Zerbst l Nach der Ganztagsschule Ciervisti gibt es nun auch einen mit dem Cornavirus infizierten Schüler im Zerbster Francisceum. Wie Landkreissprecher Udo Pawelczyk mitgeteilt hat, befinden sich eine 9. Klasse mit insgesamt 22 Schülern und zwei Lehrkräfte in Quarantäne.

Nach einem Anruf des Gesundheitsamts war klar, eine Schülerin einer 9. Klasse des Francisceums hat sich mit dem Virus infiziert. „Damit wurden alle Schülerinnen und Schüler der Klasse und zwei Lehrer in Quarantäne geschickt“, erklärt Schulleiterin Veronika Schimmel am Telefon. „Allerdings fallen die Lehrer nicht komplett aus, weil wir vor einiger Zeit alle Aufgaben auf unserer schulinternen Seite im Internet hochladen. Die Schulkinder, die entweder keinen Drucker oder aber kein Internet zu Hause haben, können die Blätter auch ausgedruckt bei uns in der Schule abholen. Alle Betroffenen sind uns bekannt, da wir schon während der ersten Welle eine Umfrage diesbezüglich gemacht haben.“ Dennoch komme es aufgrund von Lehrermangel und der Nicht-Besetzung einiger Lehrstellen innerhalb der Schule zu Unterrichtsausfall.

Wochenweise Trennung der Klassen?

Zudem plädiert die Schulleiterin für eine wochenweise Trennung der Klassen. Dies sei aber erst der Fall, wenn mehr als ein Viertel der Schule infiziert ist, oder es aber mehr als 200 Infizierte in der Einheitsgemeinde Zerbst gibt.

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Erst zu Beginn der Woche hatte war eine Schülerin einer 9. Klasse der Sekundarschule Ciervisti in der Fuhrstraße positiv auf das Coronavirus getestet worden. Die betroffene Klasse – 27 Mitschüler und vier Lehrer – befinden sich seitdem voraussichtlich bis mindestens 7. beziehungsweise 8. Dezember in Quarantäne.

Unterrichtsausfall nicht vermeidbar

„Wir sind natürlich bemüht, dass so viele Unterrichtsstunden wie möglich von anderen Kollegen übernommen werden“, betont von Mandel. Sie könne allerdings nicht ausschließen, dass auch mal die ein oder andere Stunde ausfallen muss.

Wo sich die Ciervisti-Schülerin angesteckt habe, konnte Schulleiterin Kirsten von Mandel nicht sagen. Dass es in der Schule war, schloss von Mandel am Montag gegenüber der Volksstimme allerdings aus. „Generell galt ja schon vor dieser Woche eine weitreichende Maskenpflicht, die auch umgesetzt wurde. Seit dieser Woche gibt es nun sogar eine verschärfte Maskenpflicht, die ab der siebten Klasse auch im Unterricht gilt“, hat die Schulleiterin erklärt.

Personen nur isoliert nicht getestet

Getestet werden die Quarantäne befindlichen 49 Schüler und sechs Lehrkräfte beider Schulen nicht. „Die Personen sind isoliert. Test werden dann durchgeführt, wenn bei einzelnen Personen Symptome auftreten“, erklärt Landkreissprecherin Marina Jank auf Volksstimme-Nachfrage.

Die Einheitsgemeinde Zerbst ist nach Stand 3. Dezember mit insgesamt 127 Fällen seit Ausbruch der Corona-Pandemie zusammen mit Bitterfeld-Wolfen (129) Spitzenreiter was die Fallzahlen im Landkreis betrifft, gefolgt von Köthen mit 88. Die wenigsten positiv getesteten Personen gibt es in Raguhn-Jeßnitz (24), im Osternienburger Land (31) und in der Geimeinde Muldestausee (38).

Einzelfall kann Schule lahmlegen

Das aktuelle Infektionsgeschehen bereitet auch Bürgermeister Andreas Dittmann (SPD) Sorgen, auch wenn die momentane Zahl von Infizierten für das Stadtgebiet im Kreismaßstab geringer ausfalle. „Die Saldierung von März bis heute hilft wohl eher weniger“, macht der Rathauschef deutlich.

Dittmann: „Andererseits erleben wir ja gerade, dass auch ein Einzelfall gleich auf eine Schulklasse oder wie vor einigen Wochen in Steutz, auch mal gleich eine ganze Schule betreffen kann. Mein Appell bleibt darum: Lassen Sie uns umsichtig sein und bleiben. Die Bitte geht auch an alle Zweifler und Querdenker. Eine Maske gefährdet niemanden, schützt aber.“

Mitarbeiterinnen im Homeoffice

Die Einschränkungen an Verwaltungsleistungen für die Bürger sollen auf ein Minimum begrenzt werden. „Um auf mögliche Infektionen beziehungsweise Quarantäneanweisungen besser gewappnet zu sein, sind seit dem 30. November organisatorische Maßnahmen in Kraft, die dafür sorgen, dass alle Mitarbeiter einen Einzelarbeitsplatz haben“, so Dittmann.

Dazu sei es erforderlich gewesen, einige Mitarbeiterinnen ins Homeoffice zu schicken. „Eine grundsätzliche Schließung des Rathauses möchte ich nach Möglichkeit vermeiden. Lediglich an den Tagen zwischen Weihnachten und Neujahr ist das Rathaus für den Besucherverkehr geschlossen. Damit soll der Aufforderung nach weiterer Kontaktreduktion gerade in der Zeit erhöhter Familienbesuche Rechnung getragen werden“, betont der Bürgermeister.

Von Mittwoch, 2. Dezember, bis Donnerstag, 3. Dezember, gab es in der Einheitsgemeinde keine Neuinfektionen. Im Landkreis kamen 20 neue COVID-19 Fälle hinzu. Der Sieben-Tage-Inzidenzwert für Anhalt-Bitterfeld beträgt Stand 3. Dezember, 0 Uhr, 66,3. Aktuell infiziert sind im Landkreis 134 Personen – 18 in der Einheitsgemeinde Zerbst. Insgesamt 559 Personen befinden sich derzeit in Quarantäne – davon 112 in der Einheitsgemeinde.