Erinnerungskultur

In Walternienburg sollen alte Grabsteine gesammelt werden

Aufgehübscht: die Urnengemeinschaftsanlage auf dem Walternienburger Friedhof. Foto: Petra Wiese

Walternienburg. Insgesamt befinden sich 14 Friedhöfe in Dörfern der Einheitsgemeinde Zerbst in kommunaler Hand.  Auf einigen gibt es sie bereits, die Urnengemeinschaftsanlagen. Die Tendenz zu anonymen Bestattungen ist da. Möglichst wenig Pflegeaufwand ist vor allem für Angehörige, die von außerhalb kommen und nur ganz selten den Friedhof besuchen, wünschenswert.

Urnengrabanlage wurde neu gestaltet

In Steutz, Walternienburg und Dobritz gibt es schon länger Urnengemeinschaftsanlagen auf den Friedhöfen. In Buhlendorf wurde 2014 eine neu errichtet,  2017 eine in Gödnitz. Die Anlage auf dem Walternienburger Friedhof wurde jetzt gerade neu gestaltet. Der Rasen soll noch nachgesät werden. Eine vergrößerte Kiesfläche soll es ermöglichen, noch weitere Tafeln mit den Namen der Verstorbenen aufzustellen.

Von einer massiven Entwicklung, dass Gräber zurückgebaut werden, sprach der Walternienburger Ortsbürgermeister Jörg Hausmann im jüngsten Ortschaftsrat. Auch dazu hat der rege Ortsbürgermeister eine Idee. Die Grabsteine, die die Eigentümer nicht mehr verwenden und die sonst entsorgt würden, könnte man sammeln. 

Für diese Grabsteine würde sich ein Platz auf dem Friedhofsgelände finden, um sie ohne großen Aufwand hinzustellen – als Walternienburger Geschichte. Die Namen der Leute auf den Grabsteinen bleiben. „Die Erinnerungskultur aufleben lassen“, beschrieb es Jörg Hausmann. Margitta Steinz fand das eine schöne Idee. Alle Ratsmitglieder sprachen sich dafür aus. Voraussetzung ist natürlich das Okay von der Stadt, und dann müssen die Angehörigen gefragt werden, ob sie den Grabstein überlassen. Das Friedhofsgelände in Walternienburg ist groß. Viel Rasenfläche gibt es, die über den Sommer bewässert wird. Platz genug wäre für die Sammlung der ausgedienten Grabsteine.