Zerbst l „Der Verein kümmert sich um die rechtliche Betreuung volljähriger Menschen, die ihre Alltagsangelegenheiten nicht selbst regeln können“, erklärt Dietrich Landmann. Der Geschäftsführer der Zerbster Diakonie ist Gründungsmitglied und Vorsitzender des seit 1992 bestehenden Betreuungsvereins.

Neu im Team

„Wir haben eine vielfältige Klientel. Es handelt sich um psychisch Kranke, aber auch körperlich, geistig oder seelisch behinderte Menschen“, erläutert Beatrice Enzenberg. Sie ist für die Verwaltung und Finanzbuchhaltung des Vereins verantwortlich, der sich durch das Ausscheiden zweier Mitarbeiterinnen in einer Umbruchsphase befindet.

„Heidemarie Hain ging in den Ruhestand und Manuela Krüger hat sich als Berufsbetreuerin selbständig gemacht“, erzählt Beatrice Enzenberg. Bereits zu Jahresbeginn ist deshalb Kerstin Niese neu zum Team gestoßen.

„Zur Zeit habe ich 20 Betreuungen“, berichtet sie von den regelmäßigen Besuchen bei ihren Schützlingen. Es sind Frauen und Männer jeden Alters, die teils zu Hause leben, aber auch in Pflegeheimen oder Behinderteneinrichtungen – in Zerbst, Coswig und Bärenthoren. Kerstin Niese hilft ihnen beim Ausfüllen von Formularen und wichtigen Anträgen für Rententräger, Krankenkassen, Banken, Jobcenter oder Sozialamt. Darüber hinaus übernimmt sie die Begleitung bei Arztbesuchen oder das Auszahlen von Taschengeld.

Als zweite Vereinsbetreuerin wird fortan Karin Zander aktiv sein, wie Dietrich Landmann verrät. Er selbst engagiert sich ehrenamtlich als Betreuer einer demenzkranken älteren Dame und möchte diese bereichernde Erfahrung nicht missen. „Man wird mit Lebenssituationen konfrontiert, von denen man vielleicht selbst einmal betroffen ist.“ Dietrich Landmann betrachtet dies als Gewinn für eigene künftige Entscheidungen, über die man sich auf diese Weise eher Gedanken macht.

Zugleich hofft er, dass sich noch mehr von dem Vereinsziel anstecken lassen, die Rechte hilfloser Menschen zu sichern. Mitunter passiert es schneller als vermutet, dass jemand plötzlich einen Betreuer benötigt. Deshalb sucht der Zerbster Verein dringend weitere Mitstreiter. Interessierte können gern auf der morgigen Mitgliederversammlung vorbeischauen, die öffentlich ist.

Thema: Erben

Eingeläutet wird die Veranstaltung mit einem Vortrag zum Thema „Vererben/Erben“. Denn zu den Aufgaben des Vereins zählt ebenfalls die Beratung von Angehörigen, ehrenamtlichen Betreuern und Menschen, die persönliche Vorsorge treffen wollen. Auch das Informieren über Vorsorgevollmachten, Patienten- oder Betreuungsverfügungen gehört dazu. Nicht zuletzt erhalten Angehörige und Ehrenamtliche vom Verein Unterstützung, wenn sie jemanden betreuen.

Der Betreuungsverein hat seinen Sitz auf der Schloßfreiheit 7 in Zerbst. Das Büro ist telefonisch unter 03923/62 17 17 zu erreichen. Sprechzeit ist montags von 14 bis 16 Uhr.