Zerbst l Das inzwischen verwilderte Baugrundstück auf der Zerbster Breite/Ecke Wolfsbrücke, mitten im Herzen der Stadt, erregt seit Monaten die Gemüter. Immer mehr Zerbster äußern ihr Unverständnis darüber, dass es die Awo als Grundstückseigentümer und Investor nicht schafft, die Fläche wenigstens einigermaßen ansehnlich zu machen.

„Wir planen ein Gebäude für drei Pflegeangebote unter einem Dach: Betreutes Wohnen für ältere Menschen, die pflegerische und hauswirtschaftliche Hilfen benötigen, Tagespflege und ambulanter Pflegedienst.

Leider kann ich Sie zum heutigen Zeitpunkt noch nicht über einen neuen Sachstand informieren“, schreibt Katrin Köppe, Geschäftsführerin der Awo-Soziale Dienste Sachsen-Anhalt GmbH, auf erneute Volksstimme-Nachfrage zum Stand der Bauplanungen auf der Zerbster Breite.

Bürgermeister verärgert

Die in den letzten Jahren bereits enorm erhöhten Baukosten würden weiterhin so stark ansteigen, dass die angedachten Kosteneinsparungen, wie beispielsweise eine Teilunterkellerung, im Ergebnis nicht zum gewünschten Erfolg geführt hätten.

Im Hinblick auf die Gesamtkosten des Bauvorhabens müsse die Awo als Träger im Blick haben, dass zum einen das Angebot für die Zerbster bezahlbar bleibe und zum anderen die Gesamtfinanzierung auf gesunden Füßen steht. „Das ist derzeit die Herausforderung, die mehr Zeit benötigt als uns selbst lieb ist“, so Köppe weiter.

Daher habe man die Bauplanungen noch nicht abschließen können. „Ein Termin für den Baubeginn kann somit nicht benannt werden. Wir halten weiterhin an dem Bauvorhaben auf der Zerbster Breite fest. Sobald wir bezüglich unserer Bauplanungen zu einer Festlegung gekommen sind, werden wir Sie informieren“, erklärt die Geschäftsführerin schriftlich.

„Das Awo-Gelände war auch in der letzten Sitzung des Bau- und Stadtentwicklungsausschusses und schon davor in meiner Dienstberatung Thema“, erklärt Bürgermeister Andreas Dittmann (SPD).

Der Awo-Soziale Dienste GmbH sollte inzwischen auch eine schriftliche Abforderung der Stadt zum Sachstand vorliegen. „Es ist mehr als nur ärgerlich, dass seit Monaten die immer gleiche Erklärung abgegeben wird“, so Dittmann verärgert.

Zum derzeitigen verwilderten Zustand des Geländes wollte sich die Awo-Geschäftsführerin Katrin Köppe, trotz mehrmaliger Nachfragen, auch dieses Mal nicht äußern.

Immer die gleichen Antworten

Auf eine nochmalige Nachfrage per E-mail teilt Pressesprecherin Angelika Heiden mit: „Zum jetzigen Zeitpunkt möchte die Geschäftsführerin ihren Ausführungen, die ich Ihnen gestern zugesandt habe, nichts weiter hinzufügen.“

Vor einem Jahr: Die Awo ist nach wie vor bauwillig. Allerdings: „Das Projekt übersteigt den seitens des Architekten ermittelten Kostenrahmen“, erklärte Awo-Pressesprecherin Cathleen Paech Ende April 2017 auf Volksstimme-Nachfrage. „Es werden Varianten zu veränderten Gestaltungsmöglichkeiten erarbeitet“, so Paech damals.

Ende Dezember 2017: „Die Awo-Soziale Dienste hält weiterhin an dem Bauvorhaben fest“, schreibt Katrin Köppe, Geschäftsführerin der Awo-Soziale Dienste per E-Mail kurz vor Weihnachten 2017, allerdings erst nach mehrmaligem Nachhaken. „Wir gehen davon aus, dass über die Konkretisierung des Vorhabens im ersten Quartal 2018 informiert werden kann“, so die Geschäftsführerin Ende Dezember.

Auf eine erneute Nachfrage, ob am derzeitigen Zustand des Geländes nicht kurzfristig etwas geändert werden könne, blieb auch schon im Dezember, wie auch jetzt, eine Stellungnahme aus.