Zerbst. „Wie in vielen Vereinen so ist das auch bei uns – der jugendliche Nachwuchs fehlt“, erklärte Hans-Joachim Heinemann. Es sei schwierig, vor allem junge Menschen, die von Berufswegen noch nicht sesshaft in der Region seien, für ihr sehr arbeitsintensives, aufopferungsvolles Hobby zu begeistern, weiß der Vorsitzende der Zerbster Rassekaninchenzüchter.

Zwölf Mitglieder zählt der Verein, der bereits 1898 gegründet wurde. Das 120-jährige Bestehen haben „wir auch im Zerbster Heimatkalender 2018 geschichtlich dokumentiert“, erinnerte Heinemann während der Jahreshauptversammlung an das zurückliegende Doppeljubiläum. So veranstaltete der Verein Anfang Dezember die 10. offene Rammler- und Lokalschau.

Kaum Würfe mit wenig Tieren

Weniger erfreulich fielen die Zuchtergebnisse aus. „Der Erfolg blieb für einige Züchter, die mit ihren Tieren Ausstellungen beschicken und mit Pokalen und Preisen belohnt werden wollten, auf der Strecke“, bedauerte der Vorsitzende. „Viele Häsinnen verwarfen ihre Geburten oder kümmerten sich dann nicht um den Nachwuchs“, schilderte er. Letztlich konnten nur 199 Tiere von 50 Würfen großgezogen werden.

„Besonders hart traf es den Altzüchter Winfried Neumann – seit 50 Jahren dabei und zum ersten Mal in seiner züchterischen Laufbahn fehlten seine Tiere auf der Ausstellung“, erzählte Heinemann. „Trotzdem konnten wir angesichts der erreichten Ausstellungsergebnisse doch qualitativ recht gute Tiere herauszüchten“, konstatierte er.

Qualitativ gute Aufzuchten

Das bestätigte Zuchtwart Walter Schneider. Er zog in Anbetracht der schwierigen Voraussetzungen am Ende ebenfalls eine positive Bilanz. Mit der Unterstützung der Wittenberger und Oranienbaumer Züchter sei die zehnte Auflage der Rammler- und Lokalschau doch ein Erfolg gewesen.

91 Tiere in 13 Rassen und Farbenschlägen gab es zu bestaunen. Von Blauen Wienern über Rote Neuseeländer bis zu Genter Bartkaninchen reichte das Spektrum der kuschligen Langohren. Ein Dankeschön für die geleistete Zuchtarbeit ging in dem Zusammenhang an die drei Vereinsmeister Kurt Löwigt, Klaus Gensch und Wilfried Belger.

Ehrung verdienter Züchter

Der Rückschau folgte der Ausblick. „Wir werden uns im Mai auf der Zerbster Gewerbefachausstellung mit unseren Tieren präsentieren“, wies Heinemann hin. „Der Hauptschwerpunkt aber liegt auf der Zucht wertvoller Tiere, welche wir auf verschiedenen Ausstellungen ab Juli den Preisrichtern vorstellen wollen“, betonte er. Der Höhepunkt werde dann zum Jahresabschluss die 11. offene Rammler- und Lokalschau sein, die am 30. November und 1. Dezember stattfindet.

Die Jahreshauptversammlung diente ebenfalls als passende Kulisse, um verdiente Züchter zu ehren. Das übernahm Hans-Joachim Heinemann in seiner Doppelfunktion als Vorsitzender des Kreisverbandes Anhalt – Mittlere Elbe und Zerbster Vereinsvorsitzender. Im Auftrag des Landesverbandes der Rassekaninchenzüchter Sachsen–Anhalt zeichnete er Walter Schneider mit der silbernen Verdienstnadel aus. Die Ehrennadel des Landesverbandes in Bronze überreichte er Annett Bringezu und Günter Neumann.