Zerbst l Am 30. Januar 2019 ging der Bürgerservice „Sag‘s uns einfach“ auf der Internetseite der Stadt Zerbst online. Thomas Wenzel, Ortsbürgermeister von Moritz und Mitglied der Freien Fraktion Zerbst im Stadtrat, hatte die Einführung des kostenfreien Sachsen-Anhalt-Melders angeregt, der in anderen Kommunen längst erfolgreich genutzt wird. Beispielsweise in Gommern, Genthin und Magdeburg.

Kontakt mit der Verwaltung

Auch in Zerbst ist das Angebot gut angelaufen, schnell direkten Kontakt mit der Verwaltung aufzunehmen. „Es ist unmittelbarer“, nennt Rathaussprecherin Antje Rohm den Vorteil des Online-Dienstes. Wer ein Problem entdeckt, beschreibt es kurz, markiert die Stelle auf der Karte, lädt vielleicht noch ein Foto hoch und fertig. Damit die Meldung sofort beim zuständigen Fachamt landet, ist zu allererst eine Kategorie auszuwählen – Geh- und Radwege, Straßenbeleuchtung oder Spielplätze sind einige Rubriken.

Die meisten Hinweise gingen bislang zum Stichwort „Müllablagerungen“ ein. Allein 16 der 29 erfolgten Meldungen, die für jeden einsehbar sind, betreffen die illegale Entsorgung von Altreifen, Bauschutt, Teppichböden und anderem Unrat. Darüber hinaus wiesen Bürger auf defekte Lampen, abgesenkte Einläufe oder auch den schlechten Zustand des unbefestigten Zerbster Amselweges hin, der von tiefen Löchern übersät ist und sich momentan noch „in Bearbeitung“ befindet.

„Anliegen ist natürlich eine schnellstmögliche Schadensbeseitigung und Bearbeitung des gemeldeten Problems“, erklärt Antje Rohm. Mitunter erfolgt dies innerhalb eines Tages wie im Fall des Lattenrostes und der Matratze, die neben weiteren Dingen im Garagenkomplex an der Güterglücker Straße lagen und vom Bauhof abgeholt wurden. Meist jedoch dauert es augenscheinlich länger. Nur fünf der 29 Meldungen – darunter über die Hälfte aus dem Februar – konnten erst abgehakt werden. Es werde immer wieder Fälle geben, wo die Behebung des Problems – zum Beispiel aufgrund eines größeren Schadensumfanges – nicht sofort möglich sei, bittet die Stadtsprecherin um Verständnis.

Für jeden ersichtlich

Der Stand der Abarbeitung kann – ebenfalls für jeden online ersichtlich – verfolgt werden. Auf diese Weise soll das Verwaltungshandeln transparenter werden. Sobald ein Fall erledigt ist, wechselt der Status auf „abgeschlossen“ und es kann nachgelesen werden, wie mit dem jeweiligen Problem umgegangen wurde.

29 Meldungen

Liegt jenes nicht in der Zuständigkeit der Stadt, erscheint es nicht auf dem Internetportal, wie Antje Rohm erklärt. „Dann bekommen die Bürger aber eine entsprechende Information“, ergänzt die Pressesprecherin. Aus dem Grund ist auch bei jeder Meldung der Name mit anzugeben, der allerdings nur für interne Zwecke verwendet und nicht veröffentlicht wird. Nur unter der Angabe korrekter Personendaten werden Hinweise bearbeitet.

Mit der bisherigen Nutzung des Bürgerservices ist Antje Rohm zufrieden: „Mal schauen, wie es sich entwickelt.“

Neben dem Online-Melder wird auch weiterhin der Weg gewählt, die Verwaltung per E-Mail, telefonisch oder auch auf dem Postweg über kaputte Spielgeräte, eine zerstörte Bank oder Schlaglöcher zu informieren, wie die Rathaussprecherin weiß. Mit „Sag‘s uns einfach“ hat allerdings jeder die Möglichkeit zu erfahren, wie mit einem Hinweis umgegangen wird.