Zerbst l „Wunderbar“, freut sich Norman Bergmann über den Titel „Volksstimme-Prophet 2018“. Der 37-Jährige gehörte zu den sieben Teilnehmern unserer Hellseher-Aktion, die mit ihren Prophezeiungen am genauesten lagen. Sie alle sagten die meisten Entwicklungen in der Einheitsgemeinde Zerbst richtig voraus. Aus dem Grund musste dieses Mal das Los entscheiden, wer den Titel tragen darf. Und das Glück traf den jungen Zerbster, der sich erstmals an der Zukunftsdeutung beteiligte.

Sieben Mal richtig

„Ich hatte etwas Zeit, also füllte ich den Coupon aus“, erzählt Norman Bergmann lächelnd. Ein „kleines Ratespiel“ sei das durchaus gewesen, gesteht er. Manches allerdings habe man abschätzen können. „Ich habe schon genau über die einzelnen Fragen nachgedacht“, erklärt der 37-Jährige. Vor allem bei den Bauprojekten habe er überlegt, beispielsweise ob die rechtzeitige Fertigstellung der Lusoer Straße gelingt oder ob endlich der Spatenstich für das AWO-Gebäude an der Breite erfolgt. Sieben Mal lag Norman Bergmann mit seinen Prognosen richtig, was ihm letztlich als Preis eine digitale Fotokamera bescherte.

Insgesamt 47 Leser hatten sich Gedanken über den Verlauf des vergangenen Jahres gemacht. Sie schätzten, vermuteten und überlegten, bevor sie schließlich endgültig ihr Kreuz unter eine der zehn Fragen setzten.

Neun Fragen gewertet

In die Wertung gingen am Ende allerdings nur neun Fragen ein. Da die Sanierung des einstigen Zerbster Frauenklosters auch 2018 noch nicht startete, kann bislang nicht gesagt werden, ob die eingeplanten Gelder für die Umsetzung des Projektes ausreichen – genau das wollten wir bei Frage 8 wissen, die somit entfiel. Die meisten vermuteten übrigens, dass der Kostenrahmen um bis zu 500.000 Euro überschritten wird, einige wenige glaubten sogar, dass das Vorhaben um mehr als eine Millionen Euro teurer wird.

Die anderen Antworten hingegen waren eindeutig:

Als erstes wollten wir da wissen, ob die Arbeiterwohlfahrt (AWO) 2018 mit der Errichtung ihres Gebäudekomplexes mit altersgerechten Wohnungen und einigen Gewerbeeinheiten an der Breite beginnt. Außer, dass die verwilderte Hügellandschaft inzwischen glatt geschoben wurde, tat sich dort jedoch nichts.

Eindeutig mit Ja zu beantworten war die Frage, ob die Deutsche Bahn ihren Zeitplan einhält und die Sperrung der Strecke Zerbst-Magdeburg vom 2. Mai bis 22. Juni wieder rechtzeitig aufhebt.

Geburtenzahl

Unterdessen hat wohl wirklich niemand geahnt, dass die Zerbster Helios-Klinik ihre Entbindungsstation zum 1. Juli 2018 schließt. Das wirkte sich auf die Anzahl der Geburten aus, die es abzuschätzen galt. Bis sich die Türen des Kreißsaals schlossen, kamen dort 94 Babys auf die Welt – 50 Mädchen (einschließlich eines Zwillingspaares) und 44 Jungen.

Nur neun Leser lagen mit ihrem Tipp richtig, dass sich genau fünf gleichgeschlechtliche Paare in der Einheitsgemeinde Zerbst das Ja-Wort geben.

Rekord nicht geknackt

Anders schaute es hinsichtlich der Exotenschau in Walternienburg aus. Die meisten Teilnehmer vermuteten, dass der Rekord aus dem Jahr 2016 mit 850 Besuchern nicht geknackt wird – obwohl nicht viel gefehlt hat. Immerhin 830 Kinder und Erwachsene schauten sich die farbenprächtigen Papageien und Sittiche an. Allein am ersten der beiden Ausstellungstage kamen bereits 350 Besucher – so viel wie noch nie an einem Sonnabend.

Etwas mehr als die Hälfte der Hobby-Wahrsager prophezeite korrekt, dass der grundhafte Ausbau der Lusoer Straße in Zerbst pünktlich Ende September fertig gestellt ist. Sogar einen Monat früher als geplant, konnte die Straße wieder für den Verkehr freigegeben werden.

Kinderförderungsgesetz

Bis auf sieben Teilnehmer bezweifelten alle anderen, dass die Novellierung des Kinderförderungsgesetzes die Servicepauschale aufhebt. Diese wird es als separate Pauschale nicht geben. Vielmehr fließen die Kosten für die Hauswirtschaftskräfte in die Leistungsentgelte ein, die der Kita-Träger mit dem Landkreis verhandelt.

Fast alle Freizeithellseher waren sicher, dass nach der Bundestagswahl 2017 mit herben Verlusten für CDU und SPD doch noch eine Große Koalition zustande kommt und sie behielten Recht. Am 14. März 2018 nahm die GroKo unter Angela Merkel ihre Arbeit auf.

Umweltzentrum

Zu guter Letzt ging es um das Umweltzentrum Ronney und die Frage, ob die 10.000er Marke an Besuchern und betreuten Schülern geknackt wird. Das geschah nicht. 2018 zählte die Einrichtung 5200 Gäste aus Dessau, Köthen, Bernburg, Magdeburg, Osternienburg, Zerbst usw. Hinzu kamen 3800 Mädchen und Jungen in den Schüler-Arbeitsgemeinschaften.