Zerbst l Der Abbruchhammer lärmt, Mörtel bröckelt und es staubt. Die Zerbster Schwimmhalle hat sich in eine Baustelle verwandelt. Grau und kahl präsentiert sich das 25-Meter-Becken. Startblöcke und Leitern sind verschwunden. Stattdessen führt eine provisorische Rampe hinab auf den Grund.

Mitte Mai begannen die Arbeiten zur Komplettsanierung des Schwimmbeckens. Rund 350.000 Euro investieren die Stadtwerke in die umfangreiche Maßnahme, die dringend notwendig war. Von abgenutzten und scharfkantigen Fliesen berichtet Jürgen Konratt, Geschäftsführer des kommunalen Unternehmens, welches das Bad betreibt.

Undichte Substanz

Der Zahn der Zeit nagte zunehmend an der Substanz des Beckens, an dem seit der Errichtung der Volksschwimmhalle Anfang der 1980er Jahre keine größere Sanierung stattfand. Das offenbarte sich inzwischen deutlich. Nachdem zunächst langsam über zwei Tage das Wasser abgelassen wurde, erfolgte der Abriss der blauen Fliesen. „Da hat sich gezeigt, dass der Belag den Wassermassen schon nicht mehr so standgehalten hat“, schildert Konratt. An einigen Stellen drang das Wasser bereits bis auf den Estrich durch.

Bis zum reinen Betonkörper wurde das Becken mittlerweile freigelegt und bietet einen ungewohnten Anblick. Auch die Zu- und Abläufe, die sich ebenfalls nicht mehr im optimalen Zustand befinden, sind sichtbar. Diese werden ausgebohrt, neue angepasst und vergossen, wie der Stadtwerkechef erzählt, während er das Geschehen verfolgt.

Zuvor allerdings werden die Wände des Schwimmbeckens mit Sand abgestrahlt. „Um alle Flächen zu säubern und zu glätten“, erläutert Jürgen Konratt. In dem Zuge soll außerdem Ausschau nach möglichen winzigen Haarrissen gehalten werden.

Neue Fliesen

Schließlich wird eine neue Abdichtung aufgetragen. „Danach füllen wir das Becken mit Wasser auf, um zu prüfen, ob die Abdichtung hält“, führt Konratt aus. Wenn dem so ist, kann nach der Austrocknung das Fliesen des Schwimmbeckens starten. Nicht zuletzt wird auch noch die Beckenumrandung erneuert.

„Ende August wollen wir fertig sein. So ist der jetzige Plan und momentan liegen wir gut in der Zeit“, sagt der Stadtwerkechef. Am 15. September soll die Schwimmhalle wieder regulär öffnen. Während der Baumaßnahme bleibt sie geschlossen. Das betrifft ebenfalls die Sauna, wo parallel das Tauch- und die Fußbodenbecken saniert werden.

Wer sich bis dahin ins kühle Nass stürzen und in Zerbst seine Bahnen ziehen will, dem bleibt nur das Erlebnisbad. Dort ist die Saison gut angelaufen, wie Jürgen Konratt weiß. Die sommerlichen Temperaturen locken zunehmend Gäste in das Freibad, das derzeit von 11 bis 19 Uhr zum Abtauchen, Rutschen und Sprung vom Drei-Meter-Turm einlädt. Im Juli und August erweitern sich die Öffnungszeiten auf 9 bis 20 Uhr.