Zerbst l Beim Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) konnten sich Kommunen für Fördermittel zur Errichtung einer Wassernotversorgung bewerben. „Die für dieses Jahr noch zur Verfügung stehenden Mittel waren schnell überzeichnet“, informierte Bürgermeister Andreas Dittmann (SPD) am Montag im Haupt- und Finanzausschuss. Doch die Einheitsgemeinde Zerbst sei unter den wenigen Städten und Gemeinden, die ausgewählt wurden.

Trinkwasser ist das wichtigste Lebensmittel überhaupt. Die ständige Verfügbarkeit einer Mindestmenge des kostbaren Nass genießt daher unter den staatlichen Bemühungen zur Vorsorge eine besondere Bedeutung. Schnell können beispielsweise durch Erdbeben, Stürme, Überschwemmungen oder auch durch Hackerangriffe die Infrastruktur, wie Strom-, Wasser- oder Telefonleitungen lahm gelegt werden.

Einen Haken gibt es allerdings

Um auch im Falle einer solchen Katastrophe zumindest eine Grundversorgung mit überlebenswichtigem Trinkwasser sicherstellen zu können, bedarf es sogenannter Trinkwassernotbrunnen. „Zu solch einem Notbrunnen soll noch in diesem Jahr das ehemalige Wasserwerk in Nedlitz gegenüber der Ortsfeuerwehr umfunktioniert werden“, so Dittmann.

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„Insgesamt 106.000 Euro stehen zur Verfügung – eine 100-Prozent-Förderung, wohlgemerkt“, betonte Dittmann. Das heißt, die Stadt müsse keinen Eigenanteil für das Projekt zahlen. „Einen kleinen Haken hat die Sache allerdings: Die Maßnahme muss noch in diesem Jahr umgesetzt und zum Jahresende abgeschlossen sein. Die Kosten müssen aber nicht vorfinanziert werden. Die Abrechnung läuft über das Landesverwaltungsamt“, erläuterte der Rathauschef.

Tiefenpumpe sowie Elektroanschluss müssen her

Wie Thomas Sanftenberg, Sachgebietsleiter Brandschutz im Zerbster Rathaus anschließend ausführte, soll mit den Fördermitteln das nötige Equipment für den Brunnen finanziert und angeschafft werden.

„Dazu gehören unter anderem eine neue Tiefenpumpe für den bereits vorhandenen Tiefenbrunnen, die nötige Pumpensteuerung sowie der entsprechende Elektroanschluss“, zählte Thomas Sanftenberg auf. Außerdem soll ein mobiles Notstromaggregat angeschafft werden. „Nicht selten sind bei Katastrophenlagen auch die Stromleitungen unterbrochen. Um dann trotzdem Trinkwasser fördern zu können, gehört ein solches Notstromaggregat zu der Ausstattung des Brunnens“, erklärte der Sachgebietsleiter.

Bau soll abgerissen werden

Das sei aber nur der Teil, der für die Förderung des Wassers nötig ist. „Des weiteren werden für die Verteilung an die Bevölkerung trinkwassergeeignete Schläuche, Hahnanlgen und Container benötigt, die ebenfalls von diesem Geld finanziert werden können“, so Sanftenberg. Gelagert werden soll das gesamte mobile Equipment bei den Ortsfeuerwehren der Einheitsgemeinde.

Das Gebäude selbst wird dazu allerdings nicht benötigt. Der Bau soll später abgerissen werden. „Für den Abriss und die Umnutzung werden Mittel aus dem Leader-Programm beantragt. Auf dem Areal soll später eine Art Dorfplatz entstehen“, sagte Thomas Sanftenberg.

15 Liter Wasser pro Person täglich

Bisher hat der Bund unter anderem mehr als 5000 Trinkwassernotbrunnen und -quellen geschaffen, die bei Ausfall der öffentlichen Wasserversorgung zur Notversorgung eingesetzt werden können. Die vorgesehene Wassermenge pro Person und Tag beträgt dabei 15 Liter, ist auf der Internetseite des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe zu lesen

Darüber hinaus müsse auch Trinkwasser für Krankenhäuser und andere vergleichbare Einrichtungen, Betriebswasser für überlebenswichtige Betriebe sowie auch Wasser für Nutztiere bereitgestellt werden, heißt es dort weiter.