Zerbst l Gestern um 3 Uhr endete die Nacht für die Bauhofmitarbeiter. Da alarmierte sie ihr Chef Michael Lindner. Nach dem Blick aus dem Fenster auf die frostige Landschaft rief er sie zusammen. Eine dreiviertel Stunde später rückten die Frauen und Männer aus, um Salz auf die glatten Straßen zu streuen. Der Berufsverkehr sollte nicht ins Rutschen geraten.

28 Mitarbeiter

Es war erst der zweite Einsatz in diesem bislang schneearmen Winter. Eine Prognose, ob sich das noch ändert, wagt Lindner nicht. Vielmehr verfolgt der Leiter des städtischen Bau-und Wirtschaftshofes neben den eigenen Wetterbeobachtungen täglich die Vorhersagen und verrät: „Man schläft unruhig.“

Den 28 Mitarbeitern geht es ähnlich. Stets müssen sie zu dieser Jahreszeit damit rechnen, dass ihr Dienst nicht regulär um 6.45 Uhr startet, sondern eher beginnt und sie Straßen, Gehwege und Plätze von Eis oder Schnee befreien müssen. 20 Fahrzeuge – angefangen beim zum Schneepflug umgerüsteten Großflächenmäher bis zum Multicar – stehen den Frauen und Männern dafür zur Verfügung.

Ausreichend Streusalz ist eingelagert. „170 Tonnen haben wir insgesamt – in 25-Kilo-Säcken, Big Packs und lose“, erzählt Michael Lindner. Darüber hinaus werden die beiden Silos – eins steht auf dem Bauhofgelände in Zerbst, ein zweites am Standort in Lindau – je nach Bedarf nachgefüllt. Diese Hochbehälter allein fassen bereits jeweils 27 Tonnen Salz. Zum Vergleich: „Pro Winterdiensteinsatz verbrauchen wir etwa 15 Tonnen Streusalz“, erläutert Lindner.

170 Tonnen Salz

Neben den Gemeindestraßen kümmern sich seine Leute um die Ortsverbindungen, auf denen der Schulbus langfährt. Hinzu kommen die Anliegerpflichten der Stadt, die die Bauhofmitarbeiter erledigen müssen. Das bedeutet, dass Bushaltestellen genauso zu beräumen sind wie die Zufahrten zu Feuerwehrgerätehäusern oder die Gehwege vor den kommunalen Grundschulen in Zerbst, Steutz, Walternienburg, Lindau und Dobritz sowie der städtischen Kita „Zum Knirpsentreff“ im Zerbster Amtsmühlenweg.

Nicht zu vergessen sind die Flächen vor den städtischen Verwaltungsgebäuden und den Bürgerhäusern in den Ortsteilen. Auch Parkplätze wie jener an der Stadthalle oder auf der Schloßfreiheit in Zerbst gehören dazu, wie Michael Lindner schildert. Neben der Fahrzeugtechnik sind zudem fünf Handkolonnen im Winterdiensteinsatz.

Ziel sei es, das meiste vorm Beginn des Berufsverkehrs erledigt zu haben, erklärt der Bauhofleiter. „Nur Streuen geht dabei deutlich schneller, als wenn wir noch Schieben müssen“, ergänzt er. Zugleich gibt Michael Lindner zu bedenken, dass seine Mitarbeiter nicht überall zur gleichen Zeit sein können. Vor allem bei anhaltendem Schneefall könnte nicht sofort jede Strecke beräumt sein, hofft er auf Verständnis.

„Alle Verkehrsteilnehmer müssen sich den jeweiligen Straßenverhältnisse anpassen“, wirft Ordnungsamtsleiterin Kerstin Gudella ein. Dies treffe sowohl auf Autofahrer als auch auf Radfahrer und Fußgänger zu, betont sie.

Unterdessen bittet Michael Lindner Grundstückseigentümer, Schnee vom Gehweg nicht auf die Straße zu schieben. Die Gosse müsse frei gehalten werden, damit Tauwasser abfließen kann.

Da sich der Winter momentan eher von seiner wärmeren Seite zeigt, kümmert sich der Bauhof gegenwärtig verstärkt um die Baumpflege – um das Entfernen toter Äste und das Fällen von Bäumen. „Da haben wir viel Nachholbedarf“, gesteht Kerstin Gudella. Daneben gehört der Austausch von Sand auf den Spielplätzen der Einheitsgemeinde zu den derzeitigen Aufgaben. „Bauhofmitarbeiter müssen flexibel einsetzbar sein“, bemerkt Michael Lindner.