Straguth l Hartnäckig dranbleiben lohnt sich. Das zeigt sich jetzt wieder in Straguth. Hier hatte es in der Vergangenheit immer wieder Nachfragen zum Anschluss der Ortschaft an die Erdgasversorgung gegeben. Der neue Ortsbürgermeister Hans-Günter Seidler griff die Angelegenheit gleich nach Amtsantritt wieder auf. Bei der neuerlichen Befragung waren 66 Interessenten für einen Erdgasanschluss zusammen gekommen. Jetzt besteht Hoffnung, dass Straguth und Badewitz tatsächlich angeschlossen werden.

Am Mittwochabend hatten die Gasstadtwerke Zerbst GmbH (GSZ) und ihr Partnerunternehmen Erdgas Mittelsachsen GmbH (EMS) zu einem Informationsabend eingeladen. Um die 60 Einwohner fanden sich zu der Versammlung ein. Diese begrüßte Ortsbürgermeister Hans-Günter Seidler in der Straguther Kirche. Woanders hätte man die Zahl der Leute schwerlich unterbringen können.

65 bis 70 Vorverträge wären nötig

„So eine Bürgerversammlung machen wir nicht zum ersten Mal“, sagte GSZ-Geschäftsführer Jürgen Konratt, „aber zum allerersten Mal in einer Kirche.“ Neun Bürgerversammlungen habe es schon gegeben. Die seien niemals umsonst gewesen, es habe dann immer ausreichend Interessenten für eine Erschließung gegeben, so Konratt. 65 bis 70 Vorverträge sind hier notwendig, um zu sagen, wir fangen hier an, machte er den Straguthern deutlich. Bis Mitte/Ende März sollen die Vorverträge vorliegen. Die seien unverbindlich und werden erst verbindlich, wenn gebaut wird.

EMS-Chef Jens Brenner machte dann einige Ausführungen zu den Unternehmen und erklärte, wie und was gebaut wird. Eine Gasdruckregelstation würde in Badewitz stehen. Von dort aus geht die Leitung dann in Richtung Straguth. Aus wirtschaftlicher Sicht habe man hier gute Voraussetzungen, so Brenner, die Leitung ist relativ nah. Auch die konkreten Kosten wurden den Einwohnern dargestellt.

Erfahrungen austauschen

Wenn genug Vorverträge zusammen kommen, beschließt der Aufsichtsrat über das Vorhaben. Das wird am 18. Juni sein, kündigte Jürgen Konratt an. Dann gibt es sofort die Info, ob gebaut wird. Und dann könnte im Herbst Baubeginn sein. Versprechen könne man zeitlich nichts, so Jens Brenner. Eine Fertigstellung nächstes Jahr im Sommer wäre realistisch.

Zur Bauweise, zu Mindestabnahme oder zur Möglichkeit, sich später anzuschließen, kamen die Fragen der Einwohner. Jürgen Konratt riet den Leuten, Freunde, Bekannte und Verwandte in den Nachbardörfern, die schon erschlossen sind, nach ihren Erfahrungen zu fragen. Hans-Günter Seidler empfahl seinen Mitbrügern, bis zu Ende zu überlegen. Wenn über eine neue Heizung nachgedacht werde, dann wäre es sinnvoll, dies im Zuge der Gesamtmaßnahme zu tun. „Wenn zu viele zögern, fällt das aus“, gab er zu bedenken und sprach abschließend der Straguther Kirchengemeinde seinen Dank aus, dass man das Gotteshaus nutzen durfte.

Nun sind die Straguther und Badewitzer (für den Gollbogen und die Zollmühle sieht es eher schlecht aus mit einem Anschluss) gefragt. Sie können nun das Infomobil mit den Beratern nutzen, wenn sie weitere Fragen haben. Das steht am Sonnabend, 8. Februar, auf dem Dorfplatz an der Friedenseiche in Straguth von 10 bis 14 Uhr. In Badewitz macht es am Sonnabend, 15. Februar, Station am Kriegerdenkmal auch in der Zeit von 10 bis 14 Uhr.