Berlin/Zerbst l Schlemmen für lau und dabei stets ein gern gesehener Gast sein – Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) fand sich am Montag auf der Internationalen Grünen Woche in dieser Rolle wieder. Bei seinem Rundgang in der Sachsen-Anhalt-Halle 23b schaute er auch beim Zerbster Stefan Wallwitz vorbei.

Regionale Produkte

Es war noch nicht elf Uhr vormittags und schon wieder blickte Reiner Haseloff auf einen kleinen Drink. Einen Schluck seines Zerbster Bierbrandes hatte Stefan Wallwitz dem Ministerpräsidenten eingeschenkt. Haseloff hatte vorher schon ein kleines Bier sowie zwei Spezialitäten der Loburger Brennerei zu sich genommen, außerdem Kuchen und Wurstleckereien. Dennoch probierte er auch dieses regional produzierte Produkt gern.

Der Stand des Zerbster Ladens „KiekinPott“ war der sechste von mehr als 40 Ständen, die Haseloff gemeinsam mit Landwirtschaftsministerin Claudia Dalbert den ganzen Tag über besuchte. Im Zentrum der einzelnen Visiten standen allerdings nicht die Häppchen und Getränke. Immer wieder brachten die Unternehmer ihre Wünsche, Probleme und Vorschläge direkt an das Ohr der Regierenden, mal etwas allgemeiner, ein anderes Mal recht konkret vorgetragen. Worauf Wallwitz, der auf kommunaler Ebene für die CDU aktiv ist, hofft, das sind vor allem Kontakte und Vernetzung. Sein Ziel sei es, in der Region um Zerbst und Loburg den Tourismus mit Kulinarik zu koppeln, sagte Wallwitz später der Volksstimme.

Bilder

Kulinarik trifft Kultur

Dieses Thema hatte kurz zuvor auch Erich Kullmann von der Loburger Brauerei angesprochen. Zufall ist das nicht – beide Unternehmen teilen sich einen Messestand und arbeiten auch sonst gern zusammen. Kullmann lud Haseloff und Dalbert auch nach Loburg ein - „und beide haben es in ihr Programm aufgenommen“, freute sich der Senior-Chef, dessen Unternehmen zum 20. und wohl letzten Mal bei der Grünen Woche dabei ist.

Um die Mittagszeit rückte dann der Kaffee aus Anhalt-Bitterfeld in den Mittelpunkt des Genusses. Den Bio-Regionalpreis verlieh Ministerin Dalbert an die Kaffeerösterei Hannemann aus Köthen. Das Produkt (Sch)Wachmacher ist eine Mischung aus je 50 Prozent koffeinhaltigem und entkoffeiniertem Kaffee.

Diesen Verbraucherpreis für innovative regionale Bioprodukte war vom Lebensmittelhändler Edeka und der Agrarmarketinggesellschaft Sachsen-Anhalt in Kooperation mit dem Verein Bio-Höfe-Gemeinschaft Sachsen-Anhalt im Vorfeld zum dritten Mal ausgelobt worden. Der Kaffee aus Köthen sich gegen rund 20 Mitbewerber durchsetzte, könnte in den nächsten Wochen in Edeka-Geschäften Sachsen-Anhalts zu haben sein.

Auch Haseloff nahm sich beim Köthener Kaffee eine Pause, serviert im Biocafe am Stand des Landkreises Anhalt-Bitterfeld – ehe er den zweiten Teil der Runde durch die Halle begann.