Zerbst l „Das ist zusätzlicher Stress für die Kinder“, beklagt Sekundarschulleiterin Kirsten von Mandel Probleme mit dem Schulbusverkehr. Es könne ihrer Meinung nach nicht sein, dass jedes Kind einzeln bei den Verkehrsbetrieben angemeldet werden muss und dann kleinere Orte nicht angefahren werden. „Der Fahrplan reicht einfach nicht aus. Einige Schüler wissen nicht, wie sie zur Schule kommen sollen“, so Kirsten von Mandel.

Seitdem die Schulen im Landkreis aufgrund der Corona-Krise schließen mussten, hat die Firma Vetter Verkehrsbetriebe ihren Fahrplan auf einen Ferienfahrplan umgestellt. Sie stellen den Fahrgästen damit ein Grundangebot bereit, damit Arbeitsplätze und wichtige Einrichtungen erreichbar bleiben. Stündlich können zusätzlich Anrufbusse bestellt werden, teilt das Unternehmen mit.

Angebot einen Tag vorher bestellen

Für Kinder, die weiterhin in den Schulen betreut werden, steht ein spezieller Rufbusverkehr zur Verfügung. Einen Tag im Voraus müssen die Eltern das Angebot bestellen. „Für viele ein zusätzlicher Aufwand, der viel zu kompliziert ist. Teilweise erreicht man auch niemanden unter der Hotline“, gibt Schulleiterin Kirsten von Mandel die Probleme der Eltern wieder.

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Für die Bestellung eines Rufbusses seien folgende Angaben notwendig: die Einstiegshaltestelle, das Ziel, die gewünschte Beförderungszeit und die Berechtigung für die Nutzung der Dienste. „Die Kunden müssen nachweisen können, dass das Kind zur Schule muss“, erklärt Fabian Watzke, Kaufmännischer Leiter bei Vetter Verkehrsbetriebe.

Korrekte Bezeichnung der Haltestelle angeben

Er bestätigt, dass es anfangs ein paar Schwierigkeiten gab. „Es wurde eine falsche Haltestelle angegeben, wodurch das Kind an der einen und der Busfahrer an der anderen Haltestelle stand“, so Watzke. Das sei aber eine Ausnahme gewesen. Er weist darauf hin, dass unbedingt die korrekte Bezeichnung der Haltestelle bei der Bestellung des Rufbusses angegeben werden muss. Außerdem muss eine Haltestelle im Ort vorhanden sein. „Unsere Busse dürfen nicht vor der Haustür halten“, erklärt Fabian Watzke.

Die Hotline für die Vorbestellung sei montags bis freitags von 8 bis 16 Uhr erreichbar. „Außerdem kann eine Daueranmeldung vorgenommen werden“, sagt Fabian Watzke.

Schulfahrplan wird je nach Nachfrage geändert

Das sei zurzeit auch nur möglich, weil die Kinder in Blöcken unterrichtet werden, erklärt Kirsten von Mandel. In der Regel haben sie gegen 12.30 Uhr Schulschluss. In der nächsten Zeit könne sich das aber ändern, wenn zum Beispiel weitere Schulklassen unterrichtet werden müssen.

Da derzeit aber nur Abschlussklassen und Schüler in Notbetreuung zur Schule gehen, haben sich Vetter Verkehrsbetriebe und der Landkreis Anhalt-Bitterfeld als Träger dafür entschieden, weiterhin den Ferienfahrplan umzusetzen. „Je nach Nachfrage beziehungsweise Rückkehr in die Schulbetrieb wird mit dem Landkreis entschieden, wann in den regulären Schulfahrplan zurückgekehrt wird“, sagt Fabian Watzke.

Keine Probleme mit Schulbusverkehr am Francis

Eine Antwort, die Kirstin von Mandel nicht befriedigt. Sie wünsche sich die Rückkehr zum normalen Fahrplan. „In anderen Landkreisen ist das auch möglich. Ich finde, die machen es sich damit sehr einfach“, meint sie. Es sollte ihrer Meinung nach nicht die Aufgabe der Eltern und Schüler sein, sich um die Beförderung mit dem Schulbus zu kümmern. Dafür sei der Träger, also der Landkreis, zuständig, so von Mandel.

Am Gymnasium Francisceum gäbe es momentan keine Schwierigkeiten mit dem Schulbusverkehr, bestätigt Schulleiterin Veronika Schimmel. „Das liegt aber auch daran, dass wir nur zwei Schüler haben, die Bedarf angemeldet haben“, so Schimmel. Die restlichen Schüler der Abschlussklassen würden selbstständig mit dem Auto, Moped oder zu Fuß zur Schule kommen. Bislang seien alle rechtzeitig da gewesen, sagt Veronika Schimmel.

Geringe Nachfrage

Besonders im Rufbusverkehr achten Vetter Verkehrsbetriebe auf zusätzliche Schutzmaßnahmen. „Hier stellen wir sicher, dass zwischen jedem Fahrgast ein Platz frei sein muss und die 1. Reihe neben dem Fahrer ebenso frei bleibt“, erklärt Fabian Watzke. Zu Kapazitätsproblemen würde es aber nicht kommen, so Watzke. Die Nachfrage sei momentan noch sehr gering, wodurch die Kapazität der 12-Meter-Busse ausreichen würde. Spezielle Hygiene- und Abstandsempfehlungen werden ausgehängt.