Ronney l Die Natur hat auf viele Fragen eine Antwort, Wenn es dem Menschen schlecht ging, er von Krankheiten oder Beschwerden geplagt wurde, halfen ihm früher die Wirkstoffe aus der Natur. Schon im frühen Mittelalter entwickelte sich das Wissen um die natürlichen Wirkstoffe in den Pflanzen. Zwar kanten die Menschen damals die einzelnen Wirkstoffe in den Pflanzen nicht, dennoch war bekannt, wogegen die Kräuterapotheke so alles helfen konnte. Eine der bekanntesten Vertreterinnen des Wissens der damaligen Zeit war die Nonne Hildegard von Bingen. Vor knapp einem Jahrtausend wurde sie geboren und wirkte in einem Kloster. Die Klöster waren seinerzeit nicht nur ein Ort der Besinnung. Die Klöster strahlten in die ganze Region aus. Hier war das Wissen an einem Punkt, hier konnten Menschen lesen und schreiben. Im Mittelalter hatten sie auch die Funktion zu heilen. Als Vorläufer der Krankenhäuser werden sie mitunter bezeichnet. Die Kräuterkunde spielte dabei über viele Jahrhunderte eine große Rolle.

Hilfreiche Pflanzen

In den vergangenen Jahrhunderten ist das Wissen um die kleinen und großen nützlichen Pflanzen in Vergessenheit geraten, sagt Birgit Jacobsen. Die Menschen vertrauen heute lieber auf die Produkte der Industrie mit Versprechungen, die bei einem genaueren Blick auf die Zutatenliste kaum erfüllbar ist, schildert sie aus der Praxis.

Beim Kräuterseminar am Sonnabend hat sie mit zehn interessierten Bürgern eine Reise in die Welt der kleinen hilfreichen Pflanzen unternommen. Mit einfachen Mitteln, zeigte sie dabei den Teilnehmern, lassen sich ganz einfach sehr nützliche Dinge herstellen. Zuvor nahm sie die Besucher mit auf eine duftende Reise. Anhand einiger Beispiele machte sie den Teilnehmern deutlich, welche Aromen die Natur bereit hält und produzieren kann. Schon etwas Bienenwachs verströmt ein sehr warmes und intensives Aroma, lud sie die Teilnehmer auf einen Geruchsausflug ein. Viele Kräuter riechen nicht nur angenehm, sie haben auch eine wohltuende Wirkung auf den menschlichen Körper. In kaum einer anderen Jahreszeit spielt dies eine so große Rolle, wie im Winter. Das wechselhafte Wetter mit Regen, Sonne und Kälte sorgt regelmäßig für Erkältungen. Schnell fühlen sich die Menschen erschöpft.

Mit einigen Überlegungen könne der Menschen schon im Sommer vorbeugen und einige Pflanzen im Garten anbauen und trocknen und Aufgüsse anfertigen, die im Winter bei einer Erkältung unterstützend wirken, schildert sie. Die gelernte Phytotherapeutin kennt die gängigsten Kräuter, die gerade in der kalten Jahreszeit helfen können.

Salbe herstellen

So stellten die Teilnehmer des Seminars zum Schluss selbst eine Salbe her, die gegen Husten und Erkältung helfen soll. Dazu wurden einige Pflanzenöle verwendet, die besonders für ihre Wirkung bei Infekten bekannt sind, schilderte sie weiter.

Die natürlichen Stoffe hätten ihre Wirkung auf den Menschen längst nicht verloren. Nur müsse sich der Mensch wieder mehr der Natur zuwenden, ist sie überzeugt. Der Mensch koppele sich immer mehr von der Natur ab. Dabei bestimmt sie den Lebensrhythmus der Menschen. Gerade auf dem Land fällt es den Menschen heute noch viel leichter, sich wieder mehr an der Natur zu orientieren, als in den Städten, meint sie. Dennoch spürt auch das Umweltzentrum in Ronney eine stärkere Nachfragen nach Seminaren und Kursen, in denen es um die Natur geht.

Kräuter können dem Menschen aber nicht nur bei einer Krankheit helfen. Die Pflanzen können den Menschen auch bei anderen Sorgen begleiten. Deshalb gibt es das ganze Jahr über die Kräutermanufaktur im Umweltzentrum. Der nächste Termin steht ebenfalls fest. Am 9. März trifft sich wieder die Kräutermanufaktur im Umweltzentrum Ronney. Passend zur Fastenzeit erfahren Interessierte, wie sie den Frühjahrsputz durch Wildkräuter begünstigen und unterstützen können. Wildkräuter haben eine heilende Wirkung, sie sind entgiftend und helfen dem Körper Schadstoffe heraus zu spülen, ohne ihm wichtige Stoffe zu entziehen. „Die Natur liefert uns so einige heilsame Dinge, wir müssen nur wieder lernen uns mit ihr zu beschäftigen und sie zu schätzen“, ist Birgit Jacobsen überzeugt und freut sich schon auf die nächste Runde mit vielen interessierten Besuchern.