Zerbst l „Wir haben jetzt die Chance, was Vernünftiges zu schaffen, die sollten wir nicht verstreichen lassen“, plädierte Bernd Adolph (CDU) im Sozial-, Schul-, Kultur- und Sportausschuss für die Sanierung des Zerbster Jahn-Stadions. „Bei einer so hohen Förderung dürfte es keinen Grund geben, das Projekt zu verzögern“, meinte der Ausschussvorsitzende.

990.000 Euro Bundesmittel umfasst der Vorbescheid für die dringend notwendige Modernisierung der Leichtathletikanlage. Ob die Gelder tatsächlich fließen, hängt mit von der Bereitstellung des gestiegenen Eigenanteils durch den Stadtrat ab. Dieser erhöht sich um rund 133.000 auf 243.000 Euro. Über die Bewilligung der zusätzlichen Mittel möchte der Projektträger, der die Stadionmaßnahme derzeit prüft, noch einen Beschluss, wie Markus Pfeifer als zuständiger Sachgebietsleiter erläuterte.

Rasenplatz macht Baukosten teurer

Neben der aktuellen Neuberechnung der Baukosten ist die Entwässerung des Rasenplatzes ein wesentlicher Grund für die Verteuerung des Projektes, das nun mit gut 1,23 Millionen Euro kalkuliert ist. Denn der regelmäßig unter Wasser stehende Fußballplatz war in der Planung, auf welcher der Fördermittelantrag basierte, noch nicht enthalten.

Genau das bemängelte Mario Rudolf (Freie Fraktion Zerbst): Hätte man von vornherein richtig geplant, hätte man das Bundesprogramm zur „Sanierung kommunaler Einrichtungen in den Bereichen Sport, Jugend und Kultur“ besser ausnutzen können. Er spielte damit auf die maximale Förderquote von 90 Prozent an, die die Stadt erhält – aber eben auf die ursprüngliche Summe von geschätzten 1,1 Millionen Euro.

Über Bedeutung des Sports in Zerbst

Unabhängig davon sprach sich Mario Rudolf für die Stadionsanierung und die Bereitstellung der nun zusätzlich benötigten Mittel aus, die übrigens über einen Haushaltsrest gedeckt sind. „Es muss uns bewusst sein, was uns der Sport in Zerbst wert ist“, betonte er. „Wir sollten nicht vergessen, es ist das einzige Stadion, das Zerbst besitzt“, gab Silke Hövelmann (SPD) zu bedenken.

„Bislang ist nichts passiert, wir sollten es machen“, meinte auch Walter Elß (FDP). „Es ist ein enormer Sanierungsstau bei der Leichtathletikanlage entstanden. Ich bin auf jeden Fall dafür, das Projekt umzusetzen und nicht zu kippen“, meldete sich Nicole Ifferth (Unabhängige Wählergemeinschaft Zerbst) zu Wort. „Da werden keine Luxussachen oder utopische Wünsche erfüllt“, bemerkte sie hinsichtlich der Diskussion zuvor im Bau- und Stadtentwicklungsausschuss (Volksstimme vom 7. September).

Keine Hochsprungmöglichkeit

In diesem hatte Lutz Voßfeldt (FDP) die Maßnahme als überdimensioniert kritisiert. Unter anderem stellte er die Notwendigkeit des Kombinationsspielfeldes für Volleyball und Basketball und das Anlegen von gleich zwei Kugelstoßanlagen in Frage.

Im Sportausschuss hingegen gingen die Mitglieder mit der nun vorliegenden Planung mit, die in Abstimmung mit den Nutzern erfolgte und längst nicht alle Punkte der Wunschliste enthält wie beispielsweise die Errichtung einer Flutlichtanlage. Auch auf die Schaffung einer Hochsprungmöglichkeit wird erst einmal verzichtet. „Das Projekt stellt einen Kompromiss dar“, konstatierte Bürgermeister Andreas Dittmann (SPD) im Haupt- und Finanzausschuss, wo ebenfalls niemand Widerspruch äußerte.

Sanierung startet Frühjahr 2021

Beide Ausschüsse befürworteten die Bereitstellung des höheren Eigenanteils zur Stadionsanierung, die im Frühjahr 2021 beginnen könnte. Zugleich erhoffte sich Mario Rudolf die gleiche finanzielle Unterstützung, wenn es um Sportstätten im Umland gehe. „Ich denke, da sind wir uns alle einig“, bemerkte Dittmann.