Lindau l Eigentlich hätten Anett und Arnold de Vries in Lindau, die Familie und zahlreiche Helfer seit ein paar Tagen Kopf gestanden, um das Hoffest vorzubereiten. Doch es ist ruhig bei JAARE. Corona machte einen Strich durch die Rechnung. „Ein fünfstelliger Umsatz geht uns verloren“, schätzt Anett de Vries die Einbußen durch den Ausfall. Vieles war vorbereitet, Fleisch und jede Menge Käse produziert.

Nun wäre es schade um die leckeren Sachen. Auch Käse kann nicht ewig liegen, wenn er zu reif ist, will ihn niemand mehr haben. So kam Anett de Vries auf die Idee der Osterpakete. Es besteht die Möglichkeit, die Pakete individuell zu füllen. Das Paket wird verpackt und per Post verschickt. Eine Karte mit Osterwünschen kann ergänzt werden. Natürlich kann auch abgeholt werden, freut sich Anett de Vries nach wie vor über die Kunden im Hofladen, denn der ist weiter geöffnet.

Wichtige Kunden weggebrochen

Doch nicht nur durch das ausfallende Hoffest macht sich die Corona-Krise bemerkbar. „Wir haben einen relativ großen Kunden in Berlin, der Restaurants belieferte“, erzählt die Käsemacherin. Und auch andere Restaurants, die von JAARE Fleisch und Käse abnehmen, sind geschlossen. Diese Schiene ist weggebrochen.

Doch Anett de Vries ist optimistisch: „Wir kommen da durch.“ Sie konnte feststellen, dass die Leute jetzt mehr regionale Produkte kaufen. Das sei auch bei den Wiederverkäufern – Hofläden, die zu den eigenen Produkten weitere im Angebot haben – in der Altmark, in Querfurt oder in der Börde so. Die Nachfrage ist gestiegen. Woran das liegt, kann sie nicht sagen. Werden sich die Leute gerade mehr bewusst, woher sie ihr Nahrungsmittel nehmen? Oder wollen sie nur die großen Supermärkte meiden?. Anett de Vries kann sich nur wünschen, dass dieses Kaufverhalten auch nach der Krise weiter anhält. Sie und ihr Mann Arnold sind derzeit viel häufiger unterwegs, um Kunden zu beliefern.

200 Lämmer auf dem Hof

Auch die Arbeit auf dem Hof ist trotz Corona die gleiche geblieben. Schließlich müssen die Tiere gefüttert, gemolken und sauber gehalten werden. 300 Mutterschafe gibt es auf dem Hof, dazu 200 Lämmer. Nur ein paar liegengebliebene Sachen konnte Arnold de Vries aufarbeiten, anstatt das Hoffest vorzubereiten. Noch vor der Ausgangssperre hat man sich auf einen Ausweichtermin am 7. Juni verständigt. Alle Helfer und Beteiligten haben da auch schon zugesagt. Aber ob da tatsächlich gefeiert werden kann, bezweifelt Anett de Vries.

In den Genuss des extra neu kreierten Camembert mit Bärlauch können derweil die Kunden kommen, die ein Osterpaket bestellen oder direkt kaufen.

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