Zerbst l „Wir haben wieder eine vollständige Schulleitung, deshalb bin ich frohen Mutes für das neue Schuljahr“, erklärt Veronika Schimmel. Im September 2017 erhielt die Mathe- und Chemielehrerin offiziell ihre Ernennungsurkunde zur Leiterin des Francisceums. Seither fungierte sie ohne Stellvertreter. Erst jetzt ist eine Nachfolgerin für ihren einstigen Posten gefunden: Kerstin Görner „ist mein Schatten“, wie es Veronika Schimmel lächelnd formuliert.

Die Lehrerin für Deutsch und Latein setzte sich erfolgreich gegen ihre beiden Mitbewerber durch, wobei einer vorzeitig den Rückzug antrat.

„Ich freue mich auf meine neue Aufgabe“, sagt Kerstin Görner. „Ich dachte mir, mit 50 kann man die Komfortzone verlassen und was Neues anfangen“, erklärt sie wohlwissend, in große Fußstapfen zu treten. „Ich weiß, dass ich mit Frau Schimmel als Schulleiterin eine kompetente Mentorin neben mir habe. Hinzu kommt ein tolles Kollegium.“

Neuer Lehrer

Nicht zuletzt ist Kerstin Görner eng mit dem traditionsreichen Francisceum verbunden. „Das ist meine Schule“, sagt die Pädagogin. 1985 legte sie hier selbst das Abitur ab, später das erste Jahr ihres Referendariats, das zweite schloss sich in Loburg an. 2003 kehrte sie dann an das Zerbster Gymnasium zurück, bei dessen Leitung sie Veronika Schimmel nun tatkräftig unterstützen möchte. „Gemeinsam werden wir das Francisceum rocken“, formuliert es Veronika Schimmel gut gelaunt und meint damit ihr gesamtes Leitungsteam, zu dem ebenfalls Ganztagsschulkoordinatorin Annegret Lange und Oberschulkoordinator Detlef Pöls gehören.

Zusammen steht das Quartett an der Spitze des Gymnasiums, das heute mit knapp 600 Schülern ins neue Schuljahr startet. Die insgesamt 46 Lehrer unterrichten 25 Klassen, mit maximal 29 Schülern.

„Wir haben einen neuen Kollegen – Carsten Dittmer“, verrät Veronika Schimmel. Neben Geographie deckt er das dringend benötigte Fach Biologie mit ab. Nach wie vor fehlt es am Francisceum an einem weiteren Mathe-/Physiklehrer und auch „für Kunst brauchen wir jemanden“, hat die Schulleiterin die Hoffnung auf eine Besetzung der Stelle noch nicht aufgegeben – vielleicht durch einen Quereinsteiger. Momentan wird die Lücke durch Kollegen gefüllt, die dafür Zusatzstunden leisten.

FSJlerin unterstützt

„Darüber hinaus haben wir wieder eine FSJlerin“, berichtet Veronika Schimmel. Diese leistet ihr Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) am Ganztagsschulstandort des Francisceums in der Jeverschen Straße ab, wo die Klassen 5 bis 7 zusätzlich zu den Standardfächern zwischen mehr als 30 kreativ-sportlichen Angeboten wählen können.

Ab sofort ist das Gymnasium zudem Krankenhausschule für das Gezeiten Haus Schloss Wendgräben, das unter anderem eine stationäre Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie beherbergt. Die dort behandelten Mädchen und Jungen sollen sowohl vor Ort von Lehrern des Francisceums unterrichtet werden als auch direkt am Zerbster Gymnasium. „Ziel ist es ja, dass diese Kinder und Jugendlichen ins Leben zurückfinden“, erläutert Veronika Schimmel.

Größere bauliche Maßnahmen fanden während der Sommerferien im Francisceum nicht statt. „Unser Sani-Raum wird weiter eingerichtet und wir sollen ein neues Sprachkabinett bekommen“, erzählt die Schulleiterin. Auf ihrer Wunschliste steht hingegen noch mehr: „Die Flure müssten renoviert werden und die Türen im Hauptflur.“

Unterdessen rechnet sie fest mit den versprochenen Breitbandanschlüssen. Immerhin verfügt das Francisceum inzwischen mit „Moodle“ über eine virtuelle Lernplattform. Um diese optimal zu nutzen, muss die Schule intern vernetzt werden. Jetzt hofft Veronika Schimmel auf Fördermittel, damit die Bildungseinrichtung endlich ins digitale Zeitalter aufbrechen kann.

Der heutige erste Schultag startet für die Francisceer übrigens ganz normal. „Dann werden wir entscheiden, wie wir mit der Hitze umgehen“, sagt Veronika Schimmel.