Großbrand in Zerbst

Schon wieder waren in der Einheitsgemeinde Zerbst Zündler am Werk

Das ist der vierte Brand in nur drei Wochen. Nach zwei Holzstapeln und einer Gartenlaube steht am 18. Mai in Eichholz ein riesiger Haufen mit aufgestapelten Strohballen in Flammen.

Von Thomas Kirchner
Die insgesamt knapp 60 Einsatzkräfte versuchen gemeinsam mit dem betroffenen Landwirt zu retten, was noch zu retten ist. Der entstandene Schaden ist nach Angaben der Feuerwehr immens.
Die insgesamt knapp 60 Einsatzkräfte versuchen gemeinsam mit dem betroffenen Landwirt zu retten, was noch zu retten ist. Der entstandene Schaden ist nach Angaben der Feuerwehr immens. Foto: Steffen Schneider

Zerbst - Es ist kurz nach halb Vier am Dienstagmorgen, 18. Mai, als bei den Feuerwehren Zerbst, Steutz, Leps und Nutha die Pieper Alarm schlagen. Gemeldet wird ein Ödlandbrand – Stroh. Doch wie schon so manches Mal zuvor erwartet die Einsatzkräfte alles andere als ein Ödlandbrand. Statt aufgestapelter Baumstämme wie vor einigen Tagen stehen bei Eichholz zwei riesige Strohdiemen in Flammen. Schon beim Eintreffen der Kameraden deutet sich an, dass dies ein Kampf gegen die sprichwörtlichen Windmühlen werden wird.

„Das Problem hat darin bestanden, dass die etwa 100 Meter lange und zehn bis 15 Meter großen Stapel offensichtlich an mehreren Stellen gleichzeitig zu brennen begonnen haben. Auf den beiden Stapeln waren rund 2800 Ballen gelagert“, sagt Stadtwehr- und Einsatzleiter Denis Barycza. Mal abgesehen von diesem Fakt könne er wegen der derzeitig kühlen und nassen Wetterlage eine Selbstentzündung ausschließen. „Dies lässt eigentlich nur einen Schluss zu: Hier wurde nachgeholfen“, ist sich der Stadtwehrleiter ziemlich sicher.

Einsatzkräfte und Landwirt versuchen zu retten, was noch zu retten ist

Man habe dann entschieden, zusätzlich noch die Ortswehren Lindau und Güterglück an die Einsatzstelle zu rufen. Ab dem Moment kämpften rund 60 Einsatzkräfte gegen das Inferno. „Die Frauen und Männer haben dann versucht, die Flammen so gut es geht, im Zaum zu halten. So konnte der Landwirt mit seinem Teleskoplader retten, was noch zu retten war“, schildert Barycza. Das sei aber leider nicht sehr viel gewesen.

„Für den betroffenen Landwirt und Tierhalter ist der Schaden immens, denn er benötigt täglich zwölf Strohballen als Streu. Das nächste Stroh kann frühestens in sechs bis acht Wochen eingeholt werden. So haben wir alles daran gesetzt, dass er wenigstens einen kleinen Teil des Strohs retten konnte“, erklärt Barycza.

Drei weitere Brände in den letzten drei Wochen in Zerbst

Die Feuerwehren hätten dann entschieden, die Strohhaufen kontrolliert abbrennen zu lassen. „Wir haben dann Brandwachen eingeteilt, beginnend mit der Ortswehr Nutha, ab Mittag dann Leps und am Nachmittag die Ortswehr Güterglück“, so Barycza. Nach Polizeiangaben beläuft sich der Schaden auf etwa 30.000 Euro.

Das ist inzwischen der vierte Brand in nur drei Wochen. Am 27. April brennt am Ahornweg ein etwa 25 Meter langer und knapp vier Meter hoher Holzstapel. Nur knapp zwei Wochen später, am 9. Mai, gleiche Wegkreuzung nur auf der gegenüberliegenden Straßenseite müssen die Einsatzkräfte erneut einen brennenden Holzstapel löschen. Dieses Mal auf einem städtischen Lagerplatz. Auch in diesen Fällen geht die Feuerwehr von Brandstiftung aus.

AM 10. Mai brennt Gartenlaube völlig nieder

Nur etwa elf Stunden später, es ist der 10. Mai gegen 7 Uhr morgens, stehen eine Gartenlaube und Nebengebäude am Eichholzer Weg in Zerbst in Vollbrand. Hier können die 34 Einsatzkräfte aus drei Ortswehren nicht mehr viel tun. Sie können immerhin einige Tiere des Besitzers vor den Flammen retten. Hier kann Brandstiftung zumindest nicht ausgeschlossen werden.

Die Feuerwehr weist darauf hin, dass es im Laufe des 18. Mai noch zu Geruchsbelästigungen, Rauchentwicklung und Feuerschein kommen kann, da die Einsatzkräfte den Strohhaufen kontrolliert abbrennen lassen. Die Feuerwehr sei vor Ort und habe die Situation unter Kontrolle.