Zerbst l Viele unserer Zerbster Leser wussten auf Anhieb, welches Motiv auf dem Heimatfotorätsel dieser Woche zu sehen war.

So auch unser Leser Robert Walk aus Zerbst. Das heutige Ratebild stellt das Rathaus auf dem Markt vor der Zerstörung 1945 von der Ostseite dar. Er erkennt, dass noch knapp ein Türmchen zur Verzierung des Rathauses zu sehen ist. „Vom Fotografen aus links stand damals die Rats- und Stadtapotheke als Eckhaus zum Marktplatz.“

Nach Rathaus folgt Block 38

Robert Walk weiß noch mehr zur Geschichte des Rathauses: „Nach der Zerstörung und nach dem Abriss des Rathauses wurde ein Straßenzugang zum Markt geschaffen und so konnte der Roland von der Heide aus von hinten umfahren werden. Später wurde auf dem ehemaligen Standort des Rathauses der Block 38 errichtet, der dann nach der Wende wieder abgerissen wurde.“

Bilder

Vor zwei Wochen ging der Gewinn an das Willy-Wegner-Seniorenzentrum. Eine Bewohnerin des Wohnbereiches zwei, Gertraud Meinecke, will dieses Mal ihr Glück versuchen. Auch sie erkennt auf dem Foto den Ostgiebel des ehemaligen Rathauses. Aufgenommen wurde es von der Schleibank aus, ist sich die Seniorin sicher.

Viele Zerbster erkennen das Rathaus

Auch Harald Neupert hat den Giebel des früheren Zerbster Rathauses erkannt. Gut erinnern kann er sich an den inzwischen abgerissenen Plattenbau, der später vor der Kirche stand und die Gaststätte im Erdgeschoss.

Auch Helmut Lehmann aus Zerbst hat das Foto sofort richtig zugeordnet: „Das ist das ehemalige Zerbster Rathaus. Es stand auf dem Markt vor der St.-Nikolaikirche und schloss den Markt im Norden ab,“ sagte der Zerbster am Telefon. Auf dem Foto erkannte der Zerbster den Ostgiebel des Rathause.

Im 15. Jahrhundert errichtet

Auch Herbert Leps aus Zerbst erkennt die Giebelseite des Rathauses wieder. „Die Aufnahme zeigt die Hinterseite des Gebäudes. Rechts, wo die Tür ist, war eine Polizeistation.“

Das ehemalige Rathaus blickt auf eine lange Geschichte zurück: Es wurde im 15. Jahrhundert als Backsteinbau errichtet, später erweitert und mehrfach renoviert. Es hatte ein Renaissance-Portal und beherrschte zusammen mit der dahinter liegenden Nicolaikirche im Norden den Marktplatz, das Zentrum der Bürgerstadt.

Kinder spielen auf Ruine des Rathauses

Dass die alten Rathausgiebel aus dem 15. Jahrhundert stammten, wusste auch Charlotte Sauer. „Schade, dass alles kaputt ist“, so die Volksstimme-Leserin.

Dieter Heringshausen erkannte das Motiv ebenfalls sofort. „Als Kinder haben wir in der Ruine des Rathauses gespielt“, verriet der Zerbster. Er erzählte von einem Tunnel, der vom Gebäude rüber zur einstigen Bank führte. Auch an die öffentliche Toilette, die sich auf der Rückseite des Gebäudes befand, erinnerte er sich.

Einmalige Schönheit des Gebäudes

„Das Zerbster Rathaus war ein Prachtbau“, schwärmte Ursula Hackemesser. Die Zerbsterin habe es noch mit eigenen Augen gesehen und erinnert sich noch heute an die einmalige Schönheit des Gebäudes. Das heutige Rathaus sei auch ein Prachtbau, doch stehe es an der falschen Stelle. „Es müsste direkt am Markt stehen“, findet sie.

Andreas Indenbirken glaubte auf dem Bild das alte Gerichtsgebäude zu erkennen. „Die Aufnahme wurde von der Brüderstraße aus Richtung Markt gemacht“, ist sich Indenbirken sicher, lag aber leider falsch.

Wunsch nach Wiederaufbau

Auch Detlef Teßmann hat das Rästelfoto entschlüsselt und den Rathaus-Giebel erkannt. Ebenso wie Hartmut Siebert, der weiß, dass das 1945 zerstörte Rathaus zwei sich ähnelnde Giebel hatte. Die Zerbster hätten es sich gewünscht, dass das Rathaus nach dem Krieg wieder aufgebaut wird.

Der blaue Volksstimme- Kaffee-Pot geht in dieser Woche an Herbert Leps aus Zerbst.

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