Moritz l Auf mehr Kinder setzt die Ortschaft Moritz mit den Ortsteilen Töppel und Schora in Zukunft. Familien, die demnächst ein Baby bekommen, sollen nicht nur wie gewohnt einen Plüschhasen und eine Urkunde erhalten. In Zukunft wird Ortsbürgermeister Thomas Wenzel auch um die Kontoverbindun Das hat g bitten. Denn der Ortschaftsrat hat auf seiner ersten Sitzung in der noch jungen Legislaturperiode beschlossen, den Eltern ein Begrüßungsgeld für jedes Baby in Höhe von 1000 Euro zu überweisen.

An den Ort binden

„Das hatten wir schon einmal“, sagt Ortsbürgermeister Thomas Wenzel. 2007 hatte der damalige Gemeinderat die Prämie für jedes neugeborene Kind ausgelobt. Einige Bedingungen hatte der Gemeinderat damals festgelegt, die auch nun wieder gelten sollten. So müssen die Eltern des Neugeborenen mindestens ein Jahr vor der Geburt in einem der Ortsteile nachgewiesen wohnen und gemeldet sein. Um das Begrüßungsgeld zu behalten, müssen die Eltern anschließend mindestens drei Jahre weiter in einem der Ortsteile wohnen. Ziehen sie vorher weg, müssen sie den Betrag an den Ort zurück zahlen, sagt Thomas Wenzel.

„Wir wollen natürlich nicht, dass sich Leute für einige Wochen anmelden und dann das Begrüßungsgeld abgreifen und anschließend wieder wegziehen“, erklärt der Ortsbürgermeister. Das Begrüßungsgeld soll die Familien in den ersten Wochen unterstützen. „Jeder weiß, dass Kinder teuer sind“, erklärt er.

Hohe Rücklagen

Lange konnte die damalige Gemeinde Moritz das Begrüßungsgeld nicht an die Bürger auszahlen. Mit der Eingemeindung nach Zerbst war damit Schluss, bedauerte der Ortschef rückblickend. Lange führte auf kein Weg zu der Idee, das Begrüßungsgeld wieder einzuführen, schildert er. Immer wieder habe er in der Kämmerei nachgefragt und dort eine Ablehnung bekommen. Zehn Jahre nach der Eingemeindung hat sich die Ansicht nun geändert, freut er sich. Doch woher kommt das Geld für die Babys? Und können die anderen Ortsteile auch ein Begrüßungsgeld einführen? Im Gegensatz zu vielen anderen Ortsteilen ist Moritz relativ wohlhabend. Die damalige Gemeinde brachte hohe Rücklagen in die Ehe mit der Stadt Zerbst ein, erzählt der Ortsbürgermeister. „Wir hatten damals große Steuereinnahmen und wenig Ausgaben. So sind wir mit einem großen Betrag in die Stadt Zerbst gegangen.“

Ausgegeben ist das Guthaben auch zehn Jahre nach dem Zusammenschluss mit Zerbst noch lange nicht. Auf der Guthabenseite verfügt die Ortschaft noch über einen mittleren sechsstelligen Betrag. „Die Vereine bekommen jedes Jahr 500 Euro aus der Rücklage“, schildert er weiter. Der Ortschaftsrat habe sich entschlossen, das Guthaben langsam abzuschmelzen.

Dabei muss das Guthaben zwingend in Moritz und seinen ehemaligen Ortsteilen ausgegeben werden. Dazu ist die Stadt Zerbst nach dem Gebietsänderungsvertrag von einst gezwungen. Auch wenn die Bindungsfristen nun auslaufen und demnächst die Stadt beispielsweise eine gleiche Grundsteuer für alle ihre Einwohner erheben kann, kommt sie doch an die Rücklagen der ehemals selbständigen Gemeinden nicht heran. Das sei auch die Begründung für die Kämmerei gewesen, die Mittel für die Wiedereinführung eines Begrüßungsgeldes frei zu geben. In anderen Ortsteilen, ist es Thomas Wenzel bewusst, werden die Ortsräte neidisch nach Moritz schauen. Die wenigsten Orte werden über ähnlich hohe Rücklagen verfügen. „Ich freue mich, wenn die Bürger das annehmen und wir mit dem Begrüßungsgeld in Zukunft einige junge Familien in den ersten Wochen unterstützen können“, sagt er.