Lietzo l Die Ferien haben begonnen und viele Familien fahren in den Urlaub, auch wenn so mancher vielleicht in diesem Jahr darauf wegen Corona verzichtet. Dennoch stellt sich immer wieder die Frage, wohin mit dem geliebten Vierbeiner, wenn er nicht mitkommen kann.

Dass zur Urlaubszeit mehr Tiere im Tierheim landen, das kann Diana Hofmann, die Vorsitzende vom Tierschutzverein Zerbst so nicht bestätigen. Eher seien es die Monate November und Dezember, wo Hofhunde laufen gelassen werden. Sie rät jedoch, sich rechtzeitig um die Versorgung oder Unterbringung der Haustiere während des Urlaubs zu kümmern.

Tierheim hat kaum Platz

Das Tierheim hat da allerdings kaum Kapazitäten. Diana Hofmann empfiehlt Hundepensionen, die ihr wirtschaftliches Dasein davon bestreiten. Sie weiß auch, dass diese meist ziemlich ausgebucht sind, weshalb nur eine frühzeitige Anmeldung einen Platz sichert.

Katzen sollten dagegen zu Hause bleiben können. Ein Umzug aus dem eigenen Zuhause sei schlimm für die Schmuse-tiger. Hier sollte die Betreuung am besten über Nachbarn oder andere Familienmitglieder erfolgen. „Die Katze stört es weniger, wenn jemand nicht zu Hause ist“, so Diana Hofmann, „aber sie brauchen ihre vertraute Umgebung“.

Hunde genießen viele Freiheiten

Ob und Hund oder Katze finden Vierbeiner bei Gabriele Fischer in Lietzo ein Zuhause auf Zeit. Seit vier Jahren betreibt sie die Hunde- und Katzenpension „Ayla“. Für vier Katzen hat sie Zimmer eingerichtet. Die sind gemütlich und mit vielen Klettermöglichkeiten und Liegeplätzen. Auf Freigang müssen Gastkatzen allerdings verzichten, das würde nicht funktionieren. Ziemlich viele Freiheiten genießen allerdings die Hunde bei Gabriele Fischer. Bis zu zehn Tiere nimmt sie auf, dazu kommen zwei eigene.

Eine bunt gemischte Truppe tobt da meistens über den Hof. Die, die sich nicht so gut in die Gruppe einfügen, haben ihren separaten Bereich. Das muntere Hundebellen ist zum Glück nun wieder zu hören. Mit Corona war es für einige Zeit verstummt. „Acht Wochen war keiner da“, erzählt Gabi Fischer. Wenn keiner in den Urlaub fährt, muss sich auch niemand um Hund oder Katze kümmern. Da fehlte schon was, gibt sie zu. Nicht nur die Tiere, auch die Einnahmen. Ihr Gewerbe hatte sie vorübergehend abgemeldet.

In Tierpension ist immer was los

Beschäftigung gab es genug während der Zwangspause. „Hier ist immer etwas zu tun“, so die gebürtige Zerbsterin, die die Tierpension jetzt im Elternhaus ihres Vaters betreibt. „Ein Hund war das erste, was ich mir zugelegt habe, als ich auf‘s Dorf zog“, erinnert sie sich. Der Hof wurde um- und ausgebaut für die Pensionsgäste.

Mit Familienanschluss können die Hunde in Lietzo Urlaub machen. Auch ins Haus dürfen die meisten, manchmal sogar mit ins Bett. Da liegen die Hundekissen in der guten Stube. Die Hunde brauchen den Kontakt zum Menschen, bekommen ihre Kuscheleinheiten. Lange Spaziergänge sind um das kleine Dorf, das zu Lindau gehört, möglich. Auch ohne Leine klappt das hervorragend.

Hunde bekommen eigenes Kissen

Gabi Fischer stellt sich auf jeden Hund ein. Bevor einer zu ihr kommt, gibt es ein Kennenlernen, manchmal auch eine Probenacht. „In den vier Jahren gab es nur zwei Fälle, wo es gar nicht ging“, erzählte die Tierfreundin. Die Hunde kommen mit ihren eigenen Kissen, Körbchen, Futter, Medikamenten. Sie bleiben, solange Herrchen und Frauchen Urlaub machen, zehn Tage, zwei oder drei Wochen. Bei Bedarf werden aber auch Hunde betreut, die nicht nach Lietzo kommen können.

Die liebevolle Betreuung hat sich längst herum gesprochen. Die Leute kommen von Helmstedt, Magdeburg und bis hinter Bitterfeld. Wer einmal da war, kommt meist wieder. Oft melden sich die Leute gleich wieder an, wenn sie aus den Ferien zurück sind und für das nächste Jahr gebucht haben.

Anrufen und nachfragen lohnt sich

Nach den acht Wochen Corona-Ruhe ging es schleppend wieder los mit dem Pensionsbetrieb. Als Nebenerwerb meldete Gabi Fischer die Pension wieder an. Ein, zwei Hunde kamen zunächst. „Jetzt bin ich wieder voll“, sagte sie. „Es tut mir immer leid, wenn ich jemandem nicht helfen kann“, sagt sie. Aber es gebe auch immer mal wieder Absagen, so dass kurzfristig Plätze frei werden, hat sie die Erfahrung gemacht. Deshalb: einfach anrufen und nachfragen, was möglich ist.

Wer nicht auf die Ferien angewiesen ist, dem empfiehlt sie, vorher nach freien Terminen in der Pension zu fragen und dann erst den Urlaub buchen. Noch größer ist die Nachfrage bei ihr gerade geworden, nachdem die Pension in Leitzkau geschlossen hat.

Arbeit geht 24 Stunden lang, 7 Tage die Woche

Wenn sie mit den Hunden zu Gange ist, ist Gabi Fischer in ihrem Element. „Man muss schon ein Händchen dafür haben“, sagt sie, und auch nachts immer ein Ohr nach draußen. Ihr „Dienst“ geht 24 Stunden, sieben Tage die Woche. Zwei Wochen Urlaub im Jahr nur mit dem eigenen Hund.

Gabriele Fischer liebt, was sie tut. Sie hat sie keinen Cent bereut, den sie in die Tierpension gesteckt hat. Ein Traum ist für sie in Erfüllung gegangen.

Hunde- und Katzenpension „Ayla“, Lietzo, Tel. 0173-8542106