Zerbst l Die Lehrersuche in Zerbst ist milde formuliert bisher bescheiden gelaufen. Das Schulverwaltungsamt Sachsen-Anhalt formuliert es anders – wesentlich hoffnungsreicher : „Die Stellenausschreibung ist noch nicht abgeschlossen.“

Mehrere Bewerber

Der aktuelle Stand verrät aber wenig hoffnungsvolles: Es waren insgesamt sechs Stellen an allgemeinbildenden Schulen in Zerbst und den Ortsteilen ausgeschrieben. Bis Dezember war Zeit sich zu bewerben in allen Schulformen, die Zerbst zu bieten hat: Grundschule, Förderschule, Sekundarschule und Gymnasium. Nach Stand im Januar gab es für jede der Stellen mehrere Bewerber. Lediglich eine Stelle konnte aber zum jetzigen Zeitpunkt schon als besetzt vom Schulverwaltungsamt gemeldet werden .

„Die Stellenbesetzung in der Stadt Zerbst war leider weniger erfolgreich als in anderen Regionen“, sagt Silke Stadör, Sprecherin des Landesschulamtes Sachsen-Anhalt. Räumt aber auch ein: „Wir bieten alle unbesetzt gebliebenen Stellen Bewerberinnen und Bewerbern an, die noch kein Einstellungsangebot bekommen haben und die Zugangsvoraussetzungen erfüllen. Wir hoffen, noch einzelne Stellen besetzen zu können.“

Hauptgrund der bisher noch fünf unbesetzten Stellen sei vor allem, dass die Bewerber nicht die nötigen Zugangsvoraussetzung für die Jobs mitbrächten.

Landesweit ist insbesondere die Stellenbesetzung an Förder- und Sekundarschulen schwierig und die Bewerberlage sehr schlecht. Vor allem interessierte Seiteneinsteiger, die mittlerweile vom Land Sachsen-Anhalt ausdrücklich aufgefordert sind, sich zu bewerben, erfüllen häufig nicht die Zugangsvoraussetzungen. „Notwendig ist ein abgeschlossenes Hochschulstudium an einer Universität oder gleichwertigen Hochschule. Es muss sich zudem aus dem Studium mindestens ein Schulfach ableiten lassen“, erklärt Stadör.

Vereinzelt würden sich aber auch Absolventen mit Lehramtsabschluss auf Stellen, für die sie nicht die geforderten Unterrichtsfächer haben, bewerben. Auch das sei ein Problem.

Generell sind in ganz Sachsen-Anhalt Lehrkräfte für Mathematik und die naturwissenschaftlichen Fächer rar. Ausgeschriebene Stellen blieben hier noch häufiger unbesetzt als andere.

Noch läuft das Verfahren, in dem geeigneten Bewerbern noch unbesetzte Stellen direkt angeboten werden sollen. Doch man geht anscheinend im Landesschulamt davon aus, dass dann immer noch Stellen offen sind und sagt: „Wir rechnen nach Abschluss des Verfahrens mit einer Nachausschreibung.“

Bis dahin entwickelt das Schulverwaltungsamt schon Plan B und C und vielleicht auch D: „Wenn eine Schule unterversorgt ist (Anm. d. Red.: Also immer noch Stellen nicht besetzt sind), kann das teilweise durch Umorganisation innerhalb der Schule zum Beispiel durch Zusammenlegen von Lerngruppen kompensiert werden. Außerdem wollen wir versuchen bei Mangel in bestimmten Fächern, die Schulen mit stundenweisen Abordnungen zu unterstützen. Regelmäßig werden auf unseren Seiten befristete Stellen für Vertretungs-Lehrkräfte ausgeschrieben. Die Einstellungs-„Hürden“ - sprich die Einstellungsvoraussetzungen hinsichtlich der erforderlichen Ausbildung - sind hierbei etwas niedriger“, sagt Stadör.

Insgesamt wurden in der großen „Sachsen-Anhat sucht wie verrückt Lehrer“ - Aktion Ende 2017 336 Stellen landesweit ausgeschrieben. 220 davon waren mit höherer Priorität eingestuft. Zunächst sollten diese 220 Stellen besetzt werden. Erst wenn dort Stellen unbesetzt bleiben, werden die Zusatzstellen angeboten. Was jetzt der Fall sein dürfte.

Nachrückverfahren

Ob in einem der nachrückenden Verfahren, in dem Bewerbern direkt Stellen angeboten werden, auf die sie sich gar nicht beworben haben, doch noch Stellen an den Zerbster Schulen besetzt werden können, ist unklar.

Die Rückmeldefristen dafür enden Anfang nächster Woche, sodass bis 16. Februar ein abschließendes Ergebnis da sein sollte. Die Nachausschreibung soll Anfang März 2018 veröffentlicht werden. Es sollen 150 bis 180 Stellenoptionen ausgeschrieben werden. Die reguläre Ausschreibung zur Einstellung für das kommende Schuljahr wird voraussichtlich Ende April veröffentlicht.