Zerbst l Rita Syring aus Steutz hat noch genau all die vielen Glasscherben von unzähligen zerbrochenen Flaschen vor Augen, die zerstreut auf der Fahrbahn und dem Parkplatz vor der Schwimmhalle lagen. Augenscheinliche Hinterlassenschaften einer Party im Schutz der Bushaltestellen. Um die scharfkantigen Scherben zu beseitigen, musste die Kehrmaschine ausrücken.

Selbst am Wochenende sind Mitarbeiter des Zerbster Bauhofes inzwischen im Einsatz, um zumindest zu versuchen, das „derzeit größte innerstädtische Müllproblem“ einzudämmen. Von einem solchen spricht Ordnungsamtsleiterin Kerstin Gudella, die nichts dagegen hat, dass sich Jugendliche dort treffen. „Wenn sie nicht alles vermüllen oder randalieren würden“, schränkt sie ein.

Erst in der Nacht zum Sonnabend wurden wieder drei Fensterscheiben der Schwimmhalle beschädigt – und das längst nicht zum ersten Mal. Auf dem Parkplatz abgestellten Autos wurde der Lack zerkratzt, um nur zwei Beispiele zu nennen. Immer wieder kommt es zu Vandalismus. Aber auch Lärmbelästigungen und Beleidigungen rufen die Polizei auf den Plan, wie Michael Drews vom Polizeirevier Anhalt-Bitterfeld gegenüber der Volksstimme bestätigt.

Jüngster Fall: Drei kaputte Scheiben

Allein seit Jahresbeginn haben die Beamten mit dem aktuellen Fall vom Wochenende sechs Strafanzeigen in diesem Bereich aufgenommen. „Dabei handelt es sich um sich um Körperverletzungen und Sachbeschädigungen“, erläutert Drews, ohne allerdings auf Details einzugehen. „Zusätzlich wurden zwei Ruhestörungen bekannt“, ergänzt er.

Im Vergleich zum Vorjahr scheinen die Delikte zuzunehmen. So wurden 2018 insgesamt nur elf Straftaten im Umfeld der Schwimmhalle angezeigt. Neben Sachbeschädigungen, die die Polizisten aufnahmen, listet Drews Beleidigung und Bedrohung sowie Körperverletzung und den Verstoß gegen das Betäubungsmittelgesetz auf. Hinzu kamen 24 Mitteilungen wegen Lärms, blickt er in die Statistik.

Wie Drews auf Nachfrage erklärt, wird dieser momentane Zerbster Brennpunkt „täglich in unregelmäßigen Abständen“ durch die Polizei bestreift. „Der Rhythmus und die Häufigkeit der Kontrollen orientieren sich dabei am aktuellen Erkenntnisstand zur Situation vor Ort“, formuliert er.

Platzverweise drohen

Präventiv, wie es Kerstin Gudella ausdrückt, holt auch das Ordnungsamt die Polizei bei Einsätzen an der Schwimmhalle hinzu. Dennoch gelang es bisher nicht, Jugendliche zu ermitteln, die für die Vermüllung verantwortlich sind, geschweige denn, auf frischer Tat zu ertappen, wie sie sagt.

So sind die Maßnahmen begrenzt, die Ordnungsamt und Polizei anwenden können. „Im Rahmen der Gefahrenabwehr reichen diese von einer Aufforderung leiser zu sein, die Musik auszumachen bis hin zum Platzverweis“, erläutert Michael Drews.

Bleibt abzuwarten, wie sich die Situation vor Ort entwickelt. Die Polizei jedenfalls wird den Bereich im Blick behalten.