerweile verstreut über den Globus gut drei Millionen gibt. Die Größen der kleinen Schätze variieren genauso wie die Orte, an denen sie sich befinden. Die manchmal äußerst winzigen Behältnisse können mitten in einer Stadt liegen, befinden sich allerdings meist in der Natur oder an markanten Bauwerken wie beispielsweise Brücken. Koordinaten führen einen zwar in die Nähe des Verstecks, es bleibt aber ein Umkreis von mehreren Metern, in dem letztlich gesucht werden muss.

Verschiedene Schwierigkeitsstufen

Caches werden in verschiedene Kategorien eingestuft und beschrieben. So erfahren Suchende vorab etwas über das Gelände und die Schwierigkeit, den Schatz zu finden. Auch gibt es einige Tipps zum Aufspüren des wasserdichten Behälters, in dem sich stets ein Logbuch befindet, in dem sich derjenige, der ihn gefunden hat, eintragen kann. Der Fund kann zudem im Internet auf der zugehörigen Seite vermerkt und gegebenenfalls durch Fotos ergänzt werden. Auf diese Weise können andere Personen – insbesondere der Verstecker – die Geschehnisse rund um den Geocache verfolgen.

Bilder

Am häufigsten sind traditionelle Caches, die nur aus einer Station bestehen. Bei „Multis“ hingegen befinden sich an der ersten Station Hinweise auf ein oder mehrere weitere Verstecke. „Mysterys sind etwas schwieriger, da sie mit Rätseln verbunden sind, um an die Koordinaten zu kommen“, erzählt Christian Aderholz. Darüber hinaus würden Nachtcaches existieren, die nur bei Dunkelheit auffindbar sind. „Für Frauen ungeeignet, da sie Angst haben“, bemerkt der 36-Jährige schmunzelnd.

Lost Places sind knifflige Orte

Knifflig gestalte sich oft die Schatzsuche an sogenannten Lost Places, verlassenen Orten wie ehemaligen Fabrikanlagen, alten Gebäuden oder früheren Bunkern. „Ich bin schon hohe Schornsteine raufgeklettert und in rostige Tanks hinein gestiegen“, schildert der Zerbster.

Um an solche Caches heranzukommen, muss man nicht nur schwindelfrei und mutig sein, sondern benötigt ebenfalls die passende Ausrüstung. Taschenlampe, UV-Licht-Lampe, Batterien, Magnete, Leiter und Schraubenzieher haben die Aderholzes dann im Gepäck. Häufig seien sie auch zu Dritt unterwegs, berichtet der 36-Jährige von einem Arbeitskollegen und Freund, der ebenfalls vom Geocaching-Fieber infiziert ist. „Es macht allen großen Spaß, da man in der Natur unterwegs ist und viele Orte kennenlernt, die man in der Umgebung noch nie gesehen hat“, sagt er.

Spielfiguren zum Tauschen

Nicht zuletzt ist Geocaching auch für den Nachwuchs reizvoll, wie Christian Aderholz erzählt. „In den ersten Jahren fanden wir es toll, dass wir als Familie mit zwei kleinen Kindern dieses Hobby betreiben konnten.“ Begeistert suchten Mia und Moritz mit ihren Eltern mit und freuten sich riesig, wenn sie tatsächlich einen Schatz fanden.

„In vielen Dosen gibt es ja kleine Geschenke wie Spielfiguren, Plüschtiere oder Matchbox-Autos, die man tauschen kann“, erzählt der 36-Jährige, der in seiner Freizeit als Mitglied bei den Walternienburger Burgschützen noch zu Pfeil und Bogen greift. Hier hat er seine Ziele stets im Visier, beim Geocaching muss er sie erst aufspüren.

Schnitzeljagd muss geheim bleiben

Und eines ist dabei ganz wichtig: Menschen, die sich nicht für diese originelle Art der Schnitzeljagd interessieren, sollen von der Suche und der Lage eines Caches möglichst nichts mitbekommen. Übrigens gibt es wirklich überall solche Geheimverstecke – sogar auf dem Mount Everest oder am Südpol kann man fündig werden.