Ronney/Köthen l „Wir sind froh, dass die Geschichte eine Ende gefunden hat und hoffen, dass wir es besser hinkriegen“, sagt Hartmut Kühnel, Vorsitzender des Trägervereins Umweltzentrum Ronney. In all die Hoffnung hatten sich bis zuletzt doch gewisse Zweifel gemischt, ob der Kreistag dem Vertrag zur Übernahme der Öko-Schule tatsächlich zustimmt. Nach der Beschlussfassung am Donnerstagabend herrscht nun Erleichterung, dass die gut drei Jahre dauernden Verhandlungen nun ihren Abschluss gefunden haben.

Lernort bekannter machen

Zahlreiche Gespräche mit dem Landkreis und dem Schulverwaltungsamt seien in den Jahren geführt und Einigungen erzielt worden, die nach mehreren Monaten widerrufen wurden, erinnert sich Kühnel an den zähen Verlauf zur Lösungsfindung. Anfang dieses Jahres wurden Kühnel zufolge sogar die Zahlungen aus dem alten Vertrag einfach eingestellt. Ein Rechtsanwalt wurde seitens des Umweltzentrums eingeschaltet. „Das war mit Kosten für uns verbunden, aber hat geholfen“, so der Vereinsvorsitzende.

Mit dem Beginn des neuen Schuljahres wechselt die Öko-Schule – eine von sechs in Sachsen-Anhalt – nun in die Trägerschaft des Umweltzentrums, der bislang nur als Betreiber agierte. Hartmut Kühnel sieht darin die Chance, dem „Kind“ wieder auf die Beine zu helfen, die Öko-Schule als außerschulischen Lernort zu erhalten und wieder attraktiver zu machen. Sonst wäre die Einrichtung zum Tode verurteilt gewesen, ist er sich sicher. Offensichtlich wurde die Öko-Schule in den vergangenen Jahren immer mehr vernachlässigt.

Weniger Schulklassen

Seit elf Jahren habe der Landkreis nichts dafür getan, Schulklassen nach Ronney zu locken, spricht Kühnel von „einem nicht vorhandenen Engagement“. Da sei jetzt eine umfangreiche Akquise nötig. Es gebe nur noch wenige Lehrer, die die Öko-Schule kennen. Die Schülerzahlen seien stetig nach unten gegangen. „Wir hatten mal 2000, jetzt sind es zwischen 600 und 700“, schildert er. Entsprechend seien die Lehrerstunden gekürzt worden. Zuletzt waren nur noch zwei Lehrer mit zusammen 14 Stunden abgeordnet – damit konnte nur noch an zwei Tagen in der Woche Öko-Schul-Unterricht durchgeführt werden.

„Als Träger können wir selbst in die Werbung gehen“, sagt Hartmut Kühnel. Zudem können die Angebote von Öko-Schule und Umweltzentrum besser koordiniert und organisiert werden. Das Anliegen der Projekte ist bei beiden Einrichtungen gleich oder ähnlich gelagert. Es geht um nachhaltige Umweltbildung, um ökologische, umwelt- und naturschutzrelevante Themen.

Neue Aufgaben

Der vom Kreistag bewilligte Vertrag tritt zum 1. August 2019 in Kraft und gilt für eine Dauer von zehn Jahren. Zur Finanzierung der Sach-, Betriebs- und Unterhaltungskosten sowie der Ausgaben für das Personal zur Führung der Öko-Schule erhält der Förderverein vom Landkreis einen jährlichen Zuschuss von 50.000 Euro. Bislang belief sich der überwiesene Betrag zum Betrieb der Einrichtung auf 62.700 Euro.

Mit den neuen Aufgaben, die sich das Umweltzentrum mit der Übernahme der Öko-Schule stellt, ist Hartmut Kühnel derweil auf der Suche nach einem neuen Mitarbeiter. Eine erzieherische oder pädagogische Ausbildung ist Voraussetzung oder der Wille, diese berufsbegleitend wahrzunehmen. „Im Sommer sollte Der- oder Diejenige nicht auf 40 Stunden gucken“, so der Trägervereinsvorsitzende, bei dem sich Interessenten melden können (cahakue@hotmail.de).