Zerbst/Bitterfeld l Eine Gruppe von Bitterfelder Sportlern möchte ein Zeichen setzen. Sie wollten im September bei einem Lauf für Frieden, Toleranz und Völkerverständigung werben. Sie haben genug von Sprachlosigkeit und Embargopolitik. Nicht ein Rekord war das Ziel, sondern Begegnungen und Gespräche. Die Route des Friedenslaufes: von Zerbst über Halle, Magdeburg, Hannover, Hamburg und Rostock an der Küste entlang, über die Hansestädte in Polen, Lettland und Estland nach Puschkin/Sankt Petersburg in Russland, der Partnerstadt von Zerbst.

Doch die Corona-Epidemie zwingt nun auch die Organisatoren des Friedenslaufes ihr Vorhaben zu verschieben. „Auch an unserer Arbeit, beziehungsweise unserem Vorhaben, geht die aktuelle Situation nicht spurlos vorbei. Es ist eine schwere Zeit, für die Wirtschaft, für Familien, für das Gesundheitswesen, für alle Bereiche in unserem Leben“, sagt der Vereinsvorsitzende und Initiator des Laufes Peter Junge. Diese ungewöhnliche Situation gelte es nun bestmöglich zu meistern und zu überstehen.

Keine leichte Entscheidung

„Damit auch wir in unserem Verein und alle Unterstützer dies tun können, sehen der Vorstand und wir uns leider gezwungen, den Friedenslauf nach St. Petersburg zu verschieben, und zwar in das Jahr 2021“, erklärt Junge. Diese Entscheidung sei für alle Beteiligten selbstverständlich, „aber die Entscheidung, den Lauf zu verschieben, ist uns dennoch nicht leicht gefallen“, so Junge.

Peter Junge und seine Mitstreiter wollen mit ihrem Lauf durch fünf europäische Länder deutlich machen, dass Frieden und Demokratie ihrer Meinung nach nicht mit wirtschaftlichen Zwängen und Embargopolitik erreicht werden können. Dies schade nicht den Machthabern, sondern dem einfachen Volk, auf beiden Seiten. „Auf den Spuren von Katharina der Großen wollen wir daran erinnern, dass die Geschichte stets gezeigt hat: Ohne Russland gibt es keinen Frieden in Europa, ja in der ganzen Welt“, betont der Sportler.

Hoffen auf Hilfe

Jetzt hat das Coronavirus die Vereinsmitglieder und Organisatoren in die Knie gezwungen – vorerst zumindest. Denn sie geben ihr Vorhaben natürlich nicht auf und wollen erneut angreifen. „Wir hoffen, dass alle Helfer, Organisatoren, Läufer, Unterstützer und Sponsoren an Bord bleiben. Wenn sich die Lage entspannt hat, dann greifen wir wieder an, denn wir haben noch immer Großes vor“, betont Peter Junge sportlich kämpferisch.

Bereits 2017 schnürten die Bitterfelder ihre Laufschuhe, machten sich von Rom auf den Weg ins rund 2000 Kilometer entfernte Wittenberg. Nicht zuletzt hatte sie auch Papst Franziskus bestärkt, etwas für den Frieden zu tun, als er den Sportlern für das Projekt 2017 auf dem Petersplatz seinen Segen gab. „Es sollte mehr Menschen wie die Bitterfelder Läufer geben, die für den Frieden auf die Straße gehen“, hatte Papst Franziskus ihnen damals mit auf den Weg gegeben.