Zerbst l Der Breitbandausbau in der Einheitsgemeinde Zerbst ist auf der Zielgeraden – zumindest in Zerbst und den allermeisten Ortschaften. In den zurückliegenden Monaten ist es laut Unternehmenssprecher der Deutschen Telekom allerdings zu Verzögerungen gekommen. Grund hierfür seien einerseits das verzögerte Zustimmungsverfahren für die in Zerbst zu verlegenden Kabel und Rohre, zweitens die Kapazität der beauftragten Firma und drittens die Witterung zu Beginn des Jahres 2019.

Erste Anschlüsse

„Zur Beschleunigung des Verfahrens werden ab sofort fortlaufend Teilinbetriebnahmen durchgeführt“, sagt Unternehmenssprecher Georg von Wagner. Damit wolle man die schnellstmögliche Nutzung fertiggestellter Breitband-Anschlüsse ermöglichen. „Es wird angestrebt, die ersten Anschlüsse ab Ende April zur Verfügung zu stellen“, stellt von Wagner in Aussicht. Im neuen Netz seien das Telefonieren, Surfen und Fernsehen gleichzeitig möglich. Das gelte auch für Musik- und Video-Streaming oder das Speichern in der Cloud.

„Das maximale Tempo beim Herunterladen steigt auf bis zu 100 Megabit pro Sekunde (MBit/s) und beim Hochladen auf bis zu 40 MBit/s“, betont von Wagner. Die Telekom habe dafür rund 107 Kilometer Glasfaser verlegt, 121 Verteiler neu aufstellt oder mit moderner Technik aufgerüstet und fast 25 Kilometer Tiefbauarbeiten durchgeführt. „Wer die schnellen Internetanschlüsse nutzen möchte, kann sie ab Ende April online, telefonisch oder im Fachhandel buchen“, sagt Thomas Otto, Regionalmanager der Deutschen Telekom.

Ausbau in den Orten

Bei der MDSL (Mitteldeutsche Gesellschaft für Kommunikation mbH Magdeburg) liegt man ebenfalls gut im Zeitplan. „Wir werden wahrscheinlich im April die Tiefbauarbeiten abschließen“, sagt Geschäftsführer Andreas Riedel.

Dann müsse noch die Netzkopplung mit der Telekom erfolgen. „Außerdem muss die Avacon uns noch überall Strom zur Verfügung stellen, beantragt ist alles“, sagt Andreas Riedel. Wie lange dies dauere, könne er nicht sagen. Das hänge von der Avacon ab.

„Wir hoffen mal, dass bis zum Ende der Sommerferien im August alles erledigt ist und wir online sind, wir freuen uns natürlich über jeden Tag früher“, so Riedel. Die MDSL hat den Ausbau in Gehrden, Gödnitz, Flötz, Walternienburg, Güterglück, Nutha Siedlung, Trebnitz, Töppel, Moritz, Schora, Nutha, Hohenlepte, Niederlepte, Badetz, Tochheim, Eichholz, Leps, Kermen, Bias, Pakendorf, Jütrichau, Wertlau, Quast, Lietzo und der Neuen Sorge übernommen.

Gewerbegebiet ans Netz

Die Wittenberg-Net plant die Fertigstellung aller Orte im zweiten Quartal 2020. Dies betrifft Bärenthoren, Bone, Bonitz, Pulspforde, Gollbogen, Kerchau, Kleinleitzkau, Luso, Mühlsdorf und Kuhberge. „Auch wir hoffen natürlich den Ausbau früher abschließen zu können“, sagt Karsten Siebner, Geschäftsführer der Wittenberg-Net auf Volksstimme-Nachfrage. Die umfangreichen Genehmigungsverfahren stünden kurz vor dem Abschluss, sodass dann mit den Tiefbauarbeiten begonnen werden könne. Probleme gibt es aber auch mit den Stromanschlüssen der Verteilerkästen.

„So wie ein Ort fertig ist, geht dieser auch ans Netz“, so Siebner. Beim Gewerbegebiet Coswiger Straße in Zerbst fehle noch eine Genehmigung eines Autohausbesitzers. „Hier steht der Verteilerschrank einige Zentimeter auf dessen Grundstück. Liegt die vor, kann das Gewerbegebiet ans Netz gehen“, so Karsten Siebner.

„Die Stadt steht im engen Kontakt mit den Ausbaufirmen. Das Planungsamt drängt auch massiv, die Arbeiten zu forcieren“, sagt Bürgermeister Andreas Dittmann (SPD). Da wo die Verwaltung Einfluss nehmen könne, tue man das auch. „So haben die Stadtwerke mit der Stromversorgung Zerbst erhebliche Anstrengungen unternommen, um die erforderlichen Elektroanschlüssen zu verlegen“, so Dittmann.

In den Ortsteilen sei aber die Avacon Netzbetreiber, da ende dann die Einflussmöglichkeit. Die Erwartungshaltung der Bürger, endlich einen leistungsstarken Breitbandanschluss zu bekommen, sei hoch.

„Die Ungeduld kann ich verstehen, mir geht es da nicht anders. Ich denke, dass jeder in unserer Einheitsgemeinde sehen kann, dass daran gearbeitet wird. Ich kann nur begrüßen, dass parallel zum Ausbau fertig gestellte Abschnitte auch freigeschaltet werden“, betont der Rathauschef.