Zerbst l Drei Mal in der Woche, Dienstag, Donnerstag und Freitag, bauen die Händler ihre Verkaufsstände auf oder positionieren ihre Fahrzeuge. Doch es werden immer weniger. „An manchen Tagen stehen gerade noch zwei oder drei Händler auf dem Markt“, schildert eine Leserin am Telefon.

Wenig Kunden durch Hitze?

Doch nicht nur das, auch zusammengepackt und abgefahren werde immer früher. „Es kommt schon vor, dass gegen 14 Uhr der obere Markt wieder leer ist“, hat die Anruferin beobachtet.

Doch das hat auch mit der lang anhaltenden Hitze zu tun. „Mit unseren sensiblen Lebensmitteln wie Fleisch und Wurst können wir einfach nicht länger stehen bleiben“, erklärt Ramona Kelterborn, die mit ihrem Verkaufswagen für die Garitzer Fleisch- und Wurstwaren auf dem Zerbster Wochenmarkt steht.

Selbst mit Kühlung würden die Temperaturen in den Verkaufsvitrinen im Laufe des Tages ansteigen. „Bevor die Grenze erreicht ist, muss ich dann halt zusammenpacken und den Markt verlassen“, sagt die Verkäuferin. Schließlich solle die Qualität der Waren nicht leiden.

Obst- und Gemüsestand fehlt

Was den Wochenmarkt im Ganzen betrifft, sieht sie die Situation eher kritisch. „Heute geht es noch, da steht noch ein Händler mit Textilien auf dem Markt“, erklärt Ramona Kelterborn. Aber es fehle eben der Stand mit Obst und Gemüse, „den haben wir hier gar nicht mehr“, sagt sie.

Ähnlich sieht das auch Angelika Starke. Auch sie steht mit Fleisch- und Wurstwaren auf dem Wochenmarkt. „Nicht selten sind wir donnerstags nur noch zu zweit auf dem Markt“, schildert sie.

Auf Dauer könne das so nicht weitergehen. „Mittelfristig muss über einen anderen Standort des Wochenmarktes nachgedacht werden“, sagt Angelika Starke.

Eberhard Tell aus Walter- nienburg stimmt dem prinzipiell zu. „Sicher sollte der Markt belebt werden, das finde ich auch gut. Wenn wir auch noch weg sind, dann ist hier noch das Maibaumsetzen und der Seniorentag, das wars“, sagt Tell, der Teigwaren anbietet.

Allerdings würden die Händler ihre Umsätze im Auge behalten müssen, bei allem Verständnis für die Marktbelebung. Auch Andreas Genth, Inhaber der gleichnamigen Gärtnerei, sieht das so. Auch er könnte sich mit einem Standortwechsel anfreunden.

Zu wenig Läden

Auf dem Markt fehle einfach die Laufkundschaft. Es seien einfach zu wenige Läden hier, sind sich die Markthändler einig. Auf dem Marktplatz fehle es an Geschäften, ein Café, einfach an Leben.

„Nun hat auch noch der Blumenladen geschlossen“, sagt Angelika Starke. Sie möchte nach der Urlaubszeit mit allen Händlern reden. „Wir müssen einfach beraten, wie es weitergehen soll“, kündigt sie an.

Die Händler haben auch schon einen neuen Standort im Auge. Sie liebäugeln mit dem Platz am Dicken Turm auf der Alten Brücke neben der Sparkasse. Angelika Starke will nun schauen, was die anderen Händler sagen. „Dann sehen wir weiter“, sagt sie.

„Für einen Standortwechel muss die Wochenmarktsatzung geändert werden. Dies bedarf der Zustimmung des Stadtrates“, hieß es dazu aus der Stadtverwaltung.