Zerbst l Stolz halten Vincent, Leonie und Tillmann nach bestandener Prüfung als erste ihre Waldfuchspässe in Händen. Ein Jahr lang haben die Nachwuchsforscher des Freien Kindergartens intensiv den benachbarten Waldfrieden erkundet. Zu jeder Jahreszeit schauten sich die Sechs- und Siebenjährigen Veränderungen der Tier- und Pflanzenwelt an. Im Sommer wie im Winter begaben sie sich auf Spurensuche und das mit allen Sinnen. Sie lauschten den Geräuschen des Waldes und durchforsteten das Unterholz mit Becherlupen. „Und sie bauten Buden im Wald“, erzählt Erzieher Nils Hinze vom „besten Spiel der Welt“.

Besuch des Waldmobils

Das war aber längst nicht alles, was die Mädchen und Jungen innerhalb des Waldfuchsprojektes der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald erlebten. Fasziniert beobachteten sie Eichhörnchen und Igel im Garten des Freien Kindergartens. Auch beim Besuch des Waldmobils erfuhren sie eine Menge über die tierischen und pflanzlichen Bewohner des Waldes. Denn Ziel des Projektes ist, den Kindern einen positiven Bezug zur Natur zu vermitteln, um verantwortungsbewusst mit ihr umzugehen.

Schließlich schaute Robert Klose, „Waldfuchs“-Projektleiter bei der SDW Sachsen-Anhalt, in der Einrichtung am Waldfrieden vorbei, um die Prüfung abzunehmen. Dort stellten die Kinder unter Beweis, was sie gelernt haben. Sie erkannten die Unterschiede zwischen einem Rothirsch- und einem Rehgeweih und ordneten Problemos die verschiedenen Baumarten wie Eiche, Buche, Esche und Linde zu. Auch wussten sie um die Unterschiede zwischen Fichten- und Kiefernzapfen. Sie erläuterten, dass Tannenzapfen am Baum auseinanderfallen und deshalb nicht am Boden zu finden sind. Und sie konnten die Frage, wer die Samen der Zapfen am liebsten frisst, sofort beantworten: das Eichhörnchen, das täglich die leckeren Samen der Kindergartenfichten nascht.

Da zu diesem Termin schon einige der Vorschulkinder im Urlaub waren, nahmen nur Vincent, Leonie und Tillmann an der Prüfung teil, die sie wie geschildert mit Bravour bestanden.